SpaceX: Elon Musk sichert 40 Milliarden Dollar für KI-Chips
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 02:25 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hat eine umfassende Fremdkapitalaufnahme für den Ausbau seiner Rechenkapazitäten im Bereich der künstlichen Intelligenz vereinbart. Wie Unternehmenschef Elon Musk am 25. Oktober 2026 auf der Plattform X mitteilte, schloss SpaceX eine Schuldenfinanzierung in Höhe von 40 Milliarden US-Dollar ab, die zweckgebunden für den Erwerb von Hochleistungs-Grafikprozessoren (GPUs) eingesetzt werden soll.
Die Summe entspricht umgerechnet rund 36 Milliarden Euro. Musk erklärte, der Zugang zu diesen Kreditmitteln sei vor allem durch das Investment-Grade-Rating von SpaceX sowie durch die laufenden Einnahmen aus dem Satelliteninternetdienst Starlink und dem Raketenstartgeschäft ermöglicht worden.
Bei den Papieren handele es sich überwiegend um vorzeitig rückzahlbare beziehungsweise kündbare Schuldtitel. Die Auslieferung der bestellten KI-Chips wird für das erste und zweite Quartal 2027 erwartet. Auf das laufende vierte Quartal 2026 habe die Transaktion laut Unternehmensangaben noch keinen wesentlichen finanziellen Einfluss.
Berichte über komplexe Finanzierungsstrukturen
Der Ankündigung waren mehrwöchige Verhandlungen am Kapitalmarkt vorausgegangen. Anfang Oktober 2026 hatte Reuters über Gespräche mit Banken und Vermögensverwaltern über ein Volumen von 40 Milliarden US-Dollar für den Kauf von Nvidia-KI-Chips berichtet.
Am 7. Oktober 2026 berichtete die Financial Times, dass SpaceX ein Finanzierungspaket unter Führung des Vermögensverwalters Apollo Global Management anstrebe, das sich aus rund 10 Milliarden US-Dollar an Bankkrediten sowie 30 Milliarden US-Dollar an Investment-Grade-Anleihen zusammensetze; zudem sei PIMCO als Interessent im Gespräch gewesen.
Bloomberg hatte über Pläne berichtet, die Transaktion über eine außerbilanzielle Zweckgesellschaft abzuwickeln, wobei Goldman Sachs Verhandlungen unter anderem mit Apollo geführt habe.
Wer sich mit dem technologischen Fortschritt befasst, sollte auch die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen, die seit 2024 für den Einsatz künstlicher Intelligenz gelten. Dieser kostenlose Praxisleitfaden bietet Unternehmen einen kompakten Überblick über alle neuen Anforderungen, Pflichten und Fristen des EU AI Acts. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Aus Branchenkreisen verlautete zuletzt allerdings, dass die Preisfindung für das Finanzierungspaket bis zuletzt Gegenstand von Verhandlungen gewesen sei. Berichten zufolge stand die außerbilanzielle Struktur vor dem Hintergrund von Marktbewegungen bei alternativen Cloud-Anbietern unter Druck, sodass Marktbeobachter zunächst unklar sahen, inwiefern alle Konditionen von den beteiligten Investoren bereits endgültig fixiert worden seien.
Hohe Investitionen und Warnung vor Konsolidierung
SpaceX befindet sich inmitten einer massiven Investitionsoffensive. Im dritten Quartal 2026, das am 30. September endete, erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 14,58 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 161 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Das KI-Geschäft steuerte im dritten Quartal 7,56 Milliarden US-Dollar bei, nach 813 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Gleichzeitig verdreifachten sich die Investitionsausgaben nahezu auf 19,6 Milliarden US-Dollar. Für das vierte Quartal stellte Finanzchef Bret Johnsen Kapitalausgaben in einer Größenordnung von 35 bis 40 Milliarden US-Dollar in Aussicht.
Angesichts der rasanten Entwicklung von KI-Systemen stellt sich für viele Verantwortliche die Frage, welche Technologien als Hochrisiko eingestuft werden und welche Dokumentationspflichten damit verbunden sind. Ein kostenloser Experten-Report klärt über die aktuellen Regeln der EU-KI-Verordnung auf und unterstützt bei der rechtssicheren Umsetzung im Unternehmen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act jetzt herunterladen
Parallel zu der Transaktion warnte Musk vor einer bevorstehenden Kreditklemme im Sektor für KI-Infrastruktur. Die Schuldenmärkte seien für Unternehmen, die über keine substanziellen Umsätze außerhalb reiner KI-Rechenzentren verfügen, mittlerweile nahezu verschlossen.
Musk prognostizierte, dass mehr als 200 sogenannten Neocloud-Unternehmen großflächige Ausfälle und eine Konsolidierungswelle bevorstünden, die nur wenige Anbieter überstehen dürften. Eine Übernahme solcher Dienstleister schloss er für SpaceX als zwecklos aus.
Zusätzlich zu den Zukäufen externer Prozessoren arbeitet SpaceX gemeinsam mit Tesla im Rahmen des Gemeinschaftsunternehmens Terafab in Austin an eigener Chip-Hardware. Erste Testchips aus diesem Vorhaben werden um Mai oder Juni 2027 erwartet, während die Massenproduktion für das dritte Quartal 2028 angestrebt wird.
Mehr zum Thema bei Handelsblatt: „Künstliche Intelligenz: SpaceX sichert sich 40 Milliarden für KI“
