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Senioren am Steuer: Forsa-Umfrage zeigt Mehrheit für Fahrtests ab 70

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 09:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

ADAC-Fahrzeugauswahl, Umfragedaten und Forschung beleuchten Mobilität, Fahrtauglichkeit und kognitive Veränderungen im Alter.

Senioren am Steuer: Fahrzeugtipps, Fahrtests und neue Studienerkenntnisse
Eine ruhige, asphaltierte Vorortstraße mit klaren Fahrbahnmarkierungen und einer Ampel bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt.

Die Mobilität von Senioren im Straßenverkehr steht zunehmend im Mittelpunkt öffentlicher Diskussionen. Berichte thematisieren dabei gleichermaßen praktische Empfehlungen für geeignete Pkw-Modelle wie auch die anhaltende gesellschaftliche Auseinandersetzung über die Einführung verpflichtender Fahreignungsprüfungen ab einem bestimmten Lebensalter.

Spezifische Kriterien für seniorengerechte Fahrzeuge

Bei der Wahl eines passenden Fahrzeugs spielen ergonomische Aspekte und Übersichtlichkeit eine entscheidende Rolle. Der ADAC empfiehlt für ältere Fahrer eine Auswahl von 26 Neuwagen, darunter Modelle wie der BMW X1, Citroen Berlingo, Ford Puma, Hyundai Kona, die Mercedes B-Klasse, der VW T-Roc und T-Cross, der Toyota Corolla Cross sowie der Skoda Kamiq, Elroq und Karoq.

Die Kriterien für diese Auswahlliste orientieren sich an alltagspraktischen Maßen: Die Fahrzeuge dürfen maximal 4,5 Meter lang und müssen mindestens 1,5 Meter hoch sein. Zudem wird eine Sitzhöhe von mindestens 47 Zentimetern sowie eine Ladekantenhöhe von höchstens 78 Zentimetern vorausgesetzt, um den Ein- und Ausstieg sowie das Beladen zu erleichtern.

Neben den Neufahrzeugen führt der Automobilclub 29 Gebrauchtwagen auf, die maximal zehn Jahre alt sind, darunter der Audi Q2 und Q3, der BMW i3 und X1, der VW Golf Sportsvan und Tiguan sowie der Kia Niro und Sportage.

Dass kompakte Hochsitzer bei älteren Menschen gefragt sind, spiegeln auch Marktdaten wider. Nach Auswertungen des Vergleichsportals Verivox aus dem Jahr 2020 lag der Seniorenanteil bei kleineren SUV bei einem Viertel, während er in der klassischen Kompaktklasse knapp zwölf Prozent betrug.

Gesellschaftliche Diskussion über verpflichtende Überprüfungen

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Parallel zu technischen Hilfen und Fahrzeugempfehlungen wird über Kontrollmechanismen debattiert. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa zufolge befürwortet eine Mehrheit der Deutschen verpflichtende Fahrtests für Personen ab 70 Jahren.

Wie relevant die Frage der individuellen Fahrtauglichkeit in der Praxis ist, zeigen polizeiliche Einsätze: So berichtete die Polizei Schwerin über einen Vorfall, bei dem ein 78-jähriger Autofahrer beim Rückwärtseinparken einen Unfall verursachte, flüchtete und Stunden später zwei weitere geparkte Wagen streifte, bevor ihn ein 47-jähriger Zeuge stoppte.

Aufgrund körperlicher Einschränkungen und des Verdachts auf Medikamenteneinfluss bestanden erhebliche Zweifel an der Fahrtüchtigkeit; die Beamten beschlagnahmten den Führerschein und ordneten eine Blutprobe an.

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Wissenschaftliche Erkenntnisse zu kognitiven Veränderungen

Wissenschaftliche Untersuchungen befassen sich mit den Zusammenhängen zwischen Alterungsprozessen und Fahrverhalten. Eine Studie der Washington University School of Medicine in St. Louis begleitete 298 Teilnehmende mit einem Durchschnittsalter von 75 Jahren über einen Zeitraum von 40 Monaten.

Von ihnen galten 242 als kognitiv gesund, während bei 56 Personen eine leichte kognitive Störung (MCI) festgestellt wurde. Die Forscher beobachteten, dass Personen mit nachlassender kognitiver Leistung seltener, über kürzere Distanzen und weniger in der Nacht fuhren.

Statistische Modelle konnten solche Einschränkungen mit rund 82 Prozent Genauigkeit vorhersagen; unter Einbezug demografischer Daten stieg die Quote auf bis zu 87 Prozent.

Gleichwohl wiesen die Studienautoren darauf hin, dass die untersuchte Stichprobe klein und wenig divers war. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hält fest, dass Autofahren in frühen Demenzstadien noch möglich sein kann, bei einer fortgeschrittenen Alzheimer-Demenz hingegen nicht mehr zu verantworten ist.

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