Sturzprävention bei Senioren: BIÖG nennt fünf zentrale Präventionspfeiler
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Förderung der körperlichen Fitness und die gezielte Sturzprophylaxe gewinnen in der Seniorenarbeit zunehmend an Bedeutung. Statistiken des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), die zum Internationalen Tag der älteren Menschen am 1. Oktober 2026 aktualisiert wurden, unterstreichen die Notwendigkeit dieser Maßnahmen: Fast jeder vierte Mensch über 65 Jahre stürzt mindestens einmal pro Jahr.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, setzen lokale Sportvereine und Institutionen verstärkt auf Programme, die Kraft, Gleichgewicht und Koordination fördern.
Vielfältige Trainingsansätze von Outdoor-Fitness bis Yoga
Regionale Sportvereine haben Ende September und Anfang Oktober 2026 spezialisierte Kurse initiiert. Der TV Verl startete am 29. September 2026 ein Angebot unter dem Titel „Outdoor-Fitness für Senioren“.
Unter physiotherapeutischer Anleitung werden im Holter Wald Ausdauer, Dehnung und Kräftigung trainiert. Ergänzend dazu bietet der Verein ab dem 1. Oktober 2026 Schnuppertermine für einen „Dynamischen Yoga Flow“ an, der speziell auf Mobilitätssteigerung und Kräftigung für Anfänger ausgelegt ist.
In Merching startete am 30. September 2026 erneut das Programm „Locker vom Hocker“. Unter der Leitung von Kerstin Mayer kombiniert dieser Kurs Neurokinetik mit Ganzkörpertraining im Sitzen. Eine Besonderheit ist hier die Aufteilung in geschlechtergemischte und rein weibliche Gruppen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Teilnehmenden gerecht zu werden.
Auch die Rheuma Liga Itzehoe erweitert ihr Angebot und bietet ab dem 5. Oktober 2026 neue Herbstkurse für Stuhlyoga an, die speziell für Menschen ohne Vorkenntnisse konzipiert sind.
Wer seine Mobilität im Alltag erhalten möchte, kann bereits mit wenigen Minuten Training pro Tag viel bewirken. Dieser kostenlose Trainingsplan zeigt Ihnen 7 gezielte Übungen gegen Muskelabbau, die Sie ganz einfach zu Hause durchführen können. Kostenlosen Trainingsplan für mehr Stabilität herunterladen
Spezialisierte Prävention und ganzheitliche Gesundheit
Neben allgemeinen Fitnesskursen rücken spezifische gesundheitliche Aspekte in den Fokus. Im Tiroler Mount Med Resort wird eine 40-minütige Fußgymnastik als Teil des medizinischen Programms angeboten. Trainingsleiter Wolfgang Peer und der Facharzt für Orthopädie, Dr. Stephan Papp, weisen darauf hin, dass eine gestärkte Fußmuskulatur Beschwerden wie Fersensporn oder Hallux Valgus positiv beeinflussen kann.
Auch für Menschen mit chronischen Erkrankungen werden gezielte Maßnahmen entwickelt. So führten die DMSG Niedersachsen und die Judo-Abteilung des TuS Bothfeld bereits am 27. September 2026 eine Kooperationsveranstaltung zur Sturzprophylaxe für MS-Erkrankte durch. Dabei lernten die Teilnehmenden kontrollierte Bewegungsabläufe und Falltechniken, um die Sorge vor Stürzen im Alltag zu reduzieren.
In Berlin-Spandau setzt der Seniorenklub Hakenfelde auf fernöstliche Methoden. Ab dem 5. Oktober 2026 vermittelt ein Kurs Schritt für Schritt die 18 Bewegungen des Taiji Qigong, um die Beweglichkeit und das Immunsystem zu stärken.
Institutionelle Unterstützung und präventive Strategien
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) betont die Relevanz eines sicheren Wohnumfelds und regelmäßigen Trainings. In neu aufgelegten Broschüren zum 1. Oktober 2026 empfiehlt das Institut unter der Leitung von Dr. Johannes Nießen fünf zentrale Präventionspfeiler.
Dazu gehören neben Krafttraining die Überprüfung von Medikamentenwechselwirkungen, die Beachtung des Osteoporose-Risikos, regelmäßige Sehtests und die Beseitigung von Stolperfallen in der Wohnung.
Ein oft unterschätzter Faktor für die Sicherheit im Alter ist die Wirkung verschiedener Arzneimittel, die Schwindel oder Stürze provozieren können. Informieren Sie sich in diesem kostenlosen Ratgeber über kritische Wirkstoffe und sichere Alternativen für eine bestmögliche Vorsorge. Gratis-Ratgeber zu sicheren Medikamenten im Alter anfordern
Auf kommunaler Ebene werden zudem langfristige Netzwerke geknüpft. In Geesthacht soll das Projekt „AuF leben“ des Deutschen Turner-Bundes umgesetzt werden, um die Bewegungsverhältnisse für ältere Menschen nachhaltig zu verbessern. Das Vorhaben wird durch Mittel der gesetzlichen Krankenkassen gefördert. In der niederländischen Gemeinde Emmen wird zudem der kostenlose Kurs „In Balans“ angeboten, der auf einem dreistufigen Sturzrisiko-Check basiert.
Diese regionalen und institutionellen Initiativen verdeutlichen, dass eine Kombination aus praktischem Training, fachlicher Beratung und sozialer Einbindung den Schlüssel für ein aktives und selbstbestimmtes Altern darstellt. Interessierte können sich bei den jeweiligen Vereinen oder über Informationsbroschüren, wie die des BIÖG, über individuelle Möglichkeiten zur Sturzprophylaxe informieren.
