Siri AI: Apple stellt KI-Assistent mit Google Gemini vor
09.06.2026 - 18:36:08 | boerse-global.de
Der Trend geht weg von isolierten Chat-Interfaces hin zu sogenannten „agentischen" Systemen, die app-übergreifend agieren. Die Ankündigungen markieren einen Wendepunkt in der Branche.
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Apple baut Siri grundlegend um
Auf der WWDC 2026 präsentierte Apple eine Komplettüberholung seines digitalen Assistenten. „Siri AI" basiert auf den hauseigenen Foundation Models und wird durch eine milliardenschwere Partnerschaft mit Google Gemini unterstützt. Das System soll Kontexte verstehen und komplexe Aufgaben über verschiedene Apps hinweg ausführen können.
Der neue Assistent erhält eine eigene App, ist in Spotlight und Dynamic Island integriert und synchronisiert den Gesprächsverlauf über iCloud. Die leistungsfähigsten On-Device-Funktionen benötigen allerdings die neueste Hardware: das iPhone 17 Pro, iPads mit M4-Chip oder Macs mit M3-Prozessor und mindestens 12 Gigabyte Arbeitsspeicher.
Der Rollout beginnt im Herbst 2026 mit einer Beta-Version zusammen mit iOS 27. Zunächst ist die Freigabe auf Englisch beschränkt – und China sowie die EU bleiben wegen regulatorischer Bedenken außen vor. Die Präsentation war zugleich die letzte große Produktankündigung von CEO Tim Cook, der die Führung an John Ternus übergeben wird.
Enterprise-Sektor setzt auf Automatisierung
Pegasystems kündigte auf der PegaWorld 2026 eine Erweiterung seiner KI-Plattform an. Die kommende Version Pega Infinity '26, die im dritten Quartal 2026 erscheinen soll, unterstützt das offene Model Context Protocol (MCP). Unternehmen können damit Drittanbieter-Agenten von Anthropic, Google, OpenAI und AWS direkt in ihre Pega-Workflows einbinden.
Neu sind auch spezialisierte Agenten wie der „Document Processing Agent" und der „Agentic Assignment Agent". Pegasystems führt zudem ein Flat-Fee-Preismodell pro Geschäftsfall ein. Die Analysten von Gartner sehen allerdings Herausforderungen: Sie prognostizieren, dass bis Ende 2027 mehr als 40 Prozent aller agentischen KI-Projekte eingestellt werden – wegen steigender Kosten und unklarem Geschäftswert.
Parallel dazu launchte ManageEngine am Montag „Zia Agents". Die autonomen Assistenten sind für IT-Service-Management, Sicherheit und Endpunktverwaltung konzipiert. Das System enthält eine Entwicklerumgebung für individuelle Agenten und unterstützt Multi-Agent-Orchestrierung. Ein entscheidendes Detail: Kundendaten werden nicht zum Training der zugrundeliegenden Modelle verwendet.
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Google rüstet NotebookLM und Chrome auf
Google hat sein Recherche- und Schreibwerkzeug NotebookLM auf Gemini 3.5 und das Antigravity-Modell umgestellt. Die Plattform bietet nun eine sichere Cloud-Umgebung zur Code-Ausführung sowie neue Exportformate wie PDF, PowerPoint und Excel. Besonders praktisch: Das Tool kann aus einem einfachen Chat-Prompt eine Wissensdatenbank generieren, indem es selbstständig Quellen über die Google-Suche findet und vorschlägt.
Im Browsersegment testet Google die Funktion „Ask Gemini" in Chrome. Sie hilft Nutzern, Tabs zusammenzufassen und browserbasierte Aufgaben zu verwalten. Das Chrome-Update 149 vom 2. Juni erweiterte das Gemini Nano-Modell auf fünf Sprachen. Eine neue Benutzeroberfläche für die mobile Version soll noch im Juni 2026 erscheinen.
Neue Tools für Entwickler
Abseits der großen Tech-Konzerne entstehen Werkzeuge, die die Erstellung autonomer Assistenten vereinfachen. Die Plattform Dify wurde als knotenbasierter Workflow-Builder vorgestellt. Entwickler können damit selbst gehostete KI-Agenten für Aufgaben wie E-Mail-Scans oder Server-Überwachung bauen – eine Alternative zu reinen Cloud-Lösungen der großen Anbieter.
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