Tennisarm, Gezielte

Tennisarm: Gezielte Übungen bringen Besserung nach 4–6 Wochen

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 17:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gezielte Übungen, dosierte Belastung und ein stufenweiser Aufbau können Beschwerden beim Tennisarm lindern und die Sehne langfristig stärken.

Tennisarm gezielt behandeln: Übungen, Belastung und Reha-Phasen
Eine minimalistische physiotherapeutische Praxis mit einer ausgerollten Übungsmatte und Schaumstoffblöcken auf dem Boden. Illustration mit AI erstellt.

Die laterale Epikondylitis, im Volksmund als Tennisarm bekannt, stellt eine häufige Herausforderung in der orthopädischen und physiotherapeutischen Praxis dar.

Aktuelle Leitfäden und Expertenempfehlungen rücken dabei zunehmend gezielte Übungsprogramme in den Fokus, um die Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens nachhaltig zu lindern. Entgegen der Namensgebung sind nicht nur Sportler betroffen; die Sehnenreizung entsteht häufig durch repetitive Belastungen im Berufsalltag oder bei Hobbys.

Krankheitsbild und Ursachen der Sehnenreizung

Ein Tennisarm resultiert primär aus einer Überlastung der Sehnenansätze am Ellenbogen, die durch wiederholte Bewegungen des Unterarms, der Hand und des Handgelenks ausgelöst wird.

Zu den typischen Auslösern zählen neben dem Tennissport auch Tätigkeiten wie intensives Tippen am Computer, Stricken, Golfspielen oder das regelmäßige Tragen schwerer Gegenstände. Auch wiederkehrendes Greifen, Heben und Drehen des Handgelenks können die Reizung provozieren.

Betroffen sind demnach auch Personengruppen, die keine sportliche Belastung aufweisen, etwa bei intensiver Büroarbeit oder dem Gebrauch von Handwerkzeugen. Ohne eine gezielte Intervention kann die Erkrankung einen chronischen Verlauf nehmen.

Experten weisen darauf hin, dass die vollständige Heilung des Ellenbogens einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten in Anspruch nimmt, während erste Verbesserungen durch konsequente Übungen meist nach etwa 4 bis 6 Wochen beobachtet werden können.

Das Drei-Phasen-Modell der Rehabilitation

Für die Behandlung hat sich ein strukturiertes Drei-Phasen-Modell etabliert, das den Heilungsverlauf methodisch unterstützt:

In der ersten Phase stehen Ruhe und die initiale Heilung im Vordergrund. Hierbei werden das Hochlagern des Arms sowie die Anwendung von Eis empfohlen, um die akuten Beschwerden zu kontrollieren.

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Die zweite Phase konzentriert sich auf den Aufbau von Flexibilität und Kraft. Dehnübungen sollten hierbei für 20 bis 30 Sekunden gehalten und mindestens zweimal täglich durchgeführt werden. Zur Kräftigung kommen leichte Hanteln zum Einsatz, wobei bestimmte Positionen bis zu 15 Sekunden gehalten werden. Diese Übungseinheiten sollten idealerweise zwei- bis fünfmal täglich erfolgen.

In der dritten Phase erfolgt die schrittweise Wiederaufnahme der regulären Aktivitäten. Dieser Prozess erstreckt sich über mehrere Wochen, um die Belastbarkeit der Sehne sukzessive zu steigern.

Spezifische Kräftigungsübungen und Belastungsvorgaben

Eine wirksame Therapie umfasst laut Fachkreisen kontrollierte Kräftigungsübungen für die Handgelenkstrecker, die Unterarmmuskulatur sowie die Schulterstabilisatoren. Ergänzend werden Manuelle Therapie, ein Retraining der Griffkraft sowie Ergonomie-Beratungen empfohlen.

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Für das Training zu Hause können Hilfsmittel wie Tennisbälle, Therapieknete oder elastische Bänder genutzt werden. Zur Steigerung der Griffkraft sollte ein Tennisball für 5 bis 10 Sekunden gedrückt werden, bei 8 bis 10 Wiederholungen pro Hand. Für das Training mit Gewichten gelten spezifische Empfehlungen:

  • Einsteiger: 0,5 kg bis 1 kg
  • Fortgeschrittene: 1 kg bis 2 kg
  • Gut Trainierte: 2 kg bis 3 kg

Bereits ein Gewicht von 3 kg kann eine hohe Belastung darstellen und sollte nur schmerzfrei und kontrolliert bewegt werden. Ein typischer Trainingsplan sieht 8 bis 15 Wiederholungen pro Übung in zunächst ein bis zwei Sätzen vor, was auf bis zu drei Sätze gesteigert werden kann. Übungen zur Supination und Pronation des Unterarms sowie Fingerkräftigungen ergänzen das Programm.

Besonderheiten im Golfsport und Korrektur von Mythen

Im Bereich des Golfsports gilt die Epikondylitis als eine der häufigsten Überlastungserscheinungen. Laut dem Physiotherapeuten Artur Frank sind Männer häufiger betroffen als Frauen, wobei das Durchschnittsalter der Erkrankten zwischen 35 und 50 Jahren liegt.

Als Auslöser gelten hier oft eine falsche Körperhaltung, eine zu hohe Griffstärke, ungeeignete Schlägerschäfte oder technische Fehler wie ein zu steiler Eintreffwinkel beim Schlag. Die Therapie erfolgt im Golfsport überwiegend konservativ durch Kälteanwendungen am Ellenbogen, Wärmebehandlungen der Halswirbelsäule sowie Physiotherapie, Osteopathie oder Stoßwellentherapie.

Experten räumen zudem mit verbreiteten Mythen auf: Eine absolute Ruhigstellung ist nur selten notwendig und kann den Arm sogar schwächen. Ebenso behebe Ruhe allein den Schmerz meist nicht dauerhaft, da die Sehne ohne Belastungsreize nicht gestärkt werde. Zu aggressives Dehnen könne die Reizung zudem verstärken, statt sie zu lindern. Eis diene beim Tennisarm primär der temporären Schmerzlinderung, reduziere jedoch in der Regel keine Schwellung.

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