Siri, Apple

Siri AI: Apple sperrt iPhones und iPads in der EU aus

09.06.2026 - 05:28:22 | boerse-global.de

Apple verweigert EU-Nutzern die neue Siri AI auf iPhone und iPad aufgrund von DMA-Konflikten. Mac und Watch bleiben verschont.

Apple schließt EU-Nutzer von neuer Siri AI auf iPhone und iPad aus
Siri - A smartphone screen shows a disabled Siri icon against a blurred EU flag, symbolizing new AI features unavailable in the EU. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Konflikt um den Digital Markets Act eskaliert: Apple schließt Europas beliebteste Geräte von seiner neuen KI-Assistenten-Generation aus.

Apple hat während seiner Entwicklerkonferenz WWDC am Montag bestätigt, dass die neuen „Siri AI“-Funktionen für iPhone und iPad in der Europäischen Union nicht verfügbar sein werden. Der Konzern begründet diesen Schritt mit regulatorischen Hürden durch den Digital Markets Act (DMA). Ein schwerer Riss zwischen dem Tech-Riesen und den EU-Behörden – ausgerechnet beim Thema Künstliche Intelligenz.

Streit um Interoperabilität

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Das Hauptproblem für den Start von Siri AI auf iOS 27 und iPadOS 27 in Europa ist ein Konflikt mit den DMA-Vorgaben zur Interoperabilität. Apple-Vertreter erklärten, die EU-Kommission habe die vorgeschlagenen Lösungen des Konzerns abgelehnt – darunter ein „Trusted System Agent“-Rahmenwerk sowie einen gestaffelten 18-Monats-Plan zur schrittweisen Einführung.

Im Kern des Streits steht Artikel 6(7) des DMA, der die Zusammenarbeit zwischen Plattformen regelt. Apple argumentiert, die Vorschrift würde Drittanbieter-KI-Entwicklern nahezu unbegrenzten Zugriff auf Systemdaten gewähren – ein Risiko für den Datenschutz, so das Unternehmen. Die Folge: Europäische Entwickler können Siri AI derzeit nicht auf iOS oder iPadOS testen.

Mac und Watch bleiben verschont

Die Beschränkung gilt nicht für alle Apple-Geräte. Siri AI wird EU-Nutzern auf dem Mac (macOS 27), der Apple Watch (watchOS 27) und der Vision Pro (visionOS 27) weiterhin zur Verfügung stehen. Einen Zeitplan für eine mögliche Einführung auf iPhone oder iPad in der EU gibt es nicht.

Außerhalb Europas gibt es ähnliche Probleme in China, wo ebenfalls regulatorische Hürden einen Start verhindern. In anderen Märkten weltweit wurde am Montag eine Entwickler-Beta veröffentlicht, eine öffentliche Beta soll später im Jahr folgen.

Was die neue Siri kann

Der überarbeitete Assistent ist ein kompletter Neuanfang. Statt auf ältere Technik setzt Apple auf eigene Foundation Models und die Integration von Google Gemini. Die neue Siri AI soll deutlich gesprächiger sein und persönlichen Kontext verstehen – indem sie Daten aus verschiedenen Apps und Bildschirminhalte auswertet.

Zu den Schlüsselfunktionen gehören:

  • Visuelle Intelligenz: Ein kamerabasierter Modus zur Identifizierung von Objekten und Verarbeitung von Umgebungsinformationen.
  • Schreibwerkzeuge: Systemweite Hilfe beim Zusammenfassen, Korrekturlesen und Umformulieren von Texten.
  • Eigene App: Siri AI wird als eigenständige Anwendung mit iCloud-Synchronisation laufen.
  • Personalisierung: Nutzer können Stimme, Ausdrucksweise und Sprechtempo anpassen.

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Hardware-Hürden und Marktfolgen

Die neue KI benötigt erhebliche lokale Rechenleistung. Kompatibel sind das iPhone 15 Pro und neuere Modelle sowie iPads und Macs mit mindestens M1-Chip. Einige Spitzenfunktionen bleiben der neuesten Hardware vorbehalten – etwa dem iPad M4 oder Mac M3 sowie Geräten mit mindestens 12 Gigabyte Arbeitsspeicher.

Die Verzögerung in Europa ist kein Einzelfall. Bereits früher hatte Apple Funktionen wie iPhone Mirroring oder AirPods Live Translation wegen DMA-Bedenken zurückgehalten. Und Apple ist nicht allein: Erst Anfang des Monats wurde bekannt, dass auch Google bestimmte Gemini-Funktionen in der EU später ausrollen wird als in den USA.

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