Senioren-Bewegung: 60% der über 65-Jährigen bewegen sich zu wenig
13.06.2026 - 07:51:15 | boerse-global.de
Immer mehr Projekte verbinden körperliche Aktivität mit ökologischer Nachhaltigkeit und zielen gezielt auf ältere Menschen ab.
Bewegungspolitik auf dem Prüfstand
Die bisherige Bewegungspolitik folgt größtenteils dem HEPA-Paradigma (Health-Enhancing Physical Activity). Eine Analyse von 27 nationalen Strategiepapieren aus dem Juni 2026 zeigt: Planetare Gesundheitsziele werden bislang kaum berücksichtigt.
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Fachleute fordern deshalb das Konzept „PHEPA“. Es soll die Gesundheit des Planeten systematischer in die Bewegungsförderung einbinden. Erste Umsetzungen gibt es bereits.
Preisgekrönte Nachhaltigkeit
Am 11. Juni 2026 erhielt die Universität für Bodenkultur Wien den Preis „Green BGF“ für betriebliche Gesundheitsförderung. Gesundheitsministerin Korinna Schumann zeichnete ein Projekt aus, das ökologische Nachhaltigkeit mit Mitarbeitergesundheit verbindet.
Zu den Maßnahmen gehören begrünte Arbeitsumgebungen und nachhaltige Verpflegung. Auch im Saarland entsteht ein neues Angebot: Der erste Kur- und Heilwald in Weiskirchen eröffnete am 12. Juni 2026. Für rund 200.000 Euro entstanden barrierearme Rundwege, die Waldtherapie und Kneipp-Prinzipien kombinieren.
Senioren im Fokus
Über 60 Prozent der über 65-Jährigen in Deutschland bewegen sich zu wenig – das zeigt das Robert Koch-Institut. Die Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) veröffentlichte am 11. Juni 2026 neue Arbeitsmaterialien für die Langzeitpflege.
Sie enthalten 30 wissenschaftlich erprobte Interventionen, darunter die MAKS-Therapie. Ziel ist es, die Mobilität von Pflegebedürftigen zu erhalten. Auch auf kommunaler Ebene tut sich etwas: In Puschendorf eröffnete am selben Tag ein Outdoor-Fitness-Parcours speziell für Senioren. Die Kosten von rund 53.000 Euro wurden teils durch das EU-Programm LEADER gefördert.
In Regensburg startet im Sommer 2026 das Programm „GESTALT“ mit kostenlosen Kursen zur Förderung motorischer Fähigkeiten älterer Menschen.
Praxis vor Ort und Fachdiskurs
Mannheim plant vom 18. bis 20. Juni 2026 eine Veranstaltungsreihe zur Gesundheitsförderung im Stadtquartier. Bewegung, Ernährung und Achtsamkeit stehen im Mittelpunkt – direkt im Lebensumfeld der Bürger.
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Für den 20. Oktober 2026 ist in Frankfurt am Main eine Fachtagung angekündigt. Sie befasst sich mit Selbstregulation und Stressbewältigung bei Kindern. Das zeigt: Psychische Aspekte gewinnen in der Gesundheitsförderung an Bedeutung.
Eine Studie des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik unterscheidet dabei klar zwischen allgemeinem Musikhören und gezielter Musiktherapie bei psychischen Krisen. Körperliche Aktivität bleibt aber eine tragende Säule der Präventionsarbeit.
Die moderne Gesundheitsförderung vernetzt ökologische, soziale und medizinische Komponenten. So will sie den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft und dem Klimawandel begegnen.
