Siri-Revolution: Apple setzt auf Googles Gemini mit 1,2 Billionen Parametern
08.06.2026 - 09:38:40 | boerse-global.de
Apple schließt Milliarden-Deal mit Google: Die neue Siri basiert künftig auf Googles KI-Modell Gemini.
Der iPhone-Konzern hat auf der Worldwide Developers Conference (WWDC) am heutigen Montag eine grundlegende Neuerfindung seines digitalen Assistenten vorgestellt. Nach jahrelangen Entwicklungsproblemen setzt Apple nun auf externe KI-Modelle, um im Wettbewerb um generative künstliche Intelligenz nicht den Anschluss zu verlieren.
Ein Milliardendeal mit Google und Nvidia
Anzeige: Wer die Siri-Revolution als Blaupause für den eigenen KI-Neustart nutzen will, findet in diesem Report die entscheidenden Strategie-Hebel – von der hybriden Architektur bis zur Partner-Integration. Jetzt kostenlosen Strategie-Report anfordern
Die neu gestaltete Siri – intern unter dem Codenamen „Campo" geführt – basiert auf einer maßgeschneiderten Version von Googles Gemini-Modell mit 1,2 Billionen Parametern. Apple hat dafür einen mehrjährigen Lizenzvertrag mit Google abgeschlossen, der Medienberichten zufolge rund eine Milliarde Euro pro Jahr kostet.
Die technische Architektur des neuen Assistenten setzt auf einen hybriden Ansatz: Einfache Anfragen werden weiterhin lokal auf dem iPhone verarbeitet – das sichert Geschwindigkeit und Datenschutz. Komplexere Aufgaben wandern dagegen in die Cloud. Dort laufen die Rechnungen auf Nvidia Blackwell B200-Chips in Apples eigener Private Cloud Compute (PCC)-Umgebung sowie auf Googles Cloud-Servern.
Für den chinesischen Markt arbeitet Apple zudem mit dem Alibaba-Konzern zusammen, um dort KI-Dienste anbieten zu können.
iOS 27: Neue Features und die Extensions-API
Die Siri-Revolution kommt mit iOS 27, das Apple als stabilitätsorientiertes Update positioniert – vergleichbar mit historischen Performance-Releases wie Snow Leopard. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören:
- Eigene Siri-App: Erstmals erhält der Assistent eine eigene Anwendung mit vollständigem Chat-Verlauf und einer „Suchen oder Fragen"-Oberfläche.
- Persönlicher Kontext: Siri kann künftig Informationen aus Notizen, Kalender, Kontakten und E-Mails zusammenführen und so maßgeschneiderte Antworten liefern.
- Siri Extensions: Eine neue Programmierschnittstelle erlaubt es Nutzern, ihren bevorzugten KI-Anbieter zu wählen. Gemini ist der primäre Motor, doch Entwickler und User können für bestimmte Aufgaben auch auf ChatGPT oder Claude zurückgreifen.
- App Intents 2.0: Diese Technologie ermöglicht Streaming-Antworten und kontextbezogene Rückfragen in Drittanbieter-Apps.
iOS 27 bringt zudem visuelle Intelligenz-Funktionen zum Scannen von Kontaktdaten oder Nährwertangaben und unterstützt ein neues 7,8-Zoll-Falt-iPhone. Allerdings markiert das Update das Ende der Unterstützung für die iPhone-11-Serie und das iPhone SE der zweiten Generation.
Finanzielle Folgen und rechtliche Altlasten
Der KI-Neustart erfolgt nach einer Phase rechtlicher und marktseitiger Turbulenzen. Apple zahlte kürzlich 250 Millionen Euro, um eine Sammelklage wegen irreführender Werbung für Siri-Funktionen beizulegen, die 2024 angekündigt, aber nie ausgeliefert worden waren.
Die Analysten zeigen sich trotzdem optimistisch. Dan Ives von Wedbush hat ein Kursziel von 400 Dollar für die Apple-Aktie ausgegeben und prognostiziert zusätzliche Service-Erlöse von umgerechnet rund 14 Milliarden Euro durch die neuen KI-Fähigkeiten. Apples Aktie legte in den vergangenen zwölf Monaten um 50 Prozent zu, Alphabet (Google) sogar um 120 Prozent. Microsofts Aktie verlor dagegen sieben Prozent im selben Zeitraum.
Anzeige: Apple zahlte 250 Millionen Euro wegen nicht gehaltener KI-Versprechen – vermeiden Sie ähnliche rechtliche Altlasten in Ihrem Unternehmen. Dieser Report liefert eine Compliance-Checkliste für hybride KI-Architekturen und klare Schritte zur Haftungsminimierung. Compliance-Report jetzt sichern
Zeitplan und Führungswechsel
Apple hat die erste Entwickler-Beta von iOS 27 noch am heutigen Montag unmittelbar nach der Keynote veröffentlicht. Eine öffentliche Beta soll im Juli folgen, die finale Version ist für September 2026 angekündigt. Einige erweiterte Siri-Funktionen könnten zunächst als Beta-Version mit Wartelisten-System starten.
Die WWDC stand zudem im Zeichen eines bevorstehenden Führungswechsels. Berichten zufolge soll John Ternus noch 2026 die Nachfolge von Tim Cook als CEO antreten – dies wäre dann die letzte WWDC-Keynote unter Cooks Leitung gewesen.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
