Social-Media-Sucht, Mädchen

Social-Media-Sucht: 10% der Mädchen zeigen Abhängigkeitssymptome

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 18:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Estland reagiert auf steigende Hinweise zur Social-Media-Abhängigkeit Jugendlicher und lässt Schutzmaßnahmen für digitale Plattformen ausarbeiten.

Estland setzt Expertengruppe gegen digitale Jugendrisiken ein
Ein unbenutztes, dunkles Smartphone auf einem hölzernen Schreibtisch bei natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Strategische Maßnahmen gegen die Risiken digitaler Mediennutzung

Die psychische Gesundheit junger Menschen steht zunehmend im Fokus staatlicher Regulierungsbemühungen. In Estland wurde dazu ein spezielles Beratungsgremium initiiert, das sich mit den negativen Folgen von sozialen Medien und Videospielen befasst.

Ministerpräsident Kristen Michal beauftragte eine Gruppe aus zehn Fachleuten damit, konkrete Vorschläge zu erarbeiten, um die psychische Integrität Jugendlicher im digitalen Raum besser zu schützen. Das Gremium soll Strategien entwickeln, die den potenziellen Suchtfaktoren und anderen gesundheitsschädlichen Auswirkungen moderner Medientechnologien entgegenwirken.

Die Berufung dieser Expertenkommission folgt auf eine wachsende Besorgnis über die digitale Abhängigkeit in der jüngeren Generation. Die Fachleute sollen dabei nicht nur die Mechanismen von sozialen Netzwerken untersuchen, sondern auch die Strukturen von Videospielen analysieren, die Einfluss auf das Wohlbefinden Minderjähriger haben könnten.

Datenlage zur Social-Media-Sucht bei Minderjährigen

Hintergrund der politischen Initiative sind statistische Erhebungen, die eine deutliche Tendenz aufzeigen. Untersuchungen aus dem Jahr 2022 belegen, dass acht Prozent der 11- bis 15-jährigen Jugendlichen in Estland Symptome einer Social-Media-Sucht aufwiesen. Dies stellt eine Steigerung gegenüber dem Jahr 2018 dar, in dem dieser Wert noch bei sechs Prozent lag.

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Die Daten verdeutlichen zudem geschlechtsspezifische Unterschiede in der Gefährdung: Während bei den Jungen sieben Prozent Anzeichen einer Abhängigkeit zeigten, waren es bei den Mädchen zehn Prozent.

Auch die reine Nutzungsintensität wird in den Erhebungen kritisch bewertet. Den vorliegenden Daten zufolge verbringen 63 Prozent der Mädchen in der Altersgruppe zwischen 11 und 15 Jahren täglich mindestens zwei Stunden in sozialen Netzwerken.

Bei den Jungen derselben Altersklasse liegt dieser Anteil bei 47 Prozent. Diese Zahlen dienen dem neuen Expertengremium als Grundlage, um die Verhaltensmuster und deren Auswirkungen auf die psychische Gesundheit zu bewerten.

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Internationale Entwicklungen und regulatorischer Druck auf Plattformbetreiber

Die Bemühungen in Estland stehen im Kontext weltweiter Bestrebungen, die Verantwortung von Technologieunternehmen stärker einzufordern. Insbesondere der US-Konzern Meta geriet diesbezüglich unter regulatorischen Druck. Im Rahmen eines Vergleichs mit 48 US-Bundesstaaten in Höhe von 18 Milliarden US-Dollar (entspricht 15,4 Milliarden Euro) kündigte das Unternehmen spezifische Schutzmaßnahmen an.

Zu diesen Maßnahmen gehört unter anderem die Einführung nächtlicher Sperren für Konten von Minderjährigen. Zudem soll die tägliche Nutzungsdauer auf den Plattformen des Konzerns für diese Nutzergruppe auf zwei Stunden begrenzt werden.

Solche internationalen Präzedenzfälle und die damit verbundenen technischen Lösungen fließen in die Überlegungen des estnischen Beratungsgremiums ein. Das Ziel ist es, nationale Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Schutz Jugendlicher vor den Risiken der digitalen Welt systematisch verbessern.

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