Siri AI: Apple plant kostenpflichtige Premium-Funktionen ab 2027
14.06.2026 - 23:35:57 | boerse-global.de
Analystenberichte vom heutigen Sonntag deuten auf eine grundlegende Neuausrichtung hin: Während Basisfunktionen kostenlos bleiben sollen, könnten Premium-Features bereits 2027 hinter einer Bezahlschranke landen.
Milliardenkosten treiben die Strategie
Der Schritt ist vor allem den hohen Betriebskosten für generative KI geschuldet. Allein für die Nutzung der Gemini-Technologie von Google zahlt Apple Schätzungen zufolge rund eine Milliarde Euro pro Jahr. Um diese Ausgaben zu decken, könnten die Premium-Siri-Funktionen entweder in bestehende Servicepakete wie Apple One integriert oder als separates Abo angeboten werden.
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Erste Anzeichen dieser abgestuften Strategie gibt es bereits: iCloud+-Abonnenten erhalten derzeit höhere tägliche Nutzungslimits für spezifische Werkzeuge wie Image Playground und konversationelle Siri-Interaktionen. Branchenexperten erwarten, dass sich dieser Trend zu einem formellen „Siri AI"-Abo verfestigt, das konversationelle Antworten, Wissensabfragen und komplexe generative Werkzeuge umfasst.
Hardware-Hürden für die neue Siri-Generation
Der kommende Siri-Relaunch in der iOS 27 Beta bringt beeindruckende Fähigkeiten mit sich: Bildschirminhalte lesen, in Apps suchen und mehrschrittige Aktionen über „App Intents" ausführen. Doch die Kehrseite: Nur das iPhone 15 Pro, das iPhone 17 Pro und das iPhone 17 Pro Max unterstützen derzeit das volle Funktionsspektrum. Über 1,3 Milliarden iPhones weltweit fehlt schlicht die Rechenleistung für die lokale Verarbeitung.
Marktforscher bezeichnen die aktuelle Siri-AI-Beta als evolutionär, nicht revolutionär. Die Technologie steckt noch in den Kinderschuhen und ist fehleranfällig. Einige Analysten merken an, dass die Leistung der aktuellen Beta-Version dem Standard von Chatbots vor einem halben Jahr entspricht. Eine öffentliche Beta ist für Juli 2026 angekündigt – allerdings zunächst ohne den chinesischen Markt.
Technische Basis und Datenschutz
Apples KI-Strategie setzt auf eine Kombination aus lokaler Verarbeitung und einer spezialisierten Cloud-Infrastruktur namens Private Cloud Compute (PCC). Hinter den Kulissen arbeitet Apple mit der Google Cloud zusammen, um eine Plattform für diese Arbeitslasten aufzubauen. Das System nutzt Googles Confidential Computing, Intel TDX und Nvidia Blackwell GPUs, um persönliche Daten während der Cloud-Verarbeitung zu schützen.
Angetrieben wird Siri AI offenbar von einem Gemini-Modell mit 1,2 Billionen Parametern. Trotz der Nutzung externer Modelle legt Apple großen Wert auf „Personal-Context-Understanding" – Siri soll persönliche Daten durchsuchen und Aktionen basierend auf der individuellen Nutzerhistorie ausführen können. Während dies bei Kommentatoren Datenschutzfragen aufwirft, beteuert Apple, dass die PCC-Architektur den Zugriff auf Nutzerdaten durch das Unternehmen oder seine Partner verhindert.
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Drittanbieter und regulatorische Hürden
Die iOS 27 Beta enthält zudem ein „Extensions"-Framework, mit dem Nutzer zwischen verschiedenen KI-Anbietern wie ChatGPT, Claude und Gemini wechseln können. Allerdings wurde dieses Feature in den jüngsten Entwickler-Präsentationen nicht gezeigt.
Apple bewegt sich in einem komplexen regulatorischen Umfeld. Der Digital Markets Act (DMA) der Europäischen Union hat bereits den Start von Siri AI in bestimmten Regionen beeinflusst. Gleichzeitig führt das Unternehmen Gespräche mit OpenAI und Anthropic, um das Angebot an KI-Diensten über die Siri-Oberfläche zu erweitern – auch wenn der Fokus weiterhin auf der eigenen KI-Erfahrung liegt.
