Stressimpfung, Vermeidung

Stressimpfung statt Vermeidung: Warum Druck die Entwicklung fördert

30.06.2026 - 00:39:16 | boerse-global.de

Experten der Uni Gießen präsentieren in einem Podcast ein Drei-Säulen-Modell gegen Belastungen. Auch die Rolle von Social Media und Hitze wird thematisiert.

Gießener Uni startet Podcast: Neue Wege zur Stressbewältigung
Stressimpfung - Eine Person hört einen Podcast auf dem Smartphone, Kopfhörer im Ohr, in einer Bibliothek. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

In Kooperation mit dem Allgemeinen Hochschulsport beleuchten Experten verschiedene psychologische Ansätze. Das Ziel: Studierende und Berufstätige sollen Belastungen besser managen können.

Drei Säulen gegen den Druck

Dipl.-Psych. Debora Peine, Dr. Christine Koddebusch und Sandra Maul erklären in den Aufnahmen ein differenziertes Modell. Die instrumentelle Stressbewältigung zielt darauf ab, stressauslösende Bedingungen direkt zu verändern. Der kognitive Ansatz setzt dagegen an der Bewertung von Stressoren an.

Ergänzend dazu helfen palliative und regenerative Maßnahmen bei der Erholung von bereits entstandenen Belastungsfolgen. Die Kombination aller drei Strategien verspricht den besten Effekt.

Digitale Medien: Fluch und Segen

Ein Webinar Ende Juni 2026 widmet sich einem weiteren Stressfaktor: Prof. Dr. Julia Brailovskaia von der Ruhr-Universität Bochum warnt vor den Risiken suchtartiger Social-Media-Nutzung. Die Forschung zeigt klare Zusammenhänge.

Exzessive Nutzung digitaler Plattformen kann zu Schlafstörungen, erhöhten Stresswerten und sogar depressiven Symptomen führen. Ein bereits im Oktober 2025 veröffentlichter Kurzfilm dokumentiert die klinischen Fakten und persönlichen Auswirkungen von Depressionen.

Stressimpfung statt Vermeidung

Hirnforscher Volker Busch von der Uniklinik Regensburg plädiert für einen ungewöhnlichen Ansatz. Der Leiter der Stressambulanz spricht von einer „Stressimpfung". Seine These: Vollständige Stressvermeidung schadet der persönlichen Entwicklung.

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Besonders junge Führungskräfte seien oft von den Anforderungen überfordert. Sie müssten lernen, mit Druck umzugehen – statt ihn zu umgehen. Ein zentrales Element ist dabei das Selbstmitgefühl.

Eine Studie aus dem Jahr 2025 belegt: Eine mitfühlende Haltung sich selbst gegenüber kann die negativen Auswirkungen von Stress neutralisieren. Das gilt als Schlüsselfaktor für psychische Leistungsfähigkeit.

Wenn die Umwelt zusätzlich belastet

Nicht nur innere Faktoren treiben den Stresspegel hoch. Im Juni 2026 zeigen Berichte die Auswirkungen extremer Hitzewellen in Europa. Temperaturen über 40 Grad Celsius wurden in Teilen des Kontinents gemessen.

Experten nutzen den Universal Thermal Climate Index (UTCI), um die tatsächliche Belastung für den Körper zu bewerten. Die Hitzewelle ist für viele eine zusätzliche physische und psychische Herausforderung.

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Die Arbeitskultur verschärft das Problem zusätzlich. Umfragen zeigen: Sechs von zehn Arbeitnehmern bewältigen vor ihrem Urlaub ein erhöhtes Arbeitspensum. Im Schnitt kommen acht zusätzliche Arbeitsstunden zusammen.

Noch alarmierender: Zwei Drittel der Befragten bleiben auch während der Urlaubszeit für dienstliche Belange erreichbar. Fachleute betonen: Nur wer mental konsequent abschaltet, kann sich nachhaltig regenerieren.

de | wissenschaft | 69655908 |