Softdrinks, Studie

Softdrinks: Studie mit 70.000 Probanden zeigt Herz-Risiko

15.06.2026 - 20:11:45 | boerse-global.de

Die Bundesregierung bereitet eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke vor. Experten rechnen mit jährlichen Mehreinnahmen von rund 450 Millionen Euro.

Zuckersteuer auf Softdrinks: Ampel plant Abgabe ab 2028
Softdrinks - Ein Glas Sprudelwasser mit sich auflösendem Zuckerwürfel und ein Maßband um eine Limonadenflasche. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ziel ist das Jahr 2028. Prognosen zufolge könnte die Steuer jährlich rund 450 Millionen Euro einbringen.

Weltweit ist die Besteuerung von Zuckerprodukten längst Realität. Eine Studie der Tufts University im Fachmagazin Lancet Global Health zeigt: 64 Länder haben bereits eine Zuckersteuer eingeführt. Etwa 3,5 Milliarden Menschen sind betroffen. Die Steuersätze variieren stark – zwischen 1 und 34 Prozent.

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Spitzenreiter ist Südasien mit einer Abdeckung von 50 Prozent. Osteuropa bildet mit 17 Prozent das Schlusslicht. Die Maßnahmen zielen meist auf die Bekämpfung von Übergewicht und Diabetes ab.

Wie viel Zucker ist okay?

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt: Maximal zehn Prozent der täglichen Kalorien sollten aus freiem Zucker stammen. Das entspricht etwa 50 Gramm. Der britische NHS setzt die Grenze mit fünf Prozent (30 Gramm) noch niedriger an.

Besonders zuckerhaltige Getränke gelten als Risiko. Eine Studie der Lund-Universität aus dem Jahr 2024 mit 70.000 Probanden zeigt eine starke Korrelation zwischen Softdrink-Konsum und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Auch bei Kindersnacks schlagen Experten Alarm. 74 Prozent der Snacks für Babys haben einen hohen oder mittleren Zuckeranteil.

Süßstoffe unter der Lupe

Als Alternative zu Zucker kommen oft kalorienfreie Süßstoffe zum Einsatz. Doch deren langfristige Wirkung ist umstritten. Bereits 2023 riet die WHO davon ab, Süßstoffe gezielt zur Gewichtskontrolle zu nutzen.

Eine Studie des Weizmann Institute of Science aus dem Jahr 2022 im Fachmagazin Cell liefert konkrete Belege. 120 gesunde Erwachsene nahmen teil. Ergebnis: Saccharin und Sucralose veränderten das Darmmikrobiom signifikant und verschlechterten die Glukosetoleranz. Bei Aspartam und Stevia gab es ebenfalls Veränderungen der Darmflora, aber keine signifikante Beeinträchtigung. Stuhltransplantationen auf keimfreie Mäuse bestätigten die kausale Rolle des Mikrobioms.

Uneinigkeit in der Fachwelt

Die Bewertung von Süßstoffen spaltet die Experten. Stefan Kabisch von der Charité bezeichnet sie als das kleinere Übel im Vergleich zu Zucker. Sarah Forberger vom Leibniz-Institut warnt dagegen davor, Süßstoffe als Freifahrtschein für hohen Konsum verarbeiteter Produkte zu sehen.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft hält Süßstoffe bei Einhaltung der Höchstmengen für unbedenklich. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie warnt vor einem potenziell erhöhten Diabetesrisiko.

Einig sind sich die Fachleute bei Kindern: Hier raten sie zur Vorsicht. Süßstoffe könnten die Geschmacksprägung frühzeitig auf eine hohe Süßintensität konditionieren.

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