Smartphone-Betrug: 626.000 Spam-Anrufe im Juni in Deutschland
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 23:38 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Kriminelle nutzen sowohl psychologische Tricks als auch professionelle Schadsoftware, um an Geld zu kommen.
Post-Mitarbeiterin verhindert Millionen-Überweisung
Eine aufmerksame Angestellte in einer japanischen Postfiliale in Kaseda hat Schlimmeres verhindert. Eine Kundin in ihren 60ern wollte mehrere Hunderttausend Yen überweisen – angeblich zur Bereinigung eines Virus auf ihrem Smartphone. Die Angestellte schöpfte Verdacht und schaltete die Behörden ein.
Der Fall steht für ein wachsendes Problem. In der Präfektur Kagoshima wurden bis Ende Mai 217 Fälle von Spezialbetrug registriert. Der Gesamtschaden liegt bei rund 1,43 Milliarden Yen – ein deutlicher Anstieg zum Vorjahr.
Malware als Abo-Modell auf Telegram
Doch nicht nur mit Anrufen und SMS wird betrogen. Sicherheitsforscher entdeckten die Android-Banking-Malware RedWing. Das Besondere: Sie wird über den Messengerdienst Telegram als Abonnementmodell angeboten.
Käufer erhalten Zugriff auf individuell anpassbare Apps. Diese können Banking-Zugangsdaten abgreifen und Einmalcodes (OTP) mitlesen. Die Malware zielt auf 82 verschiedene Finanzinstitutionen ab – mit Schwerpunkt auf russische Banken. Das Geschäftsmodell umfasst abgestufte Abonnements und sogar Empfehlungsrabatte.
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Smishing-Welle in Deutschland
Auch hierzulande bleibt die Lage angespannt. Anfang der Woche verlor ein 22-Jähriger aus Hamm 4.000 Euro durch einen klassischen Smishing-Angriff. Er folgte einem Link in einer SMS, die eine angebliche Aktualisierung seiner Banking-App forderte. Nach Eingabe seiner Daten und einem fingierten Anruf eines angeblichen Bankmitarbeiters wurden unautorisierte Abbuchungen vorgenommen.
Die Zahlen belegen den Trend: Im Juni wurden deutschlandweit über 626.000 Spam-Anrufe registriert – ein Plus von fast 20 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Betrüger nutzen dabei häufig das Number Cycling mit wechselnden Endziffern. Zuletzt häuften sich Anrufe aus dem Raum Düsseldorf mit der Vorwahl 0211.
Was tun bei Betrugsverdacht?
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Juristen weisen darauf hin: Bei nicht autorisierten Zahlungen sind Banken grundsätzlich zur Erstattung verpflichtet – sofern keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Der Europäische Gerichtshof hat die Rechte von Bankkunden zuletzt weiter gestärkt.
Experten raten: Keine Links in unerwarteten SMS oder E-Mails öffnen. Besonders vorsichtig sein bei Aufforderungen zur Installation von Sicherheitssoftware oder zur Verifizierung von Kontodaten. Im Betrugsfall Konten und Karten sofort über die Notfall-Hotlines der Banken sperren und Anzeige erstatten.
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