Tesla Cybercab: Erste 50 autonome Fahrten am Standort Giga Texas
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 00:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Tesla hat den fahrerlosen Werksverkehr für Mitarbeiter am Standort Giga Texas aufgenommen – ein wichtiger Meilenstein für die umstrittene Cybercab-Strategie.
Der Elektroautobauer gab den Start des Programms am 10. und 11. Juli 2026 bekannt. Eine Flotte goldfarbener Cybercabs – ohne Lenkrad und Pedale – transportiert nun Mitarbeiter über das Werksgelände in Austin. Teslas Engineering-Leiter Eric E. berichtete, dass das autonome System rund 50 Fahrten an den beiden Tagen absolvierte.
Der Schritt markiert den Übergang von statischen Tests zum operativen Einsatz. Noch ist der Service auf das private Fabrikgelände beschränkt. Doch die Botschaft ist klar: Tesla will zeigen, dass die unbewachte Full-Self-Driving-Software (FSD) unter realen Bedingungen funktioniert.
Massenproduktion läuft – Software hinkte hinterher
Die Cybercab-Produktion begann bereits im April 2026. Branchenberichten zufolge wurden seitdem hunderte Einheiten gefertigt. Viele standen jedoch monatelang auf dem Fabrikhof – wegen ungelöster Software-Probleme.
Der Werks-Shuttle soll nun mehrere Herausforderungen meistern: autonome Navigation, induktives Laden und die Reinigung der Fahrzeuge. Einige Cybercabs wurden Anfang Juli auch auf öffentlichen Straßen in Austin gesichtet. Einen konkreten Termin für den kommerziellen Robotaxi-Start gibt es aber noch nicht.
Tesla hatte zuvor angekündigt, das Fahrzeug noch vor 2027 auf den Markt bringen zu wollen – zu einem Preis von unter 30.000 Dollar (umgerechnet rund 27.000 Euro).
Kamera statt Laser: Teslas umstrittener Weg
Das Cybercab setzt auf ein reines Kamerasystem – ganz ohne die von der Konkurrenz bevorzugten LiDAR-Sensoren. Zur Innenausstattung gehören ein 21-Zoll-Touchscreen, zwei GPS-Einheiten und ein leistungsstärkerer FSD-Computer.
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Parallel betreibt Tesla in Austin, Dallas und Houston einen Robotaxi-Dienst mit modifizierten Model Y. In den vergangenen Monaten wurden dort die Sicherheitsmonitore entfernt – ein weiterer Schritt in Richtung vollständiger Autonomie. Die Reichweite des Dienstes bleibt jedoch begrenzt.
Europa gibt grün – Deutschland zögert noch
Fünf EU-Staaten haben Teslas FSD Supervised inzwischen genehmigt:
- Niederlande: Zulassung am 10. April 2026 nach 18 Monaten Prüfung
- Litauen: 20. Mai 2026
- Estland: 29. Mai 2026
- Dänemark: 9. Juni 2026
- Belgien: 10. Juni 2026
Die niederländische Zulassungsbehörde RDW berichtet von rund 24 Millionen Testkilometern ohne relevante Vorfälle. Doch 22 EU-Staaten – darunter Deutschland – haben noch nicht zugelassen. Die Prüfungen laufen.
Sicherheitsbilanz mit zwei Gesichtern
Teslas globale Unfallstatistik für FSD Supervised zeigt einen großen Unfall auf 5,3 Millionen gefahrene Meilen (rund 8,5 Millionen Kilometer) in Nordamerika. Der US-Durchschnitt liegt bei einem Unfall pro 660.000 Meilen (rund 1,06 Millionen Kilometer).
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Doch die lokalen Daten aus Austin zeichnen ein anderes Bild: Dort kommt es auf dem Robotaxi-Dienst zu einem Zwischenfall pro 57.000 Meilen (rund 92.000 Kilometer). Zum Vergleich: Menschliche Fahrer in Austin verursachen einen Unfall pro 229.000 Meilen (rund 369.000 Kilometer).
Neue Hürden in den USA
In New Jersey sorgt ein Gesetzesentwurf für Diskussionen: Der Gesetzesvorschlag S1677 würde Robotaxis vorschreiben, zusätzliche Sensoren wie LiDAR zu verbauen – geschätzte Kosten: rund 200 Dollar pro Einheit. Tesla hält trotzdem an seiner reinen Kamerastrategie fest. Ob sich das politisch durchsetzen lässt, bleibt abzuwarten.
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