Surgie-Roboter, Minimalinvasive

Surgie-Roboter: Minimalinvasive Eingriffe für unter 70.000 Euro

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 03:22 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Forscher operieren erfolgreich mit humanoiden Robotern an lebenden Schweinen. Die günstige Alternative zu teuren da Vinci-Systemen zeigt noch technische Schwächen.

Humanoide Roboter: Meilenstein bei minimalinvasiven OPs an Tieren
Surgie-Roboter - Nahaufnahme einer humanoiden Roboterhand mit chirurgischem Instrument über einem OP-Tisch, symbolisiert Roboterchirurgie. 10.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Forscher der University of California in San Diego haben einen Meilenstein in der Medizinrobotik erreicht: Erstmals führten teleoperierte humanoide Roboter minimalinvasive Operationen an lebenden Tieren durch.

Die am 8. Juli 2026 im Fachjournal Nature veröffentlichte Studie zeigt, wie das Team den Unitree G1-Roboter – getauft auf den Namen „Surgie“ – für laparoskopische Eingriffe einsetzte. Konkret entfernten die Maschinen Gallenblasen von lebenden Schweinen. Das Besondere: Statt stationärer Spezialgeräte kamen bewegliche, menschenähnliche Roboter zum Einsatz.

Kompakte Helfer für den OP-Saal

Die humanoiden Roboter sind etwa 1,50 Meter groß und wiegen rund 27 Kilogramm. Damit sind sie deutlich kompakter und vielseitiger als die heutigen High-End-Systeme in Krankenhäusern. Die Versuchsreihe umfasste zwei Szenarien: eine Operation im Team aus Mensch und Roboter sowie einen Eingriff, bei dem zwei Roboter Seite an Seite arbeiteten.

Zwar wurden die Maschinen von menschlichen Chirurgen ferngesteuert und agierten nicht autonom. Dennoch bewies der Test, dass humanoide Formen die räumlichen Grenzen eines klassischen Operationssaals überwinden können. Langfristig, so die Forscher, sei das Ziel ein autonomer chirurgischer Assistent.

Preisunterschiede als Treiber

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Ein zentraler Motor der Forschung sind die enormen Kostenunterschiede. Während die humanoiden Roboter je nach Ausstattung zwischen 13.500 und 67.000 Euro kosten, liegt der Preis für das Branchen-Schwergewicht da Vinci zwischen 500.000 und über zwei Millionen Euro. Zum Vergleich: Ein mittelständisches Krankenhaus in Deutschland könnte mit der Anschaffung eines einzigen da Vinci-Systems mehrere OP-Säle mit humanoiden Assistenten ausstatten.

Allerdings zeigte der Test auch klare Schwächen der neuen Technologie. Die Chirurgen arbeiteten mit dem da Vinci-System schneller. Die humanoiden Roboter kämpften mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit und mussten während der heiklen laparoskopischen Arbeit häufig neu kalibriert werden.

Latenz als kritischer Faktor

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Bevor humanoide Roboter am Menschen eingesetzt werden können, müssen noch erhebliche technische Hürden genommen werden. Ein zentrales Problem: die Signalverzögerung. In den Versuchen erreichten die Latenzen mehrere hundert Millisekunden – für sicheres Operieren wäre ein Wert unter 150 Millisekunden nötig.

Trotz dieser Einschränkungen wertet das Team aus San Diego die erfolgreichen Gallenblasen-Entfernungen als grundlegenden Durchbruch. Der Nachweis, dass handelsübliche humanoide Hardware komplexe innere Eingriffe an lebenden Organismen durchführen kann, ebne den Weg für eine Zukunft, in der erschwingliche, mobile Roboterassistenten zum Standard in Operationssälen werden könnten.

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