Siri, Apple

Siri AI in der EU: Apple blockiert 450 Millionen Nutzer

03.07.2026 - 05:53:20 | boerse-global.de

Apple und EU-Kommission uneins über Siri AI Start in Europa. 450 Millionen Nutzer warten, während hohe Strafen drohen.

Apple vs. EU: Siri AI Start in Europa weiter blockiert
Siri - Digitales Blockade-Symbol über EU-Karte mit schwachem Apple-Logo. Stellt die Siri-KI-Blockade dar. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Tim Cook und EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen haben sich am 30. Juni zu einer Videokonferenz getroffen – der Streit um den Start von Siri AI in Europa bleibt jedoch ungelöst.

Seit Monaten blockiert Apple die Einführung seiner neuen Künstlichen Intelligenz für iPhones und iPads in der Europäischen Union. Rund 450 Millionen Nutzer warten vergeblich auf die Funktionen, die in anderen Regionen längst verfügbar sind. Grund ist der Digital Markets Act (DMA), der von sogenannten „Gatekeepern" wie Apple verlangt, ihre Systeme für Drittanbieter zu öffnen.

Der Kern des Konflikts: Datenschutz gegen Wettbewerb

Apple argumentiert, dass die DMA-Vorgaben die Privatsphäre und Datensicherheit der Nutzer gefährden. Während Siri AI auf Macs, der Vision Pro und Apple Watches in der EU starten darf, bleiben iPhones und iPads außen vor. Das Unternehmen schlug in den Gesprächen einen „Trusted System Agent" vor – eine Art Vermittler, der den Zugriff Dritter auf Systemdaten kontrollieren soll.

Doch die EU-Kommission lehnte ab. Aus Brüsseler Kreisen heißt es, der Vorschlag komme einem Antrag auf eine „regulatorische Auszeit" gleich. Die geforderte 18-monatige Übergangsfrist und fehlende technische Details seien nicht akzeptabel. Die Behörde sieht Apples Vorschlag als unzureichend an, um die Interoperabilitätsstandards des DMA zu erfüllen.

Milliardenschwere Konsequenzen drohen

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Für Apple steht viel auf dem Spiel. Europa generiert knapp 27 Prozent des weltweiten Umsatzes des Konzerns. Bei Verstößen gegen den DMA drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des globalen Jahresumsatzes. Erst Anfang des Jahres kassierte Apple eine Milliardenstrafe von 500 Millionen Euro wegen Verstößen gegen App-Store-Regeln.

Der Streit hat mittlerweile auch politische Dimensionen erreicht. Aus Washington verlautet, das Weiße Haus erwäge Vergeltungszölle als Reaktion auf die EU-Regulierung amerikanischer Tech-Konzerne. In Brüssel häufen sich derweil Beschwerden – Hunderte Verbraucher meldeten sich, weil die KI-Funktionen auf ihren Geräten fehlen.

iOS 27 kommt – ohne Siri AI in der EU

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Auf der jüngsten Entwicklerkonferenz zeigte Apple, was die neue Siri-Generation kann: verbesserte Personenkontext-Funktionen, Webwissen und eine eigene App. Zudem arbeitet der Konzern daran, Siri mit Drittanbietern wie Google Gemini und Claude zu verknüpfen.

Das Update auf iOS 27 soll planmäßig im September 2026 erscheinen. Ohne eine Einigung im Streit mit der EU werden europäische iPhone-Nutzer jedoch erneut leer ausgehen. Die Verhandlungen zwischen Apple und der Kommission gelten als eines der letzten großen Dossiers in der Ära von Tim Cook – der Apple-CEO bereitet sich eigenen Angaben zufolge auf seinen Rücktritt vor. Als wahrscheinlichster Nachfolger gilt John Ternus.

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