Sturzrisiko im Alter: Jeder dritte Mensch über 80 stürzt mindestens einmal jährlich
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 21:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deRegelmäßige Bewegung im Alter leistet einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung von Selbstständigkeit und Gesundheit. Um ältere Menschen zu kontinuierlicher Aktivität zu motivieren, setzen Vereine, Kommunen und Netzwerke bundesweit auf wohnortnahe, oft niedrigschwellige Formate. Das Spektrum reicht von gemeinsamen Spaziergängen über Kurse wie „Bewegen und Atmen“ bis hin zu Nordic-Walking-Gruppen und gezielten Angeboten zur Sturzprävention.
Niedrigschwellige Spazier- und Bewegungstreffs vor Ort
Viele lokale Organisationen setzen bei ihren Konzepten auf eine unkomplizierte Teilnahme ohne formale Einstiegshürden. Der Krankenpflegeverein Gerlinger Höhe organisiert beispielsweise wöchentliche Senioren-Spaziergänge an Dienstagen sowie mittwochs Einheiten unter dem Titel „Bewegen und Atmen“ mit Qi Gong im Gemeindesaal, beide ohne Voranmeldung.
Der Jahresbeitrag des Vereins liegt bei 35 Euro und schließt Lebenspartner ein. Ein ähnliches Prinzip verfolgt die GIK Kronau mit kostenfreien Dienstagsangeboten für Spaziergänge und Yoga sowie einem wöchentlichen Radtreff am Donnerstag.
Auch andernorts bilden fortlaufende Treffen den Kern der Seniorenarbeit. Die Aktion Miteinander Auenwald hält mit der offenen Gymnastik „Die 5 Esslinger“, Seniorensport über den TSV Oberbrüden und Boule-Nachmittagen mehrere regelmäßige Formate bereit, ergänzt durch organisierte Ausflüge wie eine Wandergruppenfahrt nach Abstatt.
Im Ettlinger Bürgertreff im Fürstenberg sowie bei der Gruppierung Generation Ü50 stehen neben Boule vor allem Stuhlyoga und Beweglichkeitskurse im Wochenplan, während die MSG Eintracht Obergriesheim 1974 e.V. montags Seniorengymnastik zum Schnuppern anbietet.
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Ausdauerangebote und Zertifizierungen im Vereinssport
Neben leichten Mobilisierungsübungen erfreut sich Nordic Walking bei älteren Zielgruppen hoher Beliebtheit. Die Sparte Nordic Walking des Pfälzerwald-Vereins Erbach bietet neben wöchentlichen Einheiten am Donnerstagnachmittag auch offene Termine am Wochenende an, unter anderem an der Peter-Schulzen-Hütte.
Beim Kneipp-Verein Dortmund startet im November ein sechswöchiger Kurs am Phoenix-See unter Leitung von Kerstin Bussmann, der sich an Mitglieder und externe Teilnehmer richtet.
Dass Ausdauersport im Alter auch mit Leistungsüberprüfungen verbunden sein kann, zeigte der Turnerbund Weilheim 1909 e. V., bei dem eine Seniorengruppe nach einem einstündigen Lauf im Faulenbachtal unter Anleitung von Jeanette Hipp und Thomas Zepf das Nordic-Walking-Abzeichen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes der Stufe 2 ablegte.
Der Kneipp-Verein Obernkirchen widmete seinerseits Aktionstage der Bewegungssäule im La-Flèche-Park mit Übungsleiter Gerhard Warnke sowie der Lebensordnung unter Leitung von Wiebke Klapp.
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Sturzprävention zur Verringerung gesundheitlicher Risiken
Ein zentraler Antrieb für die Bewegungsförderung ist die Vermeidung von Unfällen. Nach Einschätzung des Geriatrienetzwerks Ostsachsen stellen Stürze ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar, da die daraus resultierende Verunsicherung häufig zu Bewegungsmangel und raschem Muskelabbau führt.
Wie Kursleiterin Simone Schleiter im Rahmen eines Workshops der gesetzlichen Krankenversicherung in Greven darlegte, kamen 2023 deutschlandweit mehr als 20.000 Menschen durch Stürze ums Leben. Zudem stürzen laut Daten des Robert-Koch-Instituts rund 19 Prozent der 65- bis 79-Jährigen sowie ein Drittel der über 80-Jährigen mindestens einmal im Jahr.
Entsprechend hoch ist die Nachfrage nach Programmen wie „Trittsicher durchs Leben“ der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG), das in Kursen von Renate Weißinger und Irene Dranuta mit Kooperations- und Kraftübungen umgesetzt wird.
Ergänzt wird die Präventionslandschaft durch kommunale Initiativen wie „FIT in TIR“ des Gesundheitsamtes Tirschenreuth, Großveranstaltungen wie das Seniorensportfest des DRK-Kreisverbands Wanzleben in Oschersleben oder zielgruppenspezifische Angebote wie „Yoga50+“ der Coblenzer Turngesellschaft.
