Sporternährung, Markt

Sporternährung: Markt wächst auf 27,5 Milliarden Dollar

10.06.2026 - 10:52:02 | boerse-global.de

Der globale Markt für Nahrungsergänzung wächst auf 27,5 Milliarden Dollar. Proteine treiben die Nachfrage, während der Apothekenverkauf schrumpft.

Sporternährungsmarkt 2026: Protein-Boom und neue Vertriebswege
Sporternährung - Nahaufnahme verschiedener Nahrungsergänzungsmittel wie Vitaminflaschen, Mineralstoffkapseln und Proteinpulver, sauber arrangiert. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Für 2026 prognostizieren Analysten ein globales Volumen von 27,5 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: 2018 lag der Wert noch bei 18,9 Milliarden Dollar. In Deutschland rücken dabei vor allem Vitamine und Mineralstoffe in den Fokus.

Deutsches Frühjahrsgeschäft überrascht positiv

Die deutsche Ernährungsindustrie blickt auf ein starkes Frühjahr zurück. Die preisbereinigten Umsätze stiegen im März 2026 um 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der nominale Gesamtumsatz erreichte 20,7 Milliarden Euro. Besonders das Auslandsgeschäft zog mit einem Plus von 5,9 Prozent kräftig an.

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Das Verbraucherverhalten wandelt sich. Eine aktuelle Untersuchung zeigt: Die Nachfrage nach Vitaminen und Mineralstoffen bleibt stabil, doch der Apothekenvertrieb gerät unter Druck. Anfang 2026 gab es in Deutschland nur noch rund 16.600 Apotheken – ein deutlicher Rückgang. Branchenexperten rechnen mit einem weiteren jährlichen Minus von fünf Prozent.

Proteine als Wachstumsmotor

Im Segment der Protein-Supplemente tut sich einiges. Die USA setzten 2025 mit Proteinprodukten rund 12 Milliarden Dollar um – ein Plus von 12,4 Prozent. Proteinpulver machten mit 5,2 Milliarden Dollar den Löwenanteil aus.

Interessant: Die steigende Popularität von GLP-1-Medikamenten treibt die Nachfrage nach hochwertigen Proteinquellen zusätzlich an. Protein gilt mittlerweile als das umsatzstärkste funktionelle Ingrediens im Supplement-Sektor. Rund 40 Prozent der US-Haushalte kaufen regelmäßig Proteinpulver oder entsprechende Getränke.

Pflanzliche Alternativen legen zu – aber der Preis bremst

Auch pflanzliche Alternativprodukte entwickeln sich positiv. In Deutschland stiegen die Umsätze 2025 um 3,1 Prozent auf 1,71 Milliarden Euro. Milchalternativen legten mit plus 8,1 Prozent besonders stark zu. Fleischalternativen hingegen stagnierten – die Absatzmenge war sogar leicht rückläufig.

Ein Problem bleibt der Preis: Pflanzliche Milch war 2025 durchschnittlich zehn Prozent teurer als tierische Produkte. Das schreckt viele Verbraucher ab.

Einkaufsquellen verschieben sich

Die Hemmschwelle für den Kauf von Gesundheitsprodukten außerhalb der Apotheke sinkt. Bereits 24 Prozent der Verbraucher können sich vorstellen, rezeptpflichtige Medikamente bei Drogeriemärkten wie Müller zu kaufen. Bei großen Online-Versandhändlern liegt dieser Wert sogar bei 40 Prozent. Über 90 Prozent der Branchenbeteiligten rechnen daher mit weiteren Markteintritten neuer Akteure im Versandhandel.

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Rohstoffabhängigkeit: Europas Achillesferse

Trotz der positiven Nachfrage steht die Branche vor Herausforderungen. Die Abhängigkeit von globalen Preisentwicklungen bei Rohstoffen zeigt sich am Beispiel der Aminosäure-Fermentation. Der Preis für Lysin fiel seit 2024 um 30 Prozent, Tryptophan verbilligte sich sogar um 60 Prozent.

Um die europäische Souveränität zu sichern, stützte der französische Staat den Hersteller Eurolysine im Juni 2026 mit einer Kapitalerhöhung von 70 Millionen Euro. Der Hintergrund: China produziert rund 3 Millionen Tonnen Lysin – bei einem Eigenverbrauch von lediglich 300.000 Tonnen. Der Exportdruck ist enorm. Europäische Hersteller können da kaum mithalten.

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