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Studie, Fotografieren

Studie beweist: Fotografieren macht Erlebnisse noch schöner

22.08.2016 - 17:23:20

"Bitte leg doch mal die Kamera weg!", bekommt man nicht nur im Urlaub des Öfteren zu hören, oder man hat selbst den Drang, seine Begleitung darauf hinzuweisen. Dinge zunächst durch die Linse zu betrachten und dann in real, zerstört nach Meinung vieler Menschen den Augenblick. US-Wissenschaftler haben jetzt jedoch herausgefunden, dass genau das Gegenteil zutrifft.

Im Mai 2016 forderte die britische Sängerin Adele während eines Konzertes einen ihrer Fans auf, das Filmen zu unterlassen und stattdessen ihre Show zu genießen. "Ich stehe wirklich hier, du kannst das alles in Echtzeit genießen, anstatt es durch die Kamera anzuschauen", so die 28-Jährige. Auf Seiten des Publikums kam es daraufhin zu Jubelrufen, die dem eher konservativen Statement der Grammy-Gewinnerin beipflichteten. Damit hat sie dem Fan zwar eine gut gemeinte Lektion erteilt, ihm aber auch einen Teils des Spaßes genommen. Einer erst kürzlich durchgeführten US-Studie zufolge wird Erlebtes durch das Knipsen von Fotos nämlich noch schöner. Insgesamt wurden für das Experiment 2.000 Teilnehmer gebeten, verschiedene Aktivitäten wie eine Stadtrundfahrt oder einen Museumsbesuch zu machen. Die Hälfte der Versuchspersonen erhielt eine Kamera, die andere Hälfte nicht. Im Anschluss erfolgte schließlich die Bewertung der Aktivität mittels eines Fragebogens. Das Ergebnis: Diejenigen, die das Erlebte fotografisch festgehalten haben, hatten mehr Spaß an der Unternehmung. Damit das Ganze nicht nur das subjektive Empfinden widerspiegelt, sondern objektiven Ergebnissen entspricht, wurden alle Teilnehmer ohne Kamera aus der Vorrunde in einer zweiten Runde mit AR-Brillen ausgestattet, mit denen sie sich in einem archäologischen Museum umsehen sollten. Tatsächlich betrachteten Personen, die mit einer Kamera ins Museum gingen, die Objekte länger und intensiver. Wer ein Foto schießen möchte, tritt dem Achtsamkeitsforscher Stefan Schmidt zufolge in einen viel stärkeren Kontakt mit einem bestimmten Objekt. Es ginge darum, dieses oder einen entsprechenden Moment so gut wie möglich in Szene zu setzen – und dafür würde ein intensiver Blick benötigt. Fotografieren lenkt also nicht ab, sondern fördert die Konzentration und potenziert die Freude am Erlebten – zumindest, wenn es sich um schöne Motive handelt. Die gelungensten Motive außerdem in Form von Abzügen an die Wand zu hängen, ist dank entsprechender Anbieter schnell erledigt und hält die Erinnerung an schöne Momente frisch. Vorsicht aber vor dem gegenteiligen Effekt: Beim Knipsen von Bildern, die in einem negativen Zusammenhang stehen, wird den Ergebnissen zufolge nämlich auch das Empfinden negativer Emotionen verstärkt. Freuen wird das Ergebnis der Studie vor allem diejenigen, die täglich Bilder knipsen. Und dennoch bleibt anzumerken, dass in einigen Fällen wie dem erwähnten Konzert schlicht Respekt und Höflichkeit gebieten, das Smartphone einfach mal stecken zu lassen.

Bildrechte: Flickr Tourist Moyan Brenn CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten