Suchtdruck, Meta-Analyse

Suchtdruck: Meta-Analyse zeigt Atemübungen senken Verlangen effektiv

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 06:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Meta-Analyse der Monash University belegt: Kontrollierte Atemtechniken reduzieren das akute Verlangen nach Suchtmitteln signifikant, wenn auch in geringem Ausmaß.

Atemübungen gegen Suchtdruck: Meta-Analyse zeigt positive Effekte
Eine Person praktiziert in einer ruhigen Büroumgebung achtsame Atemübungen zur mentalen Entspannung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In einer systematischen Übersichtsarbeit und Meta-Analyse, die Ende Juli 2026 in der Fachzeitschrift 'Addiction' (DOI: 10.1111/add.70542) veröffentlicht wurde, untersuchten Forscher der Monash University das Potenzial kontrollierter Atemübungen zur Bewältigung von Suchtdruck. Die Ergebnisse legen nahe, dass gezielte Atemtechniken das akute Verlangen nach Substanzen wie Alkohol oder Nikotin effektiv mindern können.

Umfang und methodisches Vorgehen der Analyse

Die Untersuchung unter der Leitung von Dr. Ariel Dart Roxburgh stützte sich auf Daten aus insgesamt 20 Studien mit einer Gesamtstichprobe von 1.249 Teilnehmern. Die Analyse umfasste ein breites Spektrum an Suchtmitteln, wobei neben Alkohol und Nikotin auch die Auswirkungen auf das Verlangen nach Opiaten und Stimulanzien betrachtet wurden.

Laut den Studienergebnissen reduzierten kontrollierte Atemübungen den Suchtdruck über alle untersuchten Substanzarten hinweg statistisch signifikant. Die Autoren der von der Society for the Study of Addiction veröffentlichten Arbeit hielten jedoch fest, dass das Ausmaß dieser Reduktion als gering einzustufen sei. Ein wesentlicher Befund der Untersuchung war zudem, dass die beobachteten Effekte unabhängig von der Art der jeweiligen Substanz auftraten.

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Differenzierung der angewandten Techniken

Innerhalb der Meta-Analyse wurden verschiedene methodische Ansätze der Atemregulation bewertet. Dazu zählten das Herzratenvariabilitäts-Biofeedback (HRVB), die Resonanzatmung, yogische Atemtechniken sowie die sogenannte dreiteilige Atmung. Auch spezifischere Methoden wie Rhemercise oder das Nachahmen der physischen Rauchbewegung wurden in die Auswertung einbezogen.

Die Forscher stellten dabei funktionale Unterschiede zwischen den verschiedenen Ansätzen fest. Während Techniken ohne Biofeedback-Komponente primär eine sofortige Linderung des akuten Verlangens boten, erwiesen sich HRVB-Methoden als effektiv für eine langfristige Reduktion des Suchtdrucks. Hinsichtlich der Auswirkungen auf Entzugserscheinungen lieferten die Daten weniger eindeutige Ergebnisse. Den Effekt der Übungen auf die allgemeine Abhängigkeit stuften die Wissenschaftler hingegen als groß ein.

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Biologische Wirkmechanismen und therapeutische Einordnung

Als physiologische Grundlage für die beobachteten Effekte führten die Autoren die Aktivierung des Parasympathikus an. Durch tiefe, kontrollierte Atemzüge könne zudem der Cortisolspiegel gesenkt werden, was zu einer unmittelbaren Beruhigung des Nervensystems beitrage.

Dr. Ariel Dart Roxburgh und das Forschungsteam der Monash University betonten in ihrer Publikation das Potenzial der Atemübungen als ergänzende Maßnahme. Sie könnten die konventionelle Suchttherapie unterstützen, seien jedoch nicht als vollwertiger Ersatz für eine therapeutische Behandlung anzusehen. Die Forscher empfahlen abschließend weitere wissenschaftliche Untersuchungen, um die Langzeiteffekte und spezifischen Wirkweisen der verschiedenen Atemtechniken in der klinischen Praxis genauer zu validieren.

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