Medikamentenfälschungen: Gefälschte Xanax enthielten hochpotente Opioide
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 22:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat in diesem Jahr mehrere Sicherheitswarnungen zu gängigen Präparaten veröffentlicht. Die sogenannten Rote-Hand-Briefe informieren Ärzte und Apotheker über neu entdeckte Risiken, Medikationsfehler und Qualitätsmängel.
Verwechslungsgefahr bei Blutdruckmittel
Mitte Juli warnte die Firma Aguettant Deutschland vor möglichen Anwendungsfehlern bei Mykronor (Norepinephrin). Das Präparat wird klinisch zur Blutdrucksteigerung eingesetzt. Verwechslungen bei der Konzentration oder Dosierung können kritische Folgen haben.
Bereits im Juni standen physikalische Verunreinigungen im Fokus: PTFE-Partikel im Medikament Evrysdi sorgten für eine Sicherheitswarnung. Ähnliche Probleme gab es Ende März bei den Kontrastmitteln Accupaque und Visipaque sowie Mitte März beim Antiepileptikum Phenhydan.
Leberschäden und Überdosierungen bei Kindern
Im Mai warnte das BfArM vor Leberschäden durch das Antiepileptikum Ontozry. Patienten unterliegen seither einer verstärkten Überwachung der Leberwerte. Ebenfalls im Mai gab es eine Mitteilung zur Wirksamkeit des Virostatikums Tecovirimat bei Mpox-Infektionen.
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Anfang Mai stand die pädiatrische Versorgung im Fokus: Bei Kindern, die mit Fosphenytoin behandelt werden, besteht ein erhöhtes Risiko für Überdosierungen. Ende März wurde zudem das kardiovaskuläre Risiko des Kombinationspräparats Mysimba erneut bewertet.
Lieferengpässe und Kennzeichnungsmängel
Neben klinischen Risiken beschäftigen logistische Probleme die Behörden. Im Februar führte ein Nadelmangel beim Gerinnungshemmer Arixtra zu Versorgungsengpässen. Kennzeichnungsmängel beim Hormonpräparat Famenita lösten im Mai eine weitere Warnung aus.
Mitte Juli dokumentierte das BfArM anhaltende Lieferengpässe bei versorgungsrelevanten Wirkstoffen. Betroffen sind unter anderem das Zytostatikum Ifosfamid, Depotpenicilline, Acetylsalicylsäure sowie das Asthma-Medikament Salbutamol.
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Gefährliche Fälschungen im Online-Handel
Abseits der regulären Überwachung warnen Experten vor gefälschten Medikamenten aus dem Internet. Eine im April sichergestellte gefälschte Xanax-Tablette enthielt anstelle des Wirkstoffs Alprazolam hochpotente Opioide wie Oxycodon und Metonitazen. Solche Fälschungen bergen ein massives Risiko für lebensbedrohliche Überdosierungen.
Auch bei zugelassenen Therapien werden neue Risiken bekannt: Unter der Behandlung mit GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid kann es zur Bildung von Magenbezoaren kommen – festen Rückständen im Magen. Mediziner betonen die Bedeutung einer lebenslangen Einnahme und weisen auf Unterschiede zwischen oralen und injizierbaren Darreichungsformen hin.
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