Demenzrisiko, Studie

Selbst kochen senkt Demenzrisiko: Studie zeigt 27% Schutz bei Frauen

19.06.2026 - 23:34:08 | boerse-global.de

Genbasierte Ernährungspläne boomen: Der Markt für Nutrigenomik soll bis 2034 auf über acht Milliarden US-Dollar steigen.

Personalisierte Ernährung: Nutrigenomik-Markt wächst rasant
Demenzrisiko - DNA-Stränge verflechten sich mit frischen Früchten und wissenschaftlichen Daten auf einem digitalen Interface, Symbol für Nutrigenetik. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Stattdessen setzen Forscher auf maßgeschneiderte Konzepte – basierend auf den Genen des Einzelnen. Unter dem Begriff Nutrigenomik analysieren Tests den individuellen Nährstoffbedarf, den Stoffwechsel und genetische Risikofaktoren.

Der Markt boomt: 2025 lag das Volumen bei knapp zwei Milliarden US-Dollar. Bis 2034 soll er auf über acht Milliarden US-Dollar anwachsen – ein jährliches Plus von 17 Prozent.

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KI und günstige DNA-Tests treiben den Markt

Haupttreiber sind die Digitalisierung im Gesundheitswesen, der Einsatz künstlicher Intelligenz und die sinkenden Kosten für DNA-Sequenzierungen. Führende Anbieter wie 23andMe, DNAfit und Viome drängen auf den Markt. Besonders im asiatisch-pazifischen Raum erwarten Analysten das stärkste Wachstum.

Die Analyse erfolgt meist über Speichelproben. Wie Ernährungsexperten Mitte Juni auf einer Fachveranstaltung erklärten, liefern die Tests Einblicke in den Stoffwechsel, das Risiko für Nährstoffmängel sowie Entgiftungs- und Alterungsprozesse. Auch Hautprobleme stehen im Fokus – und die enge Verbindung zwischen Darmgesundheit und Hautzustand über die Mikrobiota.

Apps ersetzen die Ernährungsberatung

Neben der genetischen Diagnostik gewinnen digitale Plattformen an Bedeutung. Apps wie die GLP Diet App oder Nordletics nutzen Persönlichkeitstests und Quiz-Formate, um Ernährungspläne und Trainingsprogramme individuell anzupassen. Ziel: Appetit regulieren oder nachhaltig abnehmen – ganz ohne Medikamente.

Epigenetik: Neue Hoffnung bei Diabetes

Die Forschung geht noch weiter. Die Epigenetik liefert neue Ansätze gegen Adipositas und Typ-2-Diabetes. Wissenschaftler der Universitäten Zürich und Pisa veröffentlichten Anfang Juni eine Studie zur Kommunikation zwischen Fettgewebe und Gefäßwänden. Demnach können BET-Protein-Inhibitoren Entzündungen im Fettgewebe reduzieren und Gefäßreaktionen normalisieren. Als zentraler Vermittler wurde das Enzym Hexokinase 2 identifiziert.

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Auch die Langlebigkeitsforschung liefert neue Daten. Die Leiden Longevity Study identifizierte zwölf seltene Genvarianten, die die Gesundheitsspanne beeinflussen könnten. Eine spezifische Variante im CGAS-Gen, die in zwei besonders langlebigen Familien gefunden wurde, deutet auf eine verminderte Entzündungsreaktion als Schlüsselfaktor hin. Die Ergebnisse wurden auf einer Fachkonferenz in Göteborg vorgestellt.

Frühstück macht glücklich, Kochen hält fit

Nicht nur die Gene, auch die Lebensgewohnheiten spielen eine entscheidende Rolle. Eine südkoreanische Studie mit rund 22.000 Erwachsenen zeigt: Wer weniger als fünfmal pro Woche frühstückt, hat ein 1,55-fach erhöhtes Risiko für depressive Symptome.

Japanische Forscher begleiteten knapp 11.000 Menschen ab 65 Jahren über sechs Jahre. Ihr Ergebnis: Wer mindestens einmal pro Woche selbst kocht, senkt sein Demenzrisiko signifikant. Bei Männern sank es um 23 Prozent, bei Frauen um 27 Prozent. Besonders deutlich war der Effekt bei Personen mit geringen Kochkenntnissen – ihr Risiko nahm um 67 Prozent ab.

EU lockert Regeln für genveränderte Pflanzen

Ein weiterer Baustein der personalisierten Ernährung: die Verfügbarkeit genomisch veränderter Lebensmittel. Das EU-Parlament hat einer Lockerung der Regeln für neue genomische Techniken (NGT) zugestimmt. Pflanzen der Kategorie NGT1 mit maximal 20 genetischen Veränderungen dürfen voraussichtlich ab Mitte 2028 ohne spezielle Kennzeichnung verkauft werden.

Befürworter sehen Chancen für klimaresistentere Nutzpflanzen und die Ernährungssicherheit. Kritiker warnen vor dem Verlust der Wahlfreiheit für Verbraucher und der Zulassung von Patenten auf Saatgut. Im ökologischen Landbau bleiben derartige Pflanzen weiterhin verboten.

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