Stoffwechselkrankheiten, Medikamente

Stoffwechselkrankheiten: Neue Medikamente senken Gewicht um 28 Prozent

29.05.2026 - 07:48:14 | boerse-global.de

PCOS wird zu PMOS umbenannt, neue Abnehm-Medikamente zeigen Rekordergebnisse. Bayer erhält China-Zulassung für Herzinsuffizienz-Mittel.

Stoffwechselkrankheiten: Neue Medikamente senken Gewicht um 28 Prozent - Foto: über boerse-global.de
Stoffwechselkrankheiten: Neue Medikamente senken Gewicht um 28 Prozent - Foto: über boerse-global.de

Gleich mehrere bahnbrechende Entwicklungen – von neuen Medikamenten über veränderte Diagnosekriterien bis hin zu überraschenden Lebensstil-Erkenntnissen – zeichnen sich ab. Experten sprechen von einer Zeitenwende, die Millionen Patienten in Deutschland und weltweit betrifft.

Aus PCOS wird PMOS: Ein neuer Name für eine Volkskrankheit

Ein internationales Expertengremium hat das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) offiziell umbenannt. Seit Mai 2026 heißt die Erkrankung, von der weltweit rund 170 Millionen Frauen betroffen sind, Polyzystisches Metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS). Die im Fachblatt The Lancet veröffentlichte Entscheidung unterstreicht den systemischen Stoffwechselcharakter der Erkrankung – ein längst überfälliger Schritt, wie viele Fachleute meinen.

Anzeige

Während neue Medikamente den Markt revolutionieren, rückt die natürliche Regulierung des Stoffwechsels und des Blutzuckerspiegels immer stärker in den Fokus. Wie Sie Ihre Werte durch gezielte Bewegung effektiv unterstützen können, erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book. 7 einfache 3-Minuten-Übungen mit Sofortwirkung jetzt kostenlos herunterladen

Auch die Behandlung von Unfruchtbarkeit im Zusammenhang mit PMOS hat sich grundlegend geändert. Seit Januar 2026 gilt Letrozol als neuer Therapiestandard. Eine Metaanalyse mit über 4.200 Frauen bestätigte die Wirksamkeit des Wirkstoffs.

Abnehm-Wunder: Neue Wirkstoffe auf dem Vormarsch

Die Pharmaindustrie liefert sich ein Wettrennen um die wirksamsten Präparate gegen Adipositas. Die Daten aus der ersten Jahreshälfte 2026 sprechen eine deutliche Sprache:

Eli Lillys Triple-Agonist Retatrutide sorgt für Aufsehen. In der TRIUMPH-1-Studie erreichten die Probanden einen Gewichtsverlust von 28,3 Prozent über 80 Wochen. Einige Einzelbeobachtungen deuten sogar auf Werte von nahezu 30 Prozent hin. Allerdings steht eine spezifische Nebenwirkung noch unter genauer Beobachtung.

Novo Nordisk zieht nach: Eine 7,2 mg Semaglutid-Pen-Variante soll nach einer positiven Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur (CHMP) voraussichtlich im dritten Quartal 2026 auf den europäischen Markt kommen. Die STEP-UP-Studie belegte eine Gewichtsreduktion von 20,7 Prozent über 72 Wochen.

Orale Hoffnungsträger: Pillen gegen Übergewicht

Besonders vielversprechend sind die Fortschritte bei oralen Medikamenten:

  • Orales Semaglutid (Wegovy): Auch hier gab es eine positive CHMP-Empfehlung. Eine Phase-3-Studie mit 307 Teilnehmern zeigte einen Gewichtsverlust von 13,61 Prozent – gegenüber 2,18 Prozent in der Placebogruppe. Bei hoher Therapietreue waren es sogar 16,6 Prozent. In den USA ist das Medikament seit Anfang 2026 für umgerechnet rund 135 Euro pro Monat erhältlich. Der Marktstart außerhalb der USA wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.

  • Orforglipron: Eli Lilly soll bis Ende 2026 die Zulassung für diesen täglichen oralen Wirkstoff beantragen. Über 72 Wochen zeigte sich ein maximaler Gewichtsverlust von 9,6 Prozent – das entspricht etwa zehn Kilogramm – bei Patienten mit Adipositas und Typ-2-Diabetes. Allerdings brachen rund zehn Prozent der Teilnehmer die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen ab.

Mehr als Gewichtsverlust: Die Herz-Kreislauf-Revolution

Die Wirkung der GLP-1-Rezeptoragonisten geht weit über die Gewichtsabnahme hinaus. Eine 2025 in Nature Medicine veröffentlichte Studie von Krüger und Kollegen belegte, dass diese Medikamente das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und vorzeitigen Tod signifikant senken. Die positiven Effekte beruhen demnach sowohl auf dem Gewichtsverlust als auch auf direkten entzündungshemmenden Wirkungen an den Blutgefäßen.

Anzeige

Der Zusammenhang zwischen Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-Gesundheit ist unumstritten, doch viele Betroffene leiden unter den Nebenwirkungen klassischer Medikamente. Dieser Gratis-Report zeigt Ihnen 8 wissenschaftlich fundierte Wege auf, wie Sie Ihr Herz-Kreislauf-System auf ganz natürlichem Weg entlasten können. 8 natürliche Maßnahmen zur Blutdrucksenkung hier gratis sichern

Doch was passiert nach dem Absetzen der Therapie? Das gefürchtete Wieder-zunehmen bleibt ein Problem. Daten der Digestive Disease Week 2026 zeigen einen möglichen Ausweg: Die duodenale Mukosaresektion – ein endoskopischer Eingriff zur Ablation der Darmschleimhaut – könnte helfen, das Gewicht zu stabilisieren.

Bayer erhält Zulassung in China für Herzinsuffizienz-Medikament

Ein wichtiger Meilenstein für Bayer: Am 22. Mai 2026 erteilte die chinesische Gesundheitsbehörde die Zulassung für Kerendia (Finerenon). Das Medikament ist nun zur Behandlung der Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) zugelassen – und zwar für Patienten mit einer Ejektionsfraktion von 40 Prozent oder mehr. Ein bedeutender Schritt, denn HFpEF gilt als besonders schwer zu behandelnde Form der Herzmuskelschwäche.

Diabetes-Kongress in Berlin: Lebensstil schlägt Genetik

Der 60. Deutsche Diabetes Kongress in Berlin brachte überraschende Erkenntnisse ans Licht. Eine Studie mit 332.000 Teilnehmern zeigt: Ein ungesunder Lebensstil erhöht das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, um das Siebenfache. Genetische Faktoren steigern das Risiko hingegen „nur“ um das 2,6-Fache. Die Botschaft der Forscher: Prävention lohnt sich – und zwar unabhängig von der familiären Vorbelastung.

Weitere Daten aus der UK Biobank mit 17.000 Probanden belegen: 560 bis 610 Minuten Bewegung pro Woche – das sind etwa eineinhalb Stunden täglich – senken das Herz-Kreislauf-Risiko um mehr als 30 Prozent.

Die PLIS-Studie lieferte zudem geschlechterspezifische Erkenntnisse: Die Mechanismen, die bei Männern und Frauen zu einer Remission von Prädiabetes durch Gewichtsverlust führen, unterscheiden sich grundlegend. Eine wichtige Erkenntnis für künftige personalisierte Therapieansätze.

Deutschland: Dramatische Unterversorgung

Der Kongress machte auch ein deutsches Problem deutlich: Rund 20 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind von Adipositas betroffen, 9,3 Millionen Menschen leben mit Diabetes. Dennoch erhalten aktuell weniger als zwei Prozent der eigentlich infrage kommenden Patienten eine medikamentöse Gewichtsverlust-Therapie. Eine alarmierende Diskrepanz zwischen medizinischen Möglichkeiten und Versorgungsrealität.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69439137 |