Siri, Apple

Siri AI in iOS 27: Apple sperrt 1,3 Milliarden iPhones aus

14.06.2026 - 15:34:01 | boerse-global.de

Apple präsentiert tiefgreifenden Siri-Umbau mit eigener KI-Modellfamilie, doch Millionen iPhones bleiben von Top-Funktionen ausgeschlossen.

Apple WWDC 2026: Neue Siri AI mit iOS 27 und Hardware-Hürden
Siri - A glowing neural network brain over a smartphone screen with a digital assistant interface, backed by a futuristic data center. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Apple hat auf der WWDC 2026 den tiefgreifendsten Umbau seines digitalen Assistenten seit Jahren präsentiert. Die neue Siri AI kommt mit iOS 27 – doch Millionen Geräte werden die wichtigsten Funktionen nicht unterstützen.

Der Technologieriese setzt künftig auf eine eigene Modellfamilie namens Apple Foundation Model (AFM), die aus fünf verschiedenen Versionen besteht. Während die kleineren Modelle direkt auf dem Gerät laufen, greift Apple für komplexe Aufgaben auf die Cloud zurück. Und das in einer ungewöhnlichen Allianz: Für die anspruchsvollsten Berechnungen nutzt der Konzern Googles Cloud-Infrastruktur samt Nvidia-Hardware.

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Die Partnerschaft mit dem Rivalen

Apple bestätigte eine mehrjährige Zusammenarbeit mit Google im Bereich der künstlichen Intelligenz. Konkret wurden die hauseigenen AFM-Modelle mit Hilfe von Googles Gemini Frontier-Modellen verfeinert. Das leistungsstärkste Modell, AFM Cloud Pro, läuft auf Nvidia-Chips in der Google Cloud und übernimmt komplexe Denkaufgaben, die die Rechenleistung lokaler Geräte übersteigen.

Apple betont, dass die Nutzerdaten trotz dieser Partnerschaft durch die hauseigene Private Cloud Compute (PCC)-Technologie geschützt bleiben. Sie soll das gleiche Datenschutzniveau bieten wie die Verarbeitung direkt auf dem Gerät.

Was Siri AI neu kann

Der überarbeitete Assistent wird deutlich kontextbewusster. Siri kann nun Bildschirminhalte lesen, innerhalb einzelner Apps suchen und mehrschrittige Aktionen selbstständig ausführen. Möglich machen das ein neues semantisches Indexierungssystem und sogenannte "App Intents" in iOS 27. Entwickler können damit festlegen, wie ihre Apps systemweit über Siri, Spotlight und Widgets angesteuert werden.

Erste Tester der Entwickler-Beta berichten, dass der Assistent nun deutlich besser mit Rückfragen umgeht und persönliche Kontexte abruft – etwa Termine aus dem Kalender oder Kontaktdaten für Nachrichten. Eine neue dedizierte Siri-App soll zudem über iCloud eine durchgängige Gesprächshistorie bereitstellen. Bislang verlor der Assistent den Kontext zwischen einzelnen Interaktionen.

Hardware-Hürde: 12 Gigabyte Arbeitsspeicher

Der Rollout von Siri AI offenbart massive Unterschiede zwischen den Apple-Geräten. Über 1,3 Milliarden existierende iPhones erfüllen die technischen Voraussetzungen für die fortschrittlichsten On-Device-Funktionen nicht.

Die leistungsfähigsten lokalen KI-Modelle in iOS 27 benötigen 12 Gigabyte RAM – eine Spezifikation, die derzeit nur das iPhone 17 Pro, das iPhone Air sowie ausgewählte iPads und Macs mit M3- oder M4-Chips erfüllen. Ältere Modelle wie das iPhone 15 Pro oder die Standard-iPhone-16-Reihe unterstützen zwar einige Apple-Intelligence-Funktionen, aber nicht die ausdrucksstärkeren Stimmen und hochpräzisen Diktierwerkzeuge. Branchenbeobachter erwarten einen deutlichen Hardware-Upgrade-Zyklus.

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Europa bleibt außen vor – vorerst

Die internationale Einführung gestaltet sich schwierig. Apple bestätigte, dass Siri AI in China zum Start nicht verfügbar sein wird. Noch schwerer wiegt der Konflikt mit der EU: Wegen anhaltender Auseinandersetzungen mit der EU-Kommission über den Digital Markets Act (DMA) wird Apple die neue Siri-Version auf iPhones und iPads in den Mitgliedsstaaten für den Rest des Jahres zurückhalten.

Das Unternehmen befürchtet, dass die DMA-Interoperabilitätsanforderungen die Privatsphäre und Datensicherheit der Nutzer gefährden könnten. Auf dem Mac ist das Update hingegen verfügbar – diese Plattform unterliegt weniger strengen Regulierungen.

Technische Kinderkrankheiten

Die Entwickler-Beta von iOS 27 zeigt typische Anfangsschwierigkeiten. In der Fotos-App hat das "Clean Up" -Werkzeug, das Gesichter zum Identitätsschutz unkenntlich machen soll, mit "KI-Halluzinationen" zu kämpfen. Statt das Gesicht zu verpixeln, generiert das Tool gelegentlich ein völlig neues, realistisches Gesicht. Auch bei lokalen Suchanfragen zeigte der Assistent Ungenauigkeiten und verwechselte mitunter Regeln verschiedener öffentlicher Einrichtungen.

Abschied von Tim Cook

Die WWDC 2026 markierte auch einen Führungswechsel: Tim Cook hielt seine letzte Keynote als CEO. John Ternus soll das Amt im September übernehmen. Der Konzern vollzieht diesen Wechsel in einer Phase, in der Apple massiv auf Künstliche Intelligenz setzt, um zu etablierten Assistenten wie Google Gemini aufzuschließen – und räumt damit indirekt ein, bei der Entwicklung großer generativer Modelle hinterhergehinkt zu sein.

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