Stress in Deutschland: Junge Erwachsene am stärksten belastet
18.06.2026 - 06:34:52 | boerse-global.de
Besonders junge Erwachsene sind betroffen.
Rund 20 Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden unter erhöhter Stressbelastung. Das geht aus einer neuen Auswertung des Panels „Gesundheit in Deutschland“ hervor, die das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch veröffentlichte. Die Datenbasis ist solide: 27.102 Teilnehmende zwischen 18 und 99 Jahren wurden befragt.
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Wer besonders stark betroffen ist
Die Stressbelastung verteilt sich ungleich. Frauen und Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 18 und 64 Jahren sind überdurchschnittlich betroffen. Den Spitzenwert liefert die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen – sie fühlt sich am stärksten belastet.
Auch der Bildungsgrad spielt eine entscheidende Rolle. Menschen mit niedrigem oder mittlerem Bildungsabschluss berichten häufiger von starkem Stress als Hochgebildete.
Ein überraschender Befund zeigt sich bei den Hochbetagten: Bei den 80- bis 99-Jährigen steigt die Belastung wieder an, nachdem die Werte in den mittleren Seniorenjahren gesunken waren.
Stressniveau steigt seit Jahren
Der Trend ist eindeutig: Seit 2014 nimmt die psychische Belastung in Deutschland kontinuierlich zu. Das belegen nicht nur die RKI-Daten, sondern auch unabhängige Erhebungen. Die Techniker Krankenkasse (TK) dokumentiert einen Anstieg des generellen Stressgefühls von 57 Prozent (2013) auf 66 Prozent (2025).
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Was gegen Stress hilft – und was nicht
Das RKI untersuchte auch die Bewältigungsstrategien der Deutschen. Die häufigsten Methoden: aktives Problemlösen, Beharrlichkeit und Flexibilität im Umgang mit Herausforderungen.
Die Wirksamkeit variiert stark:
- Positive Effekte: Wer proaktiv handelt, Probleme löst und flexibel bleibt, hat statistisch weniger Stress. Besonders bei jungen Erwachsenen zeigt sich proaktives Coping als wirksam.
- Negative Effekte: Verdrängung und Wunschdenken hingegen erhöhen das Stressniveau. Diese Strategien werden seltener angewandt, bringen aber keine nachhaltige Entlastung.
Wie die Daten erhoben werden
Das Panel „Gesundheit in Deutschland“ läuft seit Mai 2024 im Regelbetrieb. Von 167.000 zufällig ausgewählten Bürgern ab 16 Jahren haben sich rund 47.000 registriert. Die Teilnahmequoten liegen stabil zwischen 75 und 81 Prozent – das bedeutet pro Befragungswelle mehr als 35.000 verwertbare Interviews.
Das Institut nutzt das Panel nicht nur für die regelmäßige Stressberichterstattung, sondern auch für Ad-hoc-Studien – etwa zu Impfverhalten oder Infektionsausbrüchen. Für 2026 ist unter anderem eine Salmonellen-Studie geplant.
Ab August 2026 wird die Stichprobe aufgefrischt: 50.000 Bürger werden angeschrieben, Ziel ist die Gewinnung von 10.000 neuen Teilnehmenden.
