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Statine bei Älteren: Studie zeigt 30 Prozent weniger schwere Herzereignisse

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 13:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Studie mit 9.971 älteren Erwachsenen fand weniger schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse, aber keinen signifikanten Unterschied bei der Gesamtsterblichkeit.
Ein Nahaufnahme-Foto eines gesunden grünen Blattes mit gut sichtbarer Aderstruktur als Symbol für Gefäßgesundheit. Illustration mit AI erstellt.

Die medikamentöse Primärprävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Personen im fortgeschrittenen Lebensalter wirft in der klinischen Praxis wiederholt Fragen auf.

Eine Untersuchung der australischen Monash University unter der Leitung von Professorin Sophia Zoungas liefert differenzierte Daten zur Wirkung einer Statingabe bei älteren Personen ohne kardiovaskuläre Vorerkrankungen, Diabetes oder Demenz. Die doppelblinde, randomisierte und placebokontrollierte Forschungsarbeit erschien im New England Journal of Medicine.

Signifikante Reduktion akuter Herz-Kreislauf-Zwischenfälle

An der Untersuchung nahmen 9.971 selbstständig lebende Personen mit einem Durchschnittsalter von 74,7 Jahren teil. Untersucht wurde die tägliche Verabreichung von 40 mg Atorvastatin im Vergleich zu einem Placebo über einen Beobachtungszeitraum von knapp sechs Jahren.

Wie aus Fachberichten hervorgeht, reduzierte sich das Risiko eines ersten schweren kardiovaskulären Ereignisses unter der Gabe des Lipidsenkers um 30 Prozent.

Konkret traten akute Herz-Kreislauf-Zwischenfälle in der Statingruppe mit einer Rate von 10,9 pro 1.000 Personenjahre auf, während der Vergleichswert unter Placebo bei 15,5 pro 1.000 Personenjahre lag. Am Ende des Studienzeitraums lag der Wert des LDL-Cholesterins in der Verumgruppe um 31 mg/dl niedriger als in der Kontrollgruppe.

Hinsichtlich der Gesamtsterblichkeit sowie neu auftretender Behinderungen verzeichneten die Forschenden keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen beiden Studienarmen. Zudem traten Nebenwirkungen in beiden Gruppen in ähnlicher Häufigkeit auf, was auf eine vergleichbare Verträglichkeit hinweist.

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Globale Relevanz und Gefäßveränderungen

Kardiovaskuläre Erkrankungen bleiben eine erhebliche Belastung für weltweite Gesundheitssysteme. Nach Angaben einer Pressemitteilung der Monash University waren im Jahr 2025 weltweit rund 600 Millionen Erwachsene von kardiovaskulären Erkrankungen betroffen.

Bis zum Jahr 2050 wird ein Anstieg auf über eine Milliarde prognostiziert. Allein in Australien ereignen sich demnach jährlich etwa 21.000 schwere kardiovaskuläre Zwischenfälle bei älteren Erwachsenen.

Ergänzende wissenschaftliche Erkenntnisse untermauern die Zusammenhänge zwischen Lipidsenkung und Gefäßgesundheit. Die Senkung des LDL-Cholesterins gilt in der Kardiologie als direkt, proportional und linear mit einem Rückgang kardiovaskulärer Ereignisse verbunden, ohne dass ein Schwelleneffekt vorliegt.

Zudem zeigte die Post-hoc-Analyse CAUGHT-CAD im Fachjournal JACC: Cardiovascular Imaging bei asymptomatischen Teilnehmern mit mittlerem Risiko, dass eine Statintherapie mit einer Plaque-Passivierung assoziiert war.

Dort führte die Gabe zwar nicht zu einer Veränderung des gesamten Calciumvolumens, war jedoch mit einer Progression von dichterem Calcium sowie einer Regression nicht-kalzifizierter Plaques verbunden.

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Herausforderungen bei der Umsetzung empfohlener Zielwerte

Trotz der belegten Effekte weisen Beobachtungen auf Hürden in der Versorgung hin. Bei Koronarpatienten erreicht oft nur etwa ein Viertel der Betroffenen die in medizinischen Leitlinien empfohlenen LDL-Ziele. Zudem liegt die Therapietreue je nach Untersuchung und Region bei rund 60 Prozent.

Fachleute verweisen in diesem Zusammenhang auf therapeutische Trägheit auf Ebene von Patienten, Ärzten und Gesundheitssystemen, weshalb strukturierte Aufklärung und eine enge therapeutische Allianz als zentral für die Prävention eingestuft werden.

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