TENS-Therapie, Erfolgsquote

TENS-Therapie: Über 60 Prozent Erfolgsquote ohne Medikamente

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 03:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Elektrische Stimulation gewinnt als nicht-medikamentöse Schmerztherapie an Bedeutung. TENS blockiert Schmerzsignale, EMS lockert Muskeln.

TENS und EMS: Elektrotherapie als Alternative zu Schmerzmitteln
TENS-Therapie - Nahaufnahme eines Rückens mit TENS-Elektrodenpads, die an ein modernes TENS-Gerät angeschlossen sind, das auf der Haut befestigt ist. 10.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Immer mehr Patienten setzen auf elektrische Stimulation als Alternative oder Ergänzung zur medikamentösen Behandlung. TENS und EMS heißen die Verfahren, die ambulant zum Einsatz kommen.

Die Technik dahinter

Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) blockiert die Schmerzweiterleitung zum Gehirn. Mediziner nennen das den Gate-Control-Effekt. Gleichzeitig regt die Behandlung die Ausschüttung körpereigener Endorphine an.

Die elektrische Muskelstimulation (EMS) wirkt anders. Sie lockert verspannte Muskeln und beugt neuen Verhärtungen vor.

Die Erfolgsquote der TENS-Therapie liegt bei über 60 Prozent. Bei bestimmten Indikationen erreichen Ärzte sogar Raten von über 90 Prozent. Ein Beispiel: Endometriose-Patientinnen nutzen TENS als nicht-hormonelle Option in der Schmerztherapie.

Die Anwendung ist simpel. Klebe-Elektroden kommen im Abstand von 5 bis 15 Zentimetern auf die gereinigte Haut. Direkt auf Knochen sollten sie nicht platziert werden.

Vom Rezept bis zum Discounter

Patienten haben mehrere Wege, an die Geräte zu kommen. Die Versorgung auf Rezept ist eine wichtige Säule. Firmen wie Revimed arbeiten mit gesetzlichen Krankenkassen zusammen und verleihen Geräte leihweise – etwa für drei Monate. Bei medizinischer Indikation übernehmen die Kassen die Kosten.

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Parallel dazu boomt der Markt für Kaufgeräte:

  • Discounter: Aldi Süd bot im Juli ein Ambiano-Gerät für unter 20 Euro an. Es hat 60 voreingestellte und 10 individuelle Programme sowie USB-C-Ladefunktion.
  • Apotheken: DocMorris führt das Easy@Home AS1080-16AB für knapp 80 Euro. Es bietet 16 Automodi und 20 Intensitätsstufen.
  • Fachhandel: Beurer liefert das digitale Kombigerät EM 49 mit 64 Programmen oder das kompaktere EM 56.

Seit Dezember 2019 können Ärzte auch digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) verordnen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) prüft deren Nutzen. Bei Erfolg zahlen ebenfalls die Kassen.

Worauf Käufer achten sollten

Moderne Geräte kombinieren meist TENS und EMS in einem. Die technische Ausstattung variiert stark. Einsteigermodelle bieten oft zweikanalige Steuerung und viele Programme. Medizinisch zertifizierte Geräte setzen dagegen auf klinisch geprüfte Programme und robuste Bauweise mit Gürtelclips und LCD-Display. Die Stromversorgung läuft zunehmend über wiederaufladbare Lithium-Ionen-Akkus.

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Trotz der nicht-invasiven Methode gibt es klare Verbote: Menschen mit Herzschrittmachern oder anderen elektronischen Implantaten dürfen die Geräte nicht nutzen. Auch bei Schwangerschaft oder Epilepsie raten Experten ab.

Als Ergänzung empfehlen Physiotherapeuten oft Wärme, etwa durch Infrarotstrahler. Und seit Juli können Patienten in Apotheken per Videosprechstunde mit Ärzten über den Einsatz beraten lassen – inklusive digitalem Rezept vor Ort.

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