Siri AI in iOS 27: Apple blockiert KI-Features für 450 Millionen EU-Nutzer
02.07.2026 - 18:35:19 | boerse-global.de
Apple-Chef Tim Cook und EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen haben am Dienstag per Videoschalte über die Zukunft von Siri AI in Europa verhandelt. Doch eine Einigung bleibt in weiter Ferne.
Die Gespräche wurden als konstruktiv bezeichnet, doch der grundlegende Konflikt ist ungelöst. Im Kern geht es um die Einführung der KI-gestützten Siri-Funktionen auf iOS 27 und iPadOS 27. Apple hat diese Features für Nutzer in der EU blockiert – mit Verweis auf den Digital Markets Act (DMA).
Sicherheit oder Wettbewerb? Der Streit um die Interoperabilität
Apple argumentiert, die DMA-Vorgaben zur Interoperabilität würden Konkurrenten tiefe Einblicke in die eigenen Systeme ermöglichen. Das gefährde die Sicherheit der Nutzer. Die EU-Kommission sieht das anders: Der Konzern habe schlicht die geforderten Standards nicht erfüllt.
Ein Kompromissvorschlag aus Cupertino sah einen Trusted System Agent sowie eine 18-monatige Übergangsfrist vor. Brüssel lehnte ab. Die Maßnahme wirke wie der Versuch, eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten – nicht wie ein Weg zur Compliance.
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Während die KI-Funktionen auf iPhones und iPads in der EU fehlen, sind sie auf anderen Plattformen wie macOS, visionOS und watchOS offenbar verfügbar. Ein seltsamer Widerspruch, der die Frage aufwirft: Warum geht es auf dem Mac, aber nicht auf dem iPhone?
450 Millionen Nutzer betroffen – Milliardenrisiko für Apple
Die Blockade betrifft rund 450 Millionen Menschen in der Europäischen Union. Die Region ist für Apple ein entscheidender Markt: Rund 27 Prozent des Gesamtumsatzes werden hier erzielt. Gemessen an der weltweiten installierten Gerätebasis sind es etwa 15 Prozent.
Die finanziellen Risiken sind enorm. Verstöße gegen den DMA können mit Strafen von bis zu zehn Prozent des globalen Jahresumsatzes geahndet werden. Bei Apple wäre das ein zweistelliger Milliardenbetrag. Hinzu kommen Hunderte Verbraucherbeschwerden bei der EU, die sich über die fehlenden Funktionen beschweren.
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Führungswechsel bei Apple: Cook bleibt an Bord
Die Verhandlungen fallen in eine Phase des Umbruchs. Tim Cook wird am 1. September 2026 als CEO zurücktreten und in den Vorsitz des Verwaltungsrats wechseln. Sein Nachfolger wird John Ternus, derzeit noch für die Hardware-Entwicklung verantwortlich.
Doch Cook bleibt dem Unternehmen erhalten – und wird sich weiterhin um Regierungsbeziehungen und Regulierungsfragen kümmern. Das dürfte auch nötig sein: Neben dem Siri-Konflikt steht ein weiterer Vorstoß der britischen Wettbewerbsbehörde ins Haus, die Apple öffnen will – diesmal bei NFC und Zahlungssystemen.
Ein Termin für den Start von Siri AI auf mobilen Geräten in der EU steht weiterhin nicht fest.
