SteamOS 3.8: AMD Radeon GPUs jetzt offiziell unterstützt
25.06.2026 - 03:33:44 | boerse-global.de
Gleich mehrere Distributionen haben in dieser Woche Meilensteine erreicht – von neuen Init-Systemen über erweiterte Hardware-Unterstützung bis hin zu kritischen Sicherheitsupdates.
KaOS vollzieht historischen Systemwechsel
Am 24. Juni 2026 veröffentlichte KaOS Linux die Version 2026.06 – die erste stabile ISO, die auf Dinit als Standard-Init-System setzt. Damit endet eine dreijährige Übergangsphase, in der das Projekt nach einer Alternative zu systemd suchte.
Der neue Start-Stack kombiniert Dinit 0.22.0 mit Turnstile 0.1.11 und Seatd 0.9.3. Ein minimaler systemd-Fußabdruck bleibt nur für udev und tmpfiles erhalten. Doch der Umbruch geht weiter: KaOS hat sich von seinem langjährigen Desktop-Standard KDE Plasma verabschiedet und setzt nun auf eine Umgebung aus dem Niri-Compositor und Noctalia. Angetrieben wird das System von Linux-Kernel 7.0.13, Mesa 26.1.3 und GCC 15.2.1.
Allerdings sind einige Funktionen wie RAID-Unterstützung und XFS für BIOS-basierte Systeme in dieser ersten Dinit-Version noch nicht verfügbar.
postmarketOS und Alpine: Neue Ära für Mobilgeräte
Am 21. Juni erschien postmarketOS 26.06 mit dem Codenamen "Alpen Avocado". Die auf Alpine Linux 3.24 basierende Distribution bringt GNOME 50 und KDE Plasma Mobile 6.6.5 auf mobile Hardware. Insgesamt 254 Geräte werden in verschiedenen Teststadien unterstützt, darunter das Fairphone 4, Pixel 3A und PinePhone.
Nur drei Tage später folgte Alpine Linux 3.24 – eine Version, die mit der COSMIC-Desktop-Umgebung von System76 aufwartet. Die Wayland-basierte Oberfläche gesellt sich zu GNOME 50 und Xfce. Alpine 3.24 nutzt den Linux 6.18 LTS-Kernel und bringt einen aktualisierten Installer mit verbesserter IPv6-Unterstützung sowie den Limine-Bootloader. Ein schneller Punkt-Release 3.24.1 schloss bereits Sicherheitslücken in OpenSSL.
Während Profi-Distributionen wie Alpine neue Maßstäbe setzen, suchen viele Privatanwender nach einem einfachen Weg, die Vorteile von Ubuntu risikofrei zu testen. Dieses kostenlose Startpaket zeigt Ihnen, wie Sie Linux parallel zu Windows installieren – für mehr Tempo und Stabilität ohne Datenverlust. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken
Canonical und Valve: Live-Patching für ARM64 und neue SteamOS-Version
Canonical gab am 23. Juni bekannt, dass der Livepatch-Dienst nun die ARM64-Architektur (AArch64) auf Ubuntu 26.04 LTS und Ubuntu Core 26 unterstützt. Administratoren können damit kritische Kernel-Sicherheitspatches einspielen, ohne einen Neustart durchführen zu müssen – ein entscheidender Vorteil für Unternehmen, die die EU-Cyber-Resilience-Act-Anforderungen erfüllen müssen. Die Umsetzung erforderte laut Canonical die Lösung langjähriger technischer Hürden bei Stack-Traces und Toolchain-Unterstützung.
Auch im Gaming-Bereich gibt es Neuigkeiten: Valve aktualisierte das SteamOS-Installationsabbild auf Version 3.8. Der große Wurf: Offizielle Unterstützung für AMD-discrete Radeon-GPUs. Nutzer können nun eigene Steam Machines mit handelsüblichen Desktop-Komponenten bauen. Die Kompatibilität mit Geräten wie dem ASUS ROG Ally und Lenovo Legion Go S wurde verbessert – Intel- und NVIDIA-Hardware bleiben vorerst außen vor.
Kritische Sicherheitslücken: Kernel-Updates und AUR-Angriff
Die Sicherheitslage in der Linux-Welt bleibt angespannt. In der Woche ab dem 23. Juni wurden acht stabile Kernel-Updates veröffentlicht, darunter die Versionen 7.1.1 und 7.0.13. Sie schließen zwei kritische Local-Privilege-Escalation-Lücken: CVE-2026-43503 (genannt "Dirty Frag") und CVE-2026-46323.
Angesichts komplexer Kernel-Updates und neuer Sicherheitsrisiken fragen sich viele Anwender, wie sie den Umstieg auf ein sicheres System am besten meistern. Linux-Experte Kaner Etem erklärt in seinem kostenlosen PDF-Report Schritt für Schritt, wie Sie Linux ohne Risiko direkt vom USB-Stick starten. Linux einfach testen – ohne Installation und ohne Risiko
OpenSUSE reagierte umgehend mit Live-Patch-Updates für SUSE Linux Enterprise 15 SP6 und openSUSE Leap 15.6. Parallel dazu sorgte ein Supply-Chain-Angriff auf das Arch User Repository (AUR) für Aufsehen: Über 400 Pakete enthielten Schadsoftware – ein alarmierender Hinweis auf die Verwundbarkeit community-betriebener Software-Repositorien.
