Sextortion, FBI

Sextortion: FBI warnt vor 3.000 täglichen Erpressungsversuchen

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 00:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das FBI meldet eine Zunahme professioneller Sextortion-Angriffe. Täter erbeuten intime Bilder, um Opfer zu erpressen und erzielen hohe Gewinne.

FBI warnt vor Sextortion-Welle: Hacker übernehmen Social-Media-Konten
Nahaufnahme einer Person, die in einem abgedunkelten Raum an einem Laptop arbeitet, beleuchtet durch das Licht des Bildschirms. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die US-Bundespolizei FBI hat eine formelle Warnung vor einer neuen Intensität im Bereich der Cyberkriminalität herausgegeben. Im Zentrum der Warnmeldung steht die gezielte Übernahme privater Online-Konten durch Hacker, um intimes Bildmaterial für Erpressungsversuche, sogenannte Sextortion, zu entwenden. Die Behörde beobachte dabei eine zunehmende Professionalisierung der Täter, die sowohl Erwachsene als auch Kinder ins Visier nehmen.

Taktiken und Vorgehensweise der Angreifer

Nach Erkenntnissen der Ermittler nutzen Cyberkriminelle eine Vielzahl von Methoden, um Zugriff auf die Social-Media-Profile ihrer Opfer zu erlangen. Dazu gehören neben dem Erraten von Passwörtern auch klassische Phishing-Angriffe und die Täuschung durch gefälschte Kundenservice-Anfragen. Sobald die Täter Zugriff auf ein Konto haben, suchen sie gezielt nach sensiblen oder intimen Inhalten.

Das FBI wies darauf hin, dass das entwendete Material nicht nur zur unmittelbaren Erpressung der Betroffenen genutzt wird. In vielen Fällen würden die gestohlenen Inhalte auch auf einschlägigen Plattformen verkauft oder öffentlich zugänglich gemacht. Ein besonderes Risiko bestehe zudem in der wiederholten Viktimisierung, bei der Opfer mehrfach mit demselben Material unter Druck gesetzt werden.

Wirtschaftliche Schäden und Initiativen zum Opferschutz

Die statistische Auswertung der Kriminalitätsfälle verdeutlicht das Ausmaß der Bedrohung. Laut Angaben des FBI gehen täglich über 3.000 Hinweise zu sexueller Ausbeutung bei der Behörde ein. Allein im Jahr 2025 zahlten Opfer von Sextortion Schätzungen zufolge rund 44 Mio. US-Dollar an die Erpresser.

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Angesichts dieser Entwicklung hat das FBI gemeinsam mit der National Collegiate Athletic Association (NCAA) eine Initiative gestartet, die speziell den Schutz von College-Athleten zum Ziel hat. Diese Personengruppe gilt als besonders gefährdet, da Sportler durch Social-Media-Präsenz und lukrative Werbeverträge, sogenannte NIL-Deals (Name, Image, Likeness), verstärkt in den Fokus von Kriminellen rücken.

Auch auf politischer Ebene wird reagiert. Im US-Senat befinden sich derzeit zwei Gesetzentwürfe in der Beratung: der „Stop Sextortion Act“ und der „James T. Woods Act“. Beide Vorhaben zielen darauf ab, den rechtlichen Rahmen zur Bekämpfung dieser Delikte zu verschärfen.

Kontextualisierung im Bereich des Support-Betrugs

Die Warnung vor Sextortion steht in einem breiteren Kontext massiv steigender Zahlen im Bereich des Identitätsmissbrauchs. Marktforscher von Chainalysis meldeten zuletzt einen Anstieg von plus 1.400 Prozent bei sogenannten Impersonation-Scams, bei denen sich Täter als vertrauenswürdige Personen oder Institutionen ausgeben. Das FBI meldete für das Jahr 2025 in diesem Segment über 80.000 Beschwerden und finanzielle Verluste in Höhe von 2,9 Mrd. US-Dollar.

In diesem Zusammenhang identifizierte der Krypto-Analyst ZachXBT eine Person namens Tiffany Milanovich als mutmaßliche Akteurin in Fällen von Support-Betrug. Ihr wird die Verantwortung für Krypto-Diebstähle in Höhe von mindestens 5 Mio. US-Dollar zugeschrieben. Zu den konkreten Vorfällen zählen laut dem Analysten Entwendungen bei Trezor in Höhe von 1,2 Mio. US-Dollar im Juni 2026 sowie bei Coinbase im Wert von 500.000 US-Dollar im Oktober 2025.

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Empfehlungen zur Cybersicherheit

Um das Risiko eines Kontodiebstahls zu minimieren, rät das FBI dringend dazu, keine sensiblen Bilder in Online-Speichern zu hinterlegen. Zudem sollten Nutzer für jedes Konto ein einzigartiges Passwort verwenden und die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) aktivieren. Die Verwendung von Passwort-Managern sowie eine erhöhte Wachsamkeit gegenüber verdächtigen Links und Codes seien essenziell. Betroffene werden auf das offizielle Meldeportal ncii.ic3.gov verwiesen.

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