Stress, Gedächtnisbildung

Stress blockiert Gedächtnisbildung: Studie zeigt Hippocampus-Fehlfunktion

28.05.2026 - 10:07:00 | boerse-global.de

Akuter Stress stört die Gedächtnisintegration. Studien belegen: Achtsamkeitstraining und Smartphone-Pausen verbessern kognitive Leistung und Wohlbefinden.

Stress blockiert Gedächtnisbildung: Studie zeigt Hippocampus-Fehlfunktion - Foto: über boerse-global.de
Stress blockiert Gedächtnisbildung: Studie zeigt Hippocampus-Fehlfunktion - Foto: über boerse-global.de

Neue Studien liefern konkrete Ansätze.

Stress legt die Gedächtnisintegration lahm

Eine Studie der Universitäten Hamburg und Texas belegt: Akuter Stress beeinträchtigt die sogenannte Gedächtnisintegration massiv. Die in „Science Advances“ veröffentlichte Untersuchung mit 121 Teilnehmern zeigt, dass gestresste Probanden neue Informationen schlechter mit vorhandenen Erinnerungen verknüpfen können.

Mithilfe von funktioneller Magnetresonanztomografie wiesen die Forscher nach: Unter Stresseinfluss ist die Reaktivierung des Hippocampus vermindert. Die Fähigkeit, Einzelerinnerungen abzuspeichern, blieb zwar erhalten. Doch die für komplexes Lernen entscheidende Integration in bestehende Wissensstrukturen war gestört – besonders bei positiv bewerteten Informationen.

Achtsamkeit verändert das Gehirn nachweislich

Als wirksames Mittel gegen diese Stressfolgen gilt die Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR). Das 1979 entwickelte achtwöchige Programm führt zu messbaren strukturellen Veränderungen im Gehirn. Die Dichte der grauen Substanz in der Amygdala nimmt ab – was die Stressreaktivität senkt.

Gleichzeitig wachsen Dichte und Dicke des präfrontalen Kortex und des Hippocampus. Diese Areale steuern Emotionsregulation und Gedächtnis. Auch die Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie (MBCT) nutzt diese Effekte: Sie hilft, vom „Macher-Modus“ in den „Seins-Modus“ zu wechseln und mentale Rückfälle in depressive Grübelmuster zu verhindern.

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Weniger Smartphone, bessere Laune

Ein weiterer Faktor für kognitive Leistungsfähigkeit: der Umgang mit digitaler Technik. Ein großangelegtes Experiment mit rund 72.000 Jugendlichen aus mehreren europäischen Ländern unterstreicht die Vorteile eines zeitweiligen Smartphone-Verzichts. Nach drei Wochen Abstinenz berichteten die Teilnehmer von besserem Schlaf und weniger depressiven Symptomen.

Die ständige Präsenz von Mobilgeräten mindert die kognitive Leistung. In einer Umfrage unter 2.000 Personen in Deutschland gaben 81 Prozent an, mindestens einmal pro Stunde auf ihr Gerät zu schauen. Über die Hälfte wünschte sich mehr Offline-Zeit.

Drei überraschende Methoden fürs Gehirn

Neben Meditation und digitaler Abstinenz rücken weitere Ansätze in den Fokus:

Lyrik als Mentaltraining: Das Lesen von Gedichten aktiviert simultan Sprachregionen, emotionale Netzwerke und das autobiografische Gedächtnis. Zäsuren in Versen wirken als kognitive Stoppsignale, die die Aufmerksamkeit schärfen.

Kognitive Spiele senken Demenzrisiko: Eine Langzeitstudie mit rund 3.000 Teilnehmern untersuchte die Wirkung des Computerspiels „Doppelentscheidung“. Das Training der Verarbeitungsgeschwindigkeit senkte das Demenzrisiko um 25 Prozent.

Bewegung pusht neuronale Wellen: Bereits 20 Minuten auf dem Fahrradergometer lösen hochfrequente neuronale Wellen aus. Diese verbessern die Kommunikation zwischen Hippocampus und Großhirnrinde.

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Um das Demenzrisiko aktiv zu senken und die mentale Fitness dauerhaft zu erhalten, empfehlen Experten ergänzend zu kognitiven Spielen gezielte Übungen für den Alltag. Kostenlosen Ratgeber für effektives Gehirntraining hier herunterladen

Was der Alltag daraus machen kann

Der Trend zur Achtsamkeit spiegelt sich auch in der Populärkultur. Heute startet die zweite Staffel einer bekannten Serie, die Achtsamkeit in einem stressigen Alltag thematisiert. Ende Mai finden zudem spezialisierte Workshops statt – etwa in München, die Gehirnwissen mit koordinativen Übungen wie Jonglieren verknüpfen.

Experten betonen jedoch: Gehirntraining allein ist kein Allheilmittel. Es wirkt nur in Kombination mit einem gesunden Lebensstil und stabilen sozialen Netzwerken.

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