Sturzprävention, Senior

Sturzprävention: Jeder dritte Senior stürzt jährlich – so senken Sie das Risiko

18.06.2026 - 02:49:03 | boerse-global.de

Fachleute diskutieren auf Tagungen neue Ansätze gegen altersbedingte Stürze. Gezieltes Kraft- und Balancetraining senkt das Risiko deutlich.

Sturzprävention bei Senioren: Training und Forschung im Fokus
Sturzprävention - Ältere Füße in orthopädischen Schuhen auf einem strukturierten Boden, die Stabilität und Unterstützung zeigen. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Bei zehn bis fünfzehn Prozent dieser Unfälle kommt es zu Knochenbrüchen. Die Zahl verdeutlicht: Mobilität im Alter ist kein Selbstläufer, sondern erfordert gezielte Maßnahmen.

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Warum immer mehr Senioren im Alltag unsicher werden – und was wirklich dagegen hilft. Ein Physiotherapeut erklärt, wie gezieltes Training in wenigen Minuten täglich Stürze verhindern kann. Der Trainingsplan, dem Senioren ab 60 vertrauen: Mehr Kraft und Stabilität in wenigen Minuten täglich

Fachleute aus Wissenschaft und Praxis untersuchen daher verstärkt, wie altersbedingte Veränderungen im sensomotorischen System die Gangsicherheit beeinflussen. Denn die Reizverarbeitung und die motorische Antwort verändern sich mit den Jahren – das stellt höhere Anforderungen an Hilfsmittel wie Schuhe und Einlagen.

Muskelabbau beginnt früher als gedacht

Bereits ab 35 Jahren schwindet die Muskelmasse um etwa ein Prozent pro Jahr. Das hat direkte Auswirkungen auf Balance und Kraftübertragung beim Gehen. Dr. Wolfgang Laube thematisiert die Konsequenzen für die Versorgung mit passenden Hilfsmitteln.

Am 10. und 11. Juli 2026 treffen sich Experten in Kassel. Auf der Fachtagung der Bundesinitiative Sturzprävention diskutieren Prof. Armin Kibele von der Universität Kassel und Prof. Bettina Wollesen von der Deutschen Sporthochschule Köln über Trainingsnotwendigkeiten im Alter.

Forschung vernetzt sich: Knochen, Muskeln und Vitamine

Die medizinische Forschung arbeitet zunehmend fachübergreifend. Beim Symposium für Labordiagnostik auf Schloss Seggau präsentierten Wissenschaftler der Medizinischen Universität Graz Ergebnisse aus dem Projekt „BANG“. Im Fokus: altersbedingter Knochen- und Muskelverlust sowie die Rolle von Gallensäuren.

Als wesentliche Faktoren für gesundes Altern identifiziert die Präzisionsdiagnostik die Vitamine D und K2. Die Forschungskooperation mit der Universität Lüttich zeigt: Ernährung, Stoffwechsel und Bewegungsapparat müssen zusammen gedacht werden.

Training für den Alltag: 30 Minuten Spaziergang reichen

Um die Gangsicherheit zu erhöhen, empfehlen Fachleute eine Kombination aus täglicher Bewegung und spezifischem Training. Bereits ein 30-minütiger Spaziergang sowie gezielte Kraft- und Balanceübungen senken das Sturzrisiko.

Verschiedene Trainingsformate kommen in der Praxis zum Einsatz:

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Ab 50 verliert der Körper jedes Jahr Muskelmasse – die wenigsten wissen, was das wirklich bedeutet. Ein Experte erklärt, wie Sie mit nur 6 einfachen Übungen zuhause gegensteuern können. Besser schlafen, weniger Rückenschmerzen, mehr Energie: So gelingt Krafttraining ab 50 ganz einfach

Dual-Task-Training: Das EU-Projekt „COMPASS“ kombiniert körperliche und kognitive Beanspruchung durch Orientierungslauf. Ein entsprechender Workshop findet Ende Juni 2026 in Wien statt.

Hilfsmittel-Kompetenz: Mitte Juni 2026 schult eine lokale Initiative in Sinzig die korrekte Handhabung von Rollatoren. Besonderer Wert liegt auf der richtigen Griffhöhe und Bremstechnik.

Verkehrssicherheit: Die Polizei Bonn bietet für Juli 2026 spezielle Kurse für Pedelec-Fahrer an. Hintergrund: 2025 registrierte die Region rund 270 Pedelec-Unfälle – an jedem vierten war ein Senior beteiligt.

Neue Ansätze in Therapie und Forschung

Auch die Ergotherapie entwickelt sich weiter. Auf dem Ergotherapie-Kongress 2026 in Bielefeld stand die Betätigung als therapeutische Kerndomäne im Mittelpunkt. Rund 2.200 Teilnehmende sahen dort Innovationen wie das „CurriculumKit“, ein spezielles Lehr- und Lernmittel-Set, das ausgezeichnet wurde.

Neben der physischen Sicherheit rückt die psychische Gesundheit in den Fokus. Die University of California, Berkeley untersucht in der „PLASTICITY“-Studie bis Ende 2026 an 60- bis 85-Jährigen, ob bestimmte Substanzen die Hirnstruktur und emotionale Verarbeitung positiv beeinflussen können. Gesicherte Erkenntnisse stehen allerdings noch aus.

de | wissenschaft | 69567761 |