Seniorenernährung, DGE

Seniorenernährung: DGE empfiehlt täglich 1,0 bis 1,2 Gramm Protein

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 22:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fachleute empfehlen nährstoffreiche Seniorenmahlzeiten, um Mangelversorgung und den Verlust von Muskelkraft entgegenzuwirken.
Eine Auswahl an gesunden Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten, Nüssen und frischem Gemüse auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt.

Anlässlich des Welternährungstages weisen Ernährungsexperten auf die gesundheitlichen Risiken einer einseitig verstandenen Schonkost im Alter hin. Während viele ältere Menschen versuchen, sich durch fettarme oder stark reduzierte Kost gesund zu ernähren, führt dieser Ansatz in der Praxis häufig zu Mangelerscheinungen und beschleunigtem Muskelabbau.

Fachleute fordern daher ein Umdenken in der Seniorenverpflegung sowie die gezielte Entwicklung altersgerechter Lebensmittel, um die Nährstoffversorgung im fortgeschrittenen Alter sicherzustellen.

Das Missverständnis um leichte Kost

In vielen Haushalten wird eine leichte Ernährung vor allem mit dem weitgehenden Verzicht auf Fleisch, Eier und Milchprodukte gleichgesetzt. Viele Senioren meiden diese Lebensmittel aus Sorge vor Fett, Cholesterin oder Verdauungsbeschwerden und greifen vorwiegend zu Gemüse, Suppen oder Getreideprodukten. Ernährungsmediziner betonen jedoch, dass eine schonende Kost keineswegs arm an Nährstoffen sein darf.

Im Alter sinkt zwar der energetische Gesamtbedarf, da sich der Grundumsatz verringert und die körperliche Aktivität häufig abnimmt. Der Bedarf an essenziellen Mikronährstoffen und hochwertigen Proteinen bleibt jedoch unverändert hoch oder nimmt sogar zu. Fällt die tägliche Zufuhr über längere Zeit zu kalorien- und eiweißarm aus, greift der Körper auf eigene Reserven zurück, was schleichend in eine chronische Unterversorgung münden kann.

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Erhöhter Proteinbedarf gegen Muskelabbau

Ein zentrales Problem einer solchen Unterversorgung ist der Verlust an Muskelmasse und Muskelkraft, der die Mobilität im Alter stark beeinträchtigt. Um diesem Muskelabbau entgegenzuwirken, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung älteren Menschen eine tägliche Zufuhr von 1,0 bis 1,2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht. Dieser Wert liegt über den üblichen Empfehlungen für jüngere Erwachsene.

Wird dieser Bedarf dauerhaft nicht gedeckt, drohen spürbare Folgen für die Bewältigung des Alltags. Ein fortschreitender Muskelverlust erhöht das Sturzrisiko und kann die Selbstständigkeit im Alltag erheblich einschränken. Zudem schwächt ein chronischer Mangel an Eiweiß und lebenswichtigen Nährstoffen die Immunabwehr, wodurch Infektionen schwerer verlaufen und Genesungsprozesse länger dauern.

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Steigendes Risiko im hohen Alter

Beobachtungen zur Ernährungssituation älterer Generationen verdeutlichen, dass das Risiko für eine unzureichende Nährstoffaufnahme mit zunehmendem Lebensalter wächst. Besonders bei Hochbetagten ab 80 Jahren steigt die Anfälligkeit für Mangelernährung deutlich an, da häufig auch Appetitlosigkeit, verändertes Geschmacksempfinden oder Kau- und Schluckbeschwerden hinzukommen.

Fachleute sehen deshalb sowohl die Gemeinschaftsverpflegung als auch die Hersteller von Lebensmitteln gefordert, das Angebot besser auf die Bedürfnisse von Senioren abzustimmen.

Benötigt werden Produkte, die bei kleineren Portionen eine hohe Nährstoff- und Energiedichte bieten, leicht zu kauen sind und den veränderten sensorischen Bedürfnissen älterer Menschen entsprechen. Eine ausgewogene Ernährung im Alter erfordert damit keinen pauschalen Verzicht, sondern eine gezielte Zusammenstellung nährstoffreicher Lebensmittel.

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