Seniorenbetrug, USA

Seniorenbetrug USA: 7,8 Milliarden Dollar Schaden 2025

31.05.2026 - 17:00:14 | boerse-global.de

La Poste stellt Senioren-Tablet Ardoiz ein, während Xplora Emporia übernimmt. Öffentliche Projekte zur digitalen Teilhabe werden ausgebaut.

Seniorenbetrug USA: 7,8 Milliarden Dollar Schaden 2025 - Foto: über boerse-global.de
Seniorenbetrug USA: 7,8 Milliarden Dollar Schaden 2025 - Foto: über boerse-global.de

Der Markt für spezielle Senioren-Tablets gerät unter Druck, während öffentliche Projekte zur digitalen Teilhabe ausgebaut werden.

Wirtschaftliche Turbulenzen bei Senioren-Technik

Ein bedeutender Einschnitt im europäischen Markt für Senioren-Technik zeichnet sich ab. Die französische La Poste stellt den Verkauf der Ardoiz-Tablets für Senioren zum 5. Juni 2026 ein. Das Tochterunternehmen Tikeasy kämpft mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten und steht vor der Schließung binnen eines Jahres. Rund 110.000 der spezialisierten Geräte wurden bislang verkauft, etwa 20 Arbeitsplätze sind gefährdet.

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La Poste will sich jedoch weiterhin auf andere Dienstleistungen für ältere Menschen konzentrieren – darunter Teleassistenz und Essenslieferungen. Allein 2025 wurden zwölf Millionen Mahlzeiten ausgeliefert.

Parallel dazu übernimmt der norwegische Konzern Xplora Technologies den österreichischen Senioren-Smartphone-Hersteller Emporia aus Linz. Der Kaufpreis liegt bei rund 9,7 Millionen Euro. Xplora umgeht damit eigene Entwicklungskosten in Höhe von 30 bis 40 Millionen norwegischen Kronen. Die Marke Emporia und der Standort Linz bleiben erhalten. Das Unternehmen verkauft jährlich rund 300.000 Geräte im DACH-Raum, weltweit wurden bisher über 20 Millionen Einheiten abgesetzt.

Neue Projekte für digitale Teilhabe starten

Während kommerzielle Hardware-Angebote schrumpfen, bauen öffentliche Einrichtungen ihre Bildungsinitiativen aus. Das Projekt DiBiWohn+ in Bad Kreuznach startet am 1. Juni 2026. Das auf zwei Jahre angelegte Pilotprogramm schafft digitalen Zugang und fördert soziale Kontakte für ältere Menschen in Stadt und Land.

Weitere Angebote im Juni 2026:

  • München: Ab dem 18. Juni bietet das Welcome Center jeden Donnerstag „Digitale Hilfe" für Senioren zu Smartphones, Tablets und Internetnutzung
  • Dreieich: Ein Aktionstag zu Künstlicher Intelligenz am 17. Juni in der Stadtbibliothek, mit digitaler Vernetzung zur Gemeinde Münster
  • A Estrada (Spanien): Nach 140 Teilnehmern in früheren Phasen startet das Programm „YoConecto" neue Kurse zu WhatsApp, Online-Banking und KI
  • Amazonas (Brasilien): Die Initiative „Transição Digital 60+" schult ältere Beamte für die Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen
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Sicherheit als Schwerpunkt der Schulungen

Die Bildungsinhalte verlagern sich zunehmend auf Sicherheit und Notfallmanagement. Die VHS Illingen bietet im Rahmen des Projekts Medien66 Kurse für Notfall-Apps wie Nina und Katwarn an.

Die Dringlichkeit solcher Schulungen unterstreicht ein aktueller Fall aus den USA: Ein 57-Jähriger aus North Carolina wurde Ende Mai 2026 zu 121 Monaten Haft verurteilt. Er hatte zwischen 2016 und 2023 die persönlichen Daten von über sieben Millionen älteren Amerikanern an Betrüger verkauft – mit illegalen Gewinnen von über 5,2 Millionen Dollar. Die FBI-Statistik für 2025 zählt über 200.000 Fälle von Seniorenbetrug in den USA, der Gesamtschaden liegt bei fast 7,8 Milliarden Dollar.

Wandel der Bildungsinfrastruktur

Auch die Infrastruktur für digitale Bildung verändert sich. Der Offene Kanal Schleswig-Holstein wurde Ende Mai 2026 in den „OKSH mediaHub" überführt. Ziel ist es, Medienzentren und Werkstatträume für alle Generationen bereitzustellen.

Doch der digitale Fortschritt an Institutionen stockt. In Italien liegen rund 281 Millionen Euro für Tablets und Computer für Lehrkräfte ungenutzt bereit. Obwohl die Antragsfrist am 12. Mai 2026 ablief, hat das Finanzministerium die Mittel noch nicht freigegeben. Neue Geräte könnten sich damit bis zum nächsten Schuljahr verzögern.

Forschungsergebnisse des DIPF und der Goethe-Universität Frankfurt zeigen eine wachsende digitale Kluft an Schulen. Der Unterschied in der digitalen Kompetenz zwischen Schülern aus privilegierten und benachteiligten Familien stieg von 43 Punkten (2013) auf 66 Punkte (2023). Experten fordern daher standardisierte KI-Ausstattung und spezielle Lehrerfortbildungen.

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