Stammzellen, Sehprobleme

Stammzellen gegen Sehprobleme: Neue Therapie bei Kinderarthritis

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 22:01 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Digitale Tools, Stammzelltherapie und ein neues Digitalgesetz prägen 2026 die Rheumatologie. Der Lebensstil rückt in den Fokus.

Rheuma-Digitalisierung 2026: Neue Apps, Stammzellen und Gesetze
Junge Hände halten ein Tablet mit einem medizinischen Fragebogen, im Hintergrund eine verschwommene Arztpraxis. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Wissenschaftlich fundierte Online-Anwendungen und aktuelle klinische Studien verbessern Früherkennung und Behandlung chronisch-entzündlicher Erkrankungen.

Online-Fragebogen hilft bei Ersteinschätzung

Ein zentrales neues Tool heißt „Rheumatic?“. Der kostenlose Fragebogen wurde speziell für Menschen mit Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung entwickelt. Er erfasst Symptome strukturiert und gibt eine erste Einschätzung.

Entwickelt hat das Instrument PD Dr. Harriet Morf am Uniklinikum Erlangen. Es ist Teil des EU-Projekts SPIDeRR, an dem auch die Universität Leiden beteiligt ist. Die Ergebnisse lassen sich ausdrucken – als Grundlage für das Gespräch in der Arztpraxis. Um die Genauigkeit weiter zu verbessern, werden derzeit Teilnehmer für begleitende Studien gesucht.

EULAR-Richtlinien: Apps und Wearables wirken

Internationale Empfehlungen untermauern den Nutzen digitaler Lösungen. Die aktualisierten EULAR-Richtlinien vom Juli 2026 berücksichtigen erstmals Ergebnisse der deutschen MeRLiN-Studie. Sie ist die einzige europäische Studie in diesem Bereich, die in die Empfehlungen eingeflossen ist.

Die Daten belegen: Gesundheits-Apps und Wearables unterstützen Patienten im Alltag. Sie überwachen kontinuierlich Aktivitätsparameter und dokumentieren Krankheitsschübe.

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Stammzellen gegen Sehprobleme bei Kindern

In der Kinderrheumatologie forschen Mediziner verstärkt an Langzeitfolgen. Rund zehn Prozent der Kinder mit juveniler Arthritis leiden an Sehproblemen – besonders durch das Sicca-Syndrom. Eine Leipziger Studie mit über 400 Teilnehmern untersuchte jetzt den Einsatz von Stammzellen (MSC) aus Nabelschnurgewebe.

Die Ergebnisse sind vielversprechend: Die Therapie verbessert die Tränenproduktion messbar und senkt Entzündungsmarker.

Lebensstil entscheidet mit

Die im Mai veröffentlichte DEPAR-Studie mit 938 Teilnehmern liefert klare Erkenntnisse zum Einfluss des Lebensstils. Adipositas und Rauchen verschlechtern den Krankheitsverlauf bei rheumatischen Erkrankungen erheblich.

Prävention: Krafttraining senkt Demenzrisiko

Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums zeigen: 40 bis 60 Minuten Krafttraining pro Woche senken das Demenzrisiko um bis zu 45 Prozent. Für Rheuma-Patienten ist das besonders relevant.

Zudem steht für August die Markteinführung einer Semaglutid-Tablette in Deutschland an. Sie unterstützt die Gewichtsreduktion und könnte so die Gelenkbelastung verringern.

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GeDIG: Kabinett beschließt Digitalgesetz

Die Politik treibt die rechtlichen Rahmenbedingungen voran. Das Kabinett beschloss im Juli das Gesetz zur Digitalisierung im Gesundheitswesen (GeDIG). Es sieht vor:

  • Ausbau der elektronischen Patientenakte (ePA) mit Volltextsuche ab 2027
  • Digitale Impfübersicht bis Mitte 2027
  • Ausweitung des E-Rezepts auf Heilmittel
  • Jährliche Entlastung des Systems um rund 445 Millionen Euro

Kritik kommt von der Bundesärztekammer. Sie bemängelt den erweiterten Datenzugriff der Krankenkassen. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kündigte Mitte Juli an: Krankschreibungen per reinem Online-Fragebogen ohne Arztkontakt sollen unterbunden werden. Die telefonische Krankschreibung wird abgeschafft, die Video-Sprechstunde bleibt aber erlaubt.

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