TCM, Pilates

TCM und Pilates: QILATES verbindet traditionelle Lehren mit modernem Training

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

TCM prägt neue Wellness- und Präventionsangebote, während Resorts, Drogerien und Thermen ihre Konzepte ausbauen und wissenschaftliche Ansätze einbeziehen.

TCM und Wellness: Resorts, Handel und Prävention erweitern Angebote
Ein ruhiger, minimalistischer Wellness-Bereich mit einem Thermalbecken und Blick auf eine neblige Berglandschaft. Illustration mit AI erstellt.

Die Integration der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) in zeitgenössische Bewegungs- und Wellness-Konzepte gewinnt zunehmend an Bedeutung. Anbieter wie QILATES verbinden TCM-Prinzipien mit modernen Ansätzen wie Pilates, während gleichzeitig Akteure aus dem Einzelhandel und der Luxushotellerie ihre Gesundheitsangebote in diesem Bereich signant ausbauen. Diese Entwicklung spiegelt einen Trend wider, bei dem präventive Ansätze und ganzheitliche Gesundheitsprogramme stärker in den Fokus rücken.

Neue Ansätze in der Supplementierung und Prävention

Ein Beispiel für diese Verzahnung ist das Unternehmen Bloom Laboratories, das mit einem spezialisierten Supplement-Duo den Markt adressiert. Die von Bea Bautista, Barbara Tiu und Bernice Tiu gegründete Firma setzt auf ein Konzept aus den Produkten „Boost“ für den Tag – mit Inhaltsstoffen wie Quercetin, Resveratrol und Curcumin – sowie „Calm“ für die Nacht, das Reishi-Pilze enthält.

Die Herstellung erfolgt laut Unternehmensangaben in Anlagen, die von der FDA sowie dem Gesundheitsministerium zugelassen sind und nach ISPE-Richtlinien produzieren.

Fachleute der TCM, wie Dr. Francisco „Kit“ Navarro, heben in diesem Zusammenhang die präventive Stärke der traditionellen Lehren hervor. Der Vertrieb solcher Konzepte erfolgt zunehmend über digitale Kanäle wie TikTok Shop, wobei eine Expansion auf weitere E-Commerce-Plattformen geplant ist.

Exklusive Kooperationen und internationale Resort-Modelle

Im Bereich der gehobenen Wellness-Hotellerie führen spezialisierte Anbieter verstärkt gemeinsame Programme durch. So initiieren das Grand Resort Bad Ragaz und das Kamalaya für den Zeitraum von Ende Oktober bis Anfang November 2026 ein gemeinsames Retreat unter dem Titel „Journey to Inner Vitality“.

Das Programm kombiniert Signature-Treatments des Kamalaya mit lokalen Elementen wie der Tamina-Flow-Massage und nutzt das 36,5 Grad warme Thermalwasser der Taminaquelle. Wellness-Experten wie Gopal Kumar begleiten das Projekt, das verschiedene Meditationsformen, Qi Gong und Longevity-Ansätze umfasst.

Parallel dazu plant das Resort Chiva-Som in Hua Hin für November 2026 ein Yoga-Retreat mit der Lehrerin Adrienne Everett. Hierbei werden verschiedene Yoga-Methoden mit den umfangreichen Wellness-Ressourcen des Resorts verknüpft, das über 200 Mitarbeiter für 54 Zimmer und Suiten einsetzt.

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In China wird die Institutionalisierung der TCM vorangetrieben. Das Zhejiang Tangfeng Hot Spring Resort in Wuyi wurde in eine Liste für Pilotprojekte zur integrierten Entwicklung von TCM-Dienstleistungskonsum aufgenommen. Das dortige Modell „Medizin-Reha-Pflege-Wellness-Tourismus“ basiert auf einer spezialisierten Rehabilitationsklinik mit Thermalwasser-Charakter und strebt eine Standardisierung nach internationalen Maßstäben an.

TCM als Treiber der „Big-Health“-Industrie

In der Sonderverwaltungszone Macau wird die TCM als ein wesentlicher Faktor für die sogenannte Big-Health-Industrie eingestuft. Im Rahmen der 8. Greater Bay Area Conference betonten Regierungsvertreter die Bedeutung von Innovation und Vererbung der TCM. Mit dem Ende 2025 gegründeten staatlichen Schlüssellabor und verschiedenen Service-Zentren soll Macau als Plattform für die Übertragung von Technologie und den Übersee-Service fungieren.

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Auch auf internationaler Ebene, etwa beim SCO Traditional Medicine Forum in Nanchang, werden neue Techniken diskutiert. Maya Septriana Tjin von der Universitas Airlangga hob dort die wärmeempfindliche Moxibustion als zukunftsweisendes Thema hervor. Geplant sind Forschungskooperationen, die indonesische Heilpflanzen mit chinesischen Kräutern kombinieren, um gezielt Volkskrankheiten wie Fettleber oder Knie-Arthrose zu adressieren.

Marktdynamik im Einzelhandel und OTC-Sektor

Während Wellness-Anbieter auf ganzheitliche Konzepte setzen, erweitern Drogerieketten wie dm und Rossmann ihr gesundheitliches Profil. Rossmann hat angekündigt, bis Ende dieses Jahres eine Versandapotheke inklusive E-Rezept-Einlösung zu starten. dm befindet sich derzeit in einer rechtlichen Auseinandersetzung mit der Wettbewerbszentrale über den Vertrieb apothekenpflichtiger Arzneimittel über eine tschechische Tochtergesellschaft.

Diese Expansion findet in einem wachsenden Markt für rezeptfreie Medikamente (OTC) statt. Laut Jörg Wieczorek, Vorstandsvorsitzender von Pharma Deutschland, werden jährlich rund 730 Millionen Packungen nicht verschreibungspflichtiger Medikamente abgegeben.

Umfragen zeigen, dass für fast die Hälfte der Konsumenten die Vor-Ort-Apotheke der bevorzugte Einkaufsort bleibt, wobei eigene Erfahrungen und die Beratung in der Apotheke die wichtigsten Orientierungspunkte beim Kauf darstellen.

Evidenzbasierte Wellness und Thermal-Trends

Zusätzlich zur TCM gewinnen wissenschaftlich fundierte Ansätze in der Wellness-Architektur an Gewicht. Die Thermengruppe Josef Wund kooperiert mit der Johns Hopkins University School of Medicine, um Prinzipien der Neuroarchitektur unter dem Titel „Intentional Spaces“ in Thermenwelten zu integrieren. Ziel sei es, von rein intuitiven Konzepten hin zu evidenzbasierten Räumen zu gelangen.

Gleichzeitig wandelt sich das Angebot klassischer Kurorte. In Bad Füssing beobachten Akteure wie Christian Holzapfel einen Trend weg von der klassischen Kur hin zum „Healthy Aging“ und „Longevity“. Neben dem traditionellen Thermalwasser werden hier vermehrt spezialisierte Angebote wie Wim-Hof-Kurse, Sound Healing und Sound-Meditationen in die bestehenden Strukturen integriert.

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