Secondhand-Boom: Markt wächst auf 289 Milliarden Dollar
13.06.2026 - 12:16:43 | boerse-global.de
Technologische Effizienz trifft auf bewussteren Konsum – und der Secondhand-Markt explodiert. Schätzungen zufolge erreicht das Marktvolumen rund 289 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 105 Prozent gegenüber 2021. Für 2027 prognostizieren Experten sogar über 300 Milliarden Dollar.
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KI als Turbo für den Wiederverkauf
Der Treiber dieser Entwicklung? Künstliche Intelligenz. Das Suchinteresse an KI-gestützten Shopping-Lösungen ist in den letzten zwei Jahren um 3.000 Prozent gestiegen. Seit Juli 2025 zeigt sich eine direkte Korrelation zwischen KI-Interesse und Secondhand-Boom.
Plattformen wie Vinted machen es vor: 65 Millionen Nutzer prägen den Sektor. Auch im B2B-Bereich professionalisiert sich die Infrastruktur. Fleek – mit 50 Millionen US-Dollar Gesamtfinanzierung – hat seinen Umsatz zwischen 2024 und 2025 verdoppelt. Das Unternehmen vernetzt mittlerweile über 10.000 Wiederverkäufer mit rund 1.000 Großhändlern in 70 Ländern.
Die Kehrseite: In Deutschland lag das Aufkommen an Textilmüll 2023 um 55 Prozent höher als zehn Jahre zuvor. Pro Kopf kaufen die Deutschen jährlich etwa 18 Kilogramm Kleidung.
Einkaufen ohne Kaufen: Der Fake-Shopping-Trend
In Südkorea gewinnen sogenannte Fake-Shopping-Plattformen an Popularität. Sie simulieren den Einkaufsprozess – ohne tatsächliche Transaktion. Nutzer erleben die Vorfreude des Auswählens, eine Reaktion auf die hohen Lebenshaltungskosten in Metropolen wie Seoul.
International bleibt die Abbruchrate von Warenkörben mit 69,8 Prozent auf hohem Niveau, wie Daten des Baymard Instituts belegen.
Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst gegen den Überkonsum und entrümpeln ihr Leben, um Platz für das Wesentliche zu schaffen. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen, wie Minimalismus nicht nur Ihre Wohnung befreit, sondern auch Ihr Konto spürbar entlastet. Minimalismus-Ratgeber jetzt kostenlos als PDF entdecken
Im stationären Handel rückt Barrierefreiheit für neurodivergente Menschen in den Fokus. IKEA Deutschland führt im Juni 2026 eine „stille Stunde“ ein: Jeweils mittwochs zwischen 17 und 19 Uhr wird die Reizüberflutung durch gedimmtes Licht, Verzicht auf Musik und reduzierte Durchsagen minimiert.
Sommerkollektionen 2026: Langlebigkeit statt Wegwerfmode
Die aktuellen Kollektionen spiegeln den Trend zu funktionalen und langlebigen Designs. Tchibo kooperiert ab der zweiten Junihälfte mit der Initiative „Wir sind Robin Hood“ für eine Impact-Kollektion zugunsten von Trinkwasserprojekten. Die Bio-Produkte – darunter Hoodies und Taschen – werden erst nach Bestelleingang in Deutschland gefertigt, um Überproduktionen zu vermeiden.
In der Mode setzen sich minimalistische Schnitte durch. H&M fokussiert sich auf Tunikakleider mit Oversized-Silhouetten. Der Kaftan gewinnt als vielseitiges Kleidungsstück für hohe Temperaturen an Bedeutung. Im Schuhsegment etablieren sich Trekking-Sandalen – urban wie funktional. Bei Sneakern dominieren Modelle wie der Adidas Paris im Bordeaux-Farbton oder neue Veröffentlichungen von New Balance. Auch Nike und On setzen auf spezifische Farbtrends wie Wassermelonen-Töne oder Aqua-Nuancen.
Barfußschuhe: Neues Prüfsiegel schafft Vertrauen
Mit dem wachsenden Interesse an gesundheitsorientierter Bekleidung steigt der Bedarf an verlässlichen Prüfsiegeln. Das Prüf- und Forschungsinstitut Pirmasens (PFI) hat die Einführung eines neuen Labels für Barfußschuhe angekündigt. Die Zertifizierung umfasst Kriterien wie Flexibilität, Sohlenstärke und die Abwesenheit kritischer chemischer Substanzen. Die offizielle Vorstellung ist für Ende Juli 2026 auf einer Fachmesse geplant.
