Siri-Revolution: Apple präsentiert KI-Assistent mit Google und Nvidia
06.06.2026 - 17:30:47 | boerse-global.de
Apple rüstet seinen Sprachassistenten Siri grundlegend auf. Das Unternehmen setzt dabei auf generative KI, eine Cloud-Anbindung über Google und Hardware von Nvidia.
Am 8. Juni startet die Worldwide Developers Conference (WWDC) in Cupertino. Dort will Apple die wohl tiefgreifendste Transformation von Siri seit seiner Einführung präsentieren. Der unter dem Codenamen „Campo" entwickelte Assistent basiert künftig auf einem generativen KI-Modell, das in Teilen auf Googles Gemini-Technologie zurückgreift und über Nvidia-Chips in der Cloud läuft.
Hybride Architektur: Lokal und in der Cloud
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Apple plant für die neue Siri eine hybride Verarbeitungsstruktur. Einfache Befehle wie Timer oder Wetterabfragen werden weiterhin direkt auf dem Gerät ausgeführt. Komplexe Anfragen – etwa Textzusammenfassungen oder Bildgenerierung – wandern dagegen in die Google Cloud.
Dort kommen Nvidia Blackwell B200-Chips zum Einsatz. Diese Rechenzentrumsprozessoren bieten die nötige Speicherbandbreite für große Sprachmodelle. Branchenkreisen zufolge hat Apple eine Version von Googles Gemini mit rund 1,2 Billionen Parametern lizenziert. Die Kosten dafür: schätzungsweise eine Milliarde Euro pro Jahr. Eigene Server-Infrastrukturen von Apple hatten in internen Tests offenbar nicht die erforderliche Rechenleistung gebracht.
Persönlicher Kontext und Chatbot-Oberfläche
Die neue Siri wird sich deutlich von ihrem Vorgänger unterscheiden. Statt nur auf Sprachkommandos zu reagieren, soll sie wie ein Chatbot mit einer eigenen App und Benutzeroberfläche funktionieren. Der Assistent erhält Zugriff auf persönliche Daten – E-Mails, Fotos, Nachrichten, Notizen und Kalendereinträge – und kann daraus kontextbezogene Antworten ableiten.
Zu den neuen Funktionen gehören:
- Mehrschritt-Aktionen über verschiedene Apps hinweg
- Dokumentenzusammenfassungen
- Bildgenerierung
- engere Anbindung an die Dynamic Island
- eine neue Such-und-Frage-Oberfläche
Erstmals können Nutzer ihre Siri-Chat-Verläufe über iCloud synchronisieren. Zur Verwaltung stehen Löschoptionen nach 30 Tagen, einem Jahr oder gar nicht zur Verfügung.
Datenschutz: Verschlüsselung auch in der Cloud
Apple betont weiterhin den Datenschutz als Kernanliegen. Um die Privatsphäre bei der Nutzung von Drittanbieter-Clouds zu wahren, setzt der Konzern auf Nvidias Confidential Computing. Diese Technologie verschlüsselt Daten während der Verarbeitung in der Cloud – der Anbieter selbst kann nicht auf die Informationen zugreifen. Apple wird diese Sicherheitsmaßnahmen unter dem bekannten Label Private Cloud Compute vermarkten.
Verfügbarkeit: iOS 27 und Hardware-Voraussetzungen
Die überarbeitete Siri wird Teil von iOS 27 sein. Nach der WWDC-Keynote am 8. Juni erscheint zunächst eine Entwickler-Beta, gefolgt von einer öffentlichen Beta im Juli. Die finale Version soll im September 2026 ausgeliefert werden.
Während der Beta-Phase ist der Zugang zur KI-gestützten Siri über eine Warteliste geregelt – ähnlich wie bei früheren intelligenten Funktionen. Damit will Apple die Systemstabilität sicherstellen.
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Die neuen KI-Funktionen bleiben jedoch nicht allen Nutzern zugänglich. Hardware-seitig sind sie auf das iPhone 15 Pro und neuere Modelle beschränkt. Zudem wird iOS 27 den Support für ältere Geräte einstellen, darunter die iPhone-11-Serie und das iPhone SE von 2020.
Führungswechsel: Cooks letzte WWDC?
Die diesjährige Konferenz könnte auch historische Bedeutung für Apples Führungsspitze haben. Medienberichten zufolge handelt es sich um Tim Cooks letzte WWDC als CEO. Als wahrscheinlicher Nachfolger gilt John Ternus, derzeit Senior Vice President für Hardware Engineering. Der Wechsel fällt in eine Phase, in der Apple seine Softwarestrategie massiv auf tief integrierte künstliche Intelligenz im gesamten Ökosystem ausrichtet.
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