Spondylarthrose, G-BA

Spondylarthrose: G-BA aktualisiert Rückenschmerz-Programm ab Juni

20.06.2026 - 08:02:42 | boerse-global.de

Der G-BA aktualisiert das Disease-Management-Programm bei chronischen Rückenschmerzen. Bewegungstherapie und Aufklärung stehen im Fokus.

Spondylarthrose: Neue DMP-Regeln für chronische Rückenschmerzen
Spondylarthrose - Nahaufnahme eines Wirbelsäulenmodells, das die Facettengelenke hervorhebt, mit verschwommenem Hintergrund einer älteren Person beim Sport. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders Menschen über 50 sind betroffen – und der demografische Wandel verschärft das Problem.

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Was ist Spondylarthrose?

Bei der Erkrankung verschleißen die kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) der Wirbelsäule. Betroffen sein können die Lendenwirbelsäule, die Halswirbelsäule oder mehrere Abschnitte gleichzeitig. Im fortgeschrittenen Stadium bilden sich knöcherne Ausläufer, die den Wirbelkanal verengen können.

Typisch sind dumpfe Schmerzen, die morgens als Anlaufschmerz auftreten. Später kommen Belastungs- und Ermüdungsschmerzen dazu, in schweren Fällen sogar Ruhe- und Nachtschmerzen.

Konservative Behandlung an erster Stelle

Ärzte setzen zunächst auf nicht-operative Maßnahmen. Ziel: Schmerzen lindern und Beweglichkeit erhalten. Die Kombination aus Bewegungstherapie, Physiotherapie, Medikamenten und ergonomischen Anpassungen steht im Fokus.

Empfohlen werden rückenschonende Sportarten wie Rückenschwimmen, Nordic Walking oder Radfahren. Physiotherapie stärkt die stützende Muskulatur. Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac helfen gegen die Schmerzen.

Reichen diese Maßnahmen nicht, kommen interventionelle Verfahren infrage: Facetteninfiltrationen, Denervierungen oder in schweren Fällen Versteifungsoperationen.

Ergänzend findet Akupunktur Anwendung. Die WHO erkennt sie zur Behandlung von Rückenschmerzen an. Eine Metaanalyse von 2018 belegte Vorteile dieser Methode.

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Neue Regeln für chronische Rückenschmerzen

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschloss am 18. Juni 2026 eine Aktualisierung des Disease-Management-Programms (DMP) „Chronischer Rückenschmerz".

Grundlage war eine Auswertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Es analysierte 425 Empfehlungen aus elf klinischen Leitlinien.

Ein Schwerpunkt: die Aufklärung der Patienten. Ziel ist es, ein Angst-Vermeidungs-Verhalten zu verhindern und körperliche Aktivität zu fördern. Das Programm richtet sich an Versicherte mit Kreuzschmerzen, die länger als zwölf Wochen anhalten.

Osteopathie und Homöopathie: Uneinigkeit in der Fachwelt

Der IGeL-Monitor bewertete Osteopathie bei unspezifischen Kreuzschmerzen erneut als „unklar". Zwar deuten Studien auf positive Effekte hin, Kritiker bemängeln jedoch die Qualität der Daten.

Parallel steht die Homöopathie in der gesetzlichen Krankenversicherung zur Disposition. Ein Gesetzentwurf des Gesundheitsministeriums sieht die Streichung vor. Mitte Juni 2026 forderten Vertreter aus Politik und Gesellschaft in einem offenen Brief den Erhalt der Kassenleistungen.

Hoher Kostendruck im Gesundheitswesen

Die Diskussionen finden vor dem Hintergrund steigender Kosten statt. Im ersten Quartal 2026 stiegen die GKV-Ausgaben um 7,6 Prozent, die Einnahmen nur um 4,1 Prozent. Für das Gesamtjahr wird eine Finanzierungslücke von rund 19 Milliarden Euro prognostiziert.

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