Siri AI: Apple kombiniert eigene KI mit Google Gemini
11.06.2026 - 01:33:54 | boerse-global.de
Apple revolutioniert seinen Sprachassistenten Siri – und geht dafür eine tiefe Partnerschaft mit Google ein. Die neue „Siri AI" basiert auf einer Mischung aus eigener Technologie und Googles Gemini-Modellen.
Auf der Entwicklerkonferenz WWDC am 8. und 9. Juni 2026 präsentierte Apple die umfassendste Neuerfindung seines virtuellen Assistenten seit Jahren. Die als „Siri AI" neu gebrandete Software fungiert künftig als Antwortmaschine, die persönliche Daten, Bildschirminhalte und Echtzeit-Webwissen verarbeitet. Das Besondere: Sie kombiniert Apples eigene Foundation Models (AFM) mit Googles Gemini-KI.
Drei Stufen für unterschiedliche Aufgaben
Anzeige: Siri wird endlich intelligent – doch die volle KI-Power bleibt aktuellen iPhones vorbehalten. Welches Gerät fit ist und wie Sie die EU-Sperre umgehen, erfahren Sie im kostenlosen Report. Jetzt Siri-AI-Report anfordern
Die Architektur des neuen Systems ist dreistufig aufgebaut. Für einfache Aufgaben rechnet das AFM 3 Core direkt auf dem Gerät. Mittlere Anforderungen übernimmt AFM 3 Cloud auf Apples Servern. Für komplexe Berechnungen kommt AFM 3 Cloud Pro zum Einsatz – und dieser läuft auf Nvidia-Hardware in der Google Cloud.
Apple betont, dass die eigene Technologie das Rückgrat des Systems bleibt. „Wir nutzen weder Google Assistant noch die Google-Suche für Siri AI", stellte das Unternehmen klar. Dennoch ist die Zusammenarbeit bemerkenswert: Google stellt Gemini-Modelle direkt für Apple-Entwickler bereit, die sie in Xcode 27 und das Firebase Apple SDK integrieren können.
Datenschutz als Trumpfkarte
Um die Privatsphäre der Nutzer zu schützen, setzt Apple auf Nvidia Confidential Computing und Google Titan-Sicherheitschips. Ein spezieller „System Orchestrator" soll die Datenmenge minimieren, die an externe Server gesendet wird.
iOS 27 bringt gewaltige Leistungssprünge
Das neue Betriebssystem iOS 27 dient als Plattform für Siri AI und kommt mit beeindruckenden Optimierungen:
- 30 Prozent schnellere App-Starts
- 70 Prozent schnellere Fotoladezeiten
- 80 Prozent schnellere AirDrop-Übertragungen
Zu den neuen Funktionen gehören eine eigenständige Siri AI App mit iCloud-Synchronisation und Chat-Oberfläche, verbesserte Bildbearbeitung durch „Spatial Reframing" und „Image Playground" sowie KI-gestützte Karten-Flyover in Apple Maps.
Hardware-Hürden: Nur aktuelle iPhones kommen in Frage
Die volle KI-Power bleibt den leistungsstärksten Geräten vorbehalten. Siri AI benötigt 12 Gigabyte Arbeitsspeicher – das schränkt die Nutzung auf das iPhone 15 Pro, die iPhone 16-Serie sowie Macs und iPads mit M1-Chip oder neuer ein. Zwar läuft iOS 27 auch auf älteren Modellen wie dem iPhone 11, die KI-Funktionen bleiben dort jedoch stark eingeschränkt.
Europa und China außen vor
Ein schwerer Schlag für Apple: Die neuen KI-Features werden in der Europäischen Union zum Start nicht verfügbar sein – weder auf iPhones noch auf iPads. Grund sind Bedenken rund um den Digital Markets Act (DMA) .
Apple hatte bei der EU-Kommission eine 18-monatige Ausnahme von den Interoperabilitätsanforderungen beantragt, um eine „Trusted System Agent"-Lösung zu entwickeln. Die Behörde lehnte ab. EU-Kommissarin Margrethe Vestager stellte klar: „Die Entscheidung, die Technologie zurückzuhalten, liegt allein bei Apple."
Immerhin: Mac- und Vision-Pro-Nutzer in der EU erhalten Zugang. Der chinesische Markt bleibt vorerst komplett ausgeschlossen.
Anzeige: In der EU startet Siri AI nicht auf dem iPhone – aber Mac- und Vision-Pro-Nutzer haben Zugang. Unser Report zeigt, wie Sie die neue KI-Architektur trotz DMA-Block nutzen. EU-Lösung im Report sichern
Abschied von Tim Cook
Die WWDC 2026 war eine historische: Es war die letzte unter Tim Cook, der am 1. September 2026 die Führung an John Ternus übergibt. Die Börse reagierte verhalten: Apple-Aktien fielen um 1,9 Prozent auf 301,54 Dollar. Analysten sehen die KI-Updates als „glaubwürdigen Schritt nach vorn", nicht als bahnbrechende Innovation.
Die Entwickler-Beta von iOS 27 und Siri AI ist ab sofort verfügbar. Eine öffentliche Beta folgt im Juli 2026, der finale Release ist für September geplant.
