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Singapur verschärft Regeln: Messaging-Dienste müssen Anti-Spoofing bis September

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 22:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Singapur erlässt neue Cybersicherheitskodizes für Plattformen. Hohe Strafen bis zu einer Million Dollar drohen bei Verstößen gegen die Betrugsbekämpfung.

Singapur verschärft Cybersicherheit: Neue Regeln für Messenger, Social Media und Online-Shops
Ein modernes Smartphone in einer Hand in einem professionellen Büro, das Sicherheitsprozesse bei der Online-Kommunikation symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Polizei in Singapur hat im Rahmen des Online Criminal Harms Act drei neue Verhaltenskodizes erlassen, um den Schutz vor Online-Betrug und bösartigen Cyberaktivitäten massiv zu verstärken. Diese sogenannten Codes of Practice richten sich gezielt an Betreiber von Messaging-Diensten, Social-Media-Plattformen und E-Commerce-Anbietern.

Die neuen Regelungen verpflichten die Unternehmen dazu, proaktive Sicherheitsmaßnahmen zu implementieren, um Nutzer vor betrügerischen Inhalten und Kontaktaufnahmen zu schützen.

Messaging-Dienste unter strenger Aufsicht

Der neue Kodex für Messaging-Dienste umfasst namhafte Anbieter wie WhatsApp, Telegram, WeChat, iMessage, FaceTime sowie Google Messages und Meet. Diese Dienste sind dazu angehalten, gestaffelte Sicherheitsvorkehrungen einzuführen. Bereits bis zum 30. September 2026 müssen die betroffenen Unternehmen Anti-Spoofing-Maßnahmen umsetzen, um die Manipulation von Absenderidentitäten zu verhindern.

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In einer zweiten Phase, die bis zum 31. Januar 2027 abgeschlossen sein muss, sind weitere Funktionen für den Nutzerschutz vorgeschrieben. Hierzu gehört die Verpflichtung, die ausdrückliche Einwilligung von Nutzern einzuholen, bevor diese von unbekannten Kontakten zu Gruppen hinzugefügt werden können.

Zudem müssen die Dienste Warnhinweise bei Interaktionen mit verdächtigen Konten einblenden und eine einfache Möglichkeit bieten, unbekannte Kontakte direkt zu blockieren.

Verifizierungspflichten für soziale Medien und E-Commerce

Auch für soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram und TikTok gelten verschärfte Regeln, deren Einhaltung bis zum 31. Januar 2027 gefordert ist. Der Social-Media-Kodex sieht vor, dass Werbetreibende künftig anhand offizieller Regierungsunterlagen verifiziert werden müssen.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Finanzsektor: Werbeanzeigen für Finanzdienstleistungen dürfen nur noch von Anbietern geschaltet werden, die über eine entsprechende Lizenz der Monetary Authority of Singapore (MAS) verfügen. Anzeigen von nicht lizenzierten Anbietern müssen durch die Plattformen aktiv blockiert werden.

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Im Bereich des Online-Handels werden Plattformen wie Carousell und der Facebook Marketplace durch den E-Commerce-Kodex in die Pflicht genommen. Hier fordern die Behörden insbesondere strengere Kontrollen bei den Login-Verfahren, um die Sicherheit der Nutzerkonten zu erhöhen und betrügerische Übernahmen zu verhindern.

Hohe Bußgelder bei Verstößen

Die rechtlichen Konsequenzen bei einer Nichtbeachtung der neuen Verhaltenskodizes sind erheblich. Den betroffenen Unternehmen drohen Geldstrafen von bis zu 1 Million Singapur-Dollar.

Sollten Verstöße über einen längeren Zeitraum andauern, können zusätzliche Strafzahlungen von 100.000 Singapur-Dollar pro Tag fällig werden. Aktuell befinden sich zudem Vorschläge in der Diskussion, den maximalen Strafrahmen auf bis zu 10 Millionen Singapur-Dollar auszuweiten.

Hintergrund der Maßnahmen ist die weiterhin angespannte Sicherheitslage im digitalen Raum. Statistiken der Behörden verdeutlichen die Notwendigkeit der Regulierung: Während die Zahl der Betrugsfälle auf den genannten Diensten zwischen 2024 und 2025 zwar um 37 % sank, machten Social-Media-Plattformen im Jahr 2025 noch immer 30 % aller registrierten Fälle aus.

Allein auf Facebook entfielen dabei 18 % der Vorfälle. Der wirtschaftliche Schaden ist immens: In der Zeitspanne von 2020 bis Mitte 2025 summierten sich die Verluste durch Betrug auf insgesamt über 2,8 Milliarden US-Dollar.

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