Süßstoffe: 62% schnellerer kognitiver Abbau bei hohem Konsum
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 15:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gleich drei große Studien liefern neue Erkenntnisse zur kognitiven Gesundheit. Forscher untersuchen dabei alles von Weltraumisolation bis zu Alltagsrisiken.
ESA-Isolationsstudie in Köln beendet
Am heutigen Samstag endete am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln die Isolationsstudie SOLIS100. Sechs Freiwillige aus sechs europäischen Ländern verließen nach 100 Tagen die Simulationsanlage „Envihab“. Das gesamte Projekt dauerte inklusive Vor- und Nachbereitung 126 Tage.
Die Teilnehmer – drei Frauen und drei Männer zwischen 26 und 32 Jahren – lebten auf rund 60 Quadratmetern ohne natürliches Sonnenlicht. Das von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) initiierte Experiment untersuchte, wie sich Isolation und begrenzter Raum auf Gesundheit, Wohlbefinden und kognitive Leistungsfähigkeit auswirken.
Die Ergebnisse gelten als entscheidend für künftige Langzeitmissionen zum Mond oder Mars. Nun werden Strategien entwickelt, um die psychische und physische Stabilität von Astronauten zu sichern.
Süßstoffe: Risiko für den kognitiven Abbau?
Eine Studie im Fachjournal Neurology vom gestrigen Freitag liefert neue Hinweise auf alltägliche Risikofaktoren. Forscher analysierten Daten von 12.772 Erwachsenen über acht Jahre – mit einem beunruhigenden Ergebnis: Hoher Süßstoffkonsum könnte den kognitiven Verfall beschleunigen.
Teilnehmer mit durchschnittlich 191 mg Süßstoffen pro Tag zeigten einen um 62 Prozent schnelleren kognitiven Abbau als die Gruppe mit niedrigem Konsum (etwa 20 mg täglich). Besonders Aspartam, Saccharin, Acesulfam-K, Erythrit, Sorbit und Xylit wurden damit in Verbindung gebracht. Für Tagatose fand sich kein solcher Zusammenhang.
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Wichtig: Die Studie belegt keinen kausalen Zusammenhang. Die Autoren betonen, dass weitere Forschung nötig ist.
Herz-Kreislauf und Alzheimer: Neue Verbindung entdeckt
Eine weitere Studie, veröffentlicht in Alzheimer's & Dementia, untersuchte den Zusammenhang zwischen Herzzeitvolumen und Alzheimer-Risiko. Bei 756 Erwachsenen beobachteten Forscher über bis zu elf Jahre: Ein niedrigeres Herzzeitvolumen war mit stärkerer Hirnatrophie verbunden – besonders bei Trägern des APOE-e4-Gens.
Überraschender Migräne-Befund
Die Rotterdam-Studie vom gestrigen Freitag liefert ein verblüffendes Ergebnis: Migränepatienten haben ein um 30 Prozent niedrigeres Demenzrisiko. Bei Alzheimer lag das Risiko sogar 42 Prozent unter dem der Vergleichsgruppe. Untersucht wurden 6.888 Teilnehmer über neun Jahre.
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Donanemab: Neue Daten zur Alzheimer-Therapie
Ebenfalls am Freitag wurden neue Ergebnisse der Phase-3-Studie TRAILBLAZER-ALZ 2 zum Wirkstoff Donanemab bekannt. Der kognitive Abbau reduzierte sich nach 18 Monaten um 0,7 Punkte auf der CDR-SB-Skala, nach 36 Monaten um 1,1 Punkte im Vergleich zur Kontrollgruppe. Neue Sicherheitssignale traten nicht auf.
Die Studien zeigen: Kognitive Gesundheit hängt von vielen Faktoren ab – von Umweltbedingungen bis zu Lebensstilentscheidungen. Die Forschung steht dabei erst am Anfang.
