Stress, Alltag

Stress im Alltag: KKH-Umfrage zeigt bei 54 Prozent eine Zunahme

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 17:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine KKH-Erhebung zeigt verbreitete Stresssymptome; Grünräume, soziale Treffpunkte und Abendrituale bieten Ansätze für mehr Erholung.

Stress im Alltag: Umfrage zeigt Bedarf an Erholung und neuen Rückzugsorten
Ein ruhiger, leerer Stadtpark mit grünen Wiesen und Holzbänken unter Bäumen bei sanftem Sonnenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Zwischen beruflichen Verpflichtungen und ständiger Erreichbarkeit suchen viele Menschen nach Möglichkeiten zur Entlastung. Neue Rückzugsorte in städtischen Grünflächen, Angebote für soziale Begegnungen sowie strukturierte Routinen bieten Ansätze, um gezielt mentale Auszeiten in das tägliche Leben zu integrieren.

Hohes Stressniveau und fehlende Erholungsphasen

Dass der Bedarf an wirksamer Regeneration wächst, spiegeln Erhebungen im Gesundheitsbereich wider. Laut einer Umfrage der Krankenkasse KKH unter 1.050 gesetzlich und privat Versicherten ab 18 Jahren empfinden 54 Prozent der Befragten gegenwärtig mehr Stress als vor ein bis zwei Jahren.

Zudem berichteten 61 Prozent von Müdigkeit oder Schlafstörungen, während 57 Prozent Erschöpfung oder ein Gefühl des Ausgebranntseins beklagten. Mehr als ein Drittel der Befragten stellte gedrückte Stimmungen bis hin zu depressiven Verstimmungen fest.

Obwohl knapp 70 Prozent eine langfristige Gesundheitsvorsorge für wichtig erachten, finden in stressigen Zeiten lediglich 33 Prozent ausreichend Zeit dafür. Für 43 Prozent stellt das Fehlen von Erholungszeiten im Alltag eine spürbare Belastung dar.

Fachleute weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Erschöpfung kein eigenständiges Krankheitsbild ist, sondern ein Symptom, das sich oft nicht allein durch herkömmlichen Schlaf oder Urlaube beheben lässt. Eine Physiotherapeutin empfiehlt daher, individuelle Energiefresser zu analysieren und bewusst kurze Unterbrechungen einzulegen.

So könne bei innerer Unruhe das Ausschwingen der Arme oder bei mentaler Abgeschlagenheit ein sanftes Abklopfen des Körpers helfen. Bei anhaltender starker Erschöpfung nach nur geringer Belastung oder bei Hoffnungslosigkeit sei jedoch eine ärztliche Abklärung ratsam.

Parks und Plätze als Begegnungs- und Ruheräume

Kommunen und lokale Initiativen setzen verstärkt auf die Neugestaltung des öffentlichen Raums, um Bürgerinnen und Bürgern wohnortnahe Entlastung zu ermöglichen. Im September 2026 bilanzierte die Stadt Wien das einjährige Bestehen des Naschparks, bei dem ein vormaliger Parkplatz in eine 6.820 Quadratmeter große Grünoase umgewandelt wurde.

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Auf der Fläche, die teilweise mit nur 70 Zentimetern Überdeckung über dem Wienflussgewölbe und der U-Bahn liegt, wachsen rund 50.000 Pflanzen und 70 Bäume. An der Rechten Wienzeile kamen fünf über 20 Jahre alte Silberlinden sowie ein 200 Meter langer, rosa markierter Zwei-Richtungs-Radweg hinzu.

Wienweit wurden in den vergangenen Jahren über 340 Begrünungsprojekte umgesetzt, über 3.300 Bäume gepflanzt, mehr als 85.000 Quadratmeter Grünfläche realisiert und fast 2.000 Quadratmeter Wasserspiele eingerichtet.

Neben Grünflächen dienen auch soziale Begegnungsorte der mentalen Entlastung. Im Grazer Volksgarten betreibt das Friedensbüro der Stadt Graz seit dem Frühjahr 2026 einen Parkkiosk, um die Aufenthaltsqualität für Anwohner zu steigern.

Das Projekt, das wöchentlich auf 20 Arbeitsstunden von Beschäftigten und ehrenamtlichem Engagement beruht, bietet Programmpunkte wie Malen, Stricken oder Musizieren an.

Am 25. September 2026 besuchten rund 100 Menschen das dortige Sommerabschlussfest. In Niedersachsen richtete die Gemeinde Faßberg im September 2026 im Finkenweg eine Plauderbank ein, um Gelegenheiten für spontane Gespräche im Wohnumfeld zu schaffen.

Feste Abendroutinen und Reduktion digitaler Reize

Auch im häuslichen Umfeld lassen sich gezielte Vorkehrungen treffen, um das Nervensystem zu beruhigen. Aus Ratgeberkreisen und Podcasts wird etwa eine feste 15-minütige Routine vor dem Zubettgehen bei einer empfohlenen Raumtemperatur von 16 bis 18 Grad Celsius nahegelegt. Dabei werden zunächst Bildschirme abgeschaltet und das Licht gedimmt, bevor in den Folgeminuten offene Aufgaben und Sorgen sowie drei positive Tagesmomente schriftlich festgehalten werden.

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Den Abschluss bildet ein gleichbleibendes Ritual wie Lesen oder die 4-7-8-Atemtechnik, bei der vier Sekunden lang eingeatmet, der Atem sieben Sekunden gehalten und acht Sekunden lang ausgeatmet wird.

Um digitale Unterbrechungen tagsüber oder am Abend zu minimieren, empfehlen Medienexperten technische Hilfsmittel. So unterbindet das Aktivieren des Flugmodus am Smartphone drahtlose Funkverbindungen wie WLAN, Bluetooth und Mobilfunk. Das verhindert automatische Mitteilungen und verringert Ablenkungen, während sich das Gerät abseits digitaler Benachrichtigungen oft auch schneller aufladen lässt.

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