Süßstoffe: Studie belegt 1,6 kg Gewichtsvorteil nach Diät
28.05.2026 - 05:11:02 | boerse-global.deForscher belegen: Wer nach einer Diät zu Zuckerersatz greift, hält sein Gewicht deutlich besser.
341 Erwachsene mit Übergewicht und eine kleinere Kindergruppe nahmen an der Studie teil. Zuerst stand eine zweimonatige Diät an – die Probanden verloren im Schnitt 10,1 Kilogramm. In der zehnmonatigen Stabilisierungsphase zeigte sich dann der entscheidende Unterschied: Teilnehmer, die Süßstoffe konsumierten, hielten ihr Gewicht um 1,6 Kilogramm besser als die Kontrollgruppe.
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Bei besonders konsequenter Umsetzung der Vorgaben stieg der Vorsprung sogar auf 3,8 Kilogramm. Bei den Kindern gab es dagegen keine signifikanten Ergebnisse.
Überraschende Effekte im Darm
Die Forscher beobachteten auch Veränderungen im Darmmikrobiom der Erwachsenen. Die Menge kurzkettiger Fettsäuren nahm zu, gleichzeitig stieg die Zahl methanbildender Mikroben. Die Folge: verstärkte Blähungen. Die Studie lief während der COVID-19-Pandemie, die Abbruchrate lag bei rund 40 Prozent.
Gute Nachrichten für alle, die Bedenken wegen ihrer Darmflora haben: Süßstoffe wie Erythrit verursachen laut aktuellen Einschätzungen keine nachgewiesenen Schäden. Für ein gesundes Mikrobiom sind Ballaststoffe, Bewegung und ein normales Körpergewicht deutlich wichtiger.
Neue Waffe gegen Adipositas
Parallel zu den Ernährungsstudien gibt es Fortschritte bei Medikamenten. Der EMA-Ausschuss CHMP sprach am 26. Mai eine Zulassungsempfehlung für orales Semaglutid aus. Die 25-Milligramm-Tablette wäre die erste orale GLP-1-Therapie gegen Adipositas in der EU.
Die Phase-III-Studie mit 307 Patienten spricht für sich: Tägliche Einnahme über 64 Wochen führte zu 13,6 Prozent Gewichtsverlust – die Placebogruppe schaffte nur 2,2 Prozent. 76,3 Prozent der Probanden verloren mindestens fünf Prozent ihres Gewichts. Häufigste Nebenwirkung: Magen-Darm-Beschwerden. Die Tablette muss nüchtern eingenommen werden, acht Stunden Abstand zur letzten Mahlzeit sind Pflicht.
Jo-Jo-Effekt: Weniger schlimm als gedacht
Ein Review in The Lancet Diabetes & Endocrinology vom 26. Mai relativiert die Risiken von Gewichtsschwankungen. Forscher aus Kopenhagen und vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung fanden keine Belege für langfristige Stoffwechselschäden durch den Jo-Jo-Effekt. Die Vorteile eines Abnehmversuchs überwiegen die theoretischen Risiken.
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Früher essen, besser abnehmen
Die ChronoFast-Studie lieferte am 27. Mai Erkenntnisse zum optimalen Essenszeitpunkt. Bei Frauen zwischen 53 und 65 Jahren zeigte sich: Ein frühes Zeitfenster (8:00 bis 16:00 Uhr) verbessert den Fettstoffwechsel. 103 Lipidarten nahmen ab – beim späteren Fenster (13:00 bis 21:00 Uhr) blieb dieser Effekt aus.
Auf dem Deutschen Diabeteskongress wurde zudem betont: Der Lebensstil beeinflusst das Risiko für Typ-2-Diabetes stärker als die Genetik. Mehr als 50 Prozent der Neuerkrankungen ließen sich durch Verhaltensänderungen vermeiden. Das Ziel: 560 bis 610 Minuten Bewegung pro Woche.
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