Schwangerschaft: Krafttraining senkt Herzinfarktrisiko um 44%
02.07.2026 - 17:33:03 | boerse-global.de
Weg von der Schonung, hin zur aktiven Bewegung.
Früher hieß es oft: Schonen, schonen, schonen. Heute sieht das anders aus. Aktuelle Studien und Expertenmeinungen zeigen: Gezieltes Kraft- und Ausdauertraining wirkt präventiv – für Mutter und Kind.
Bewegungspensum: 150 Minuten pro Woche
Fachorganisationen wie die WHO, das American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG) und der Berufsverband der Frauenärzte empfehlen Schwangeren mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche.
Gynäkologin Dr. Corinna Mann betonte Anfang Juli: „Ein moderates und technisch korrekt ausgeführtes Krafttraining bietet erhebliche gesundheitliche Vorteile.“ Regelmäßige Aktivität senkt das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck und übermäßige Gewichtszunahme.
Zudem gibt es Hinweise: Sportlich aktive Frauen leiden seltener unter präpartalen Depressionen und haben eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine komplikationslose vaginale Entbindung. Vorausgesetzt, es liegen keine medizinischen Kontraindikationen vor.
Pilates vs. Krafttraining – worauf es ankommt
Neben klassischem Kraftsport gewinnen Methoden wie Pilates an Beliebtheit. Doch Vorsicht: Pilates ist kein Ersatz für gezieltes Beckenbodentraining.
Physiotherapeutin Juliana Afram erklärte Anfang Juli: Pilates kräftigt den Oberkörper und verbessert die Mobilität. Für Schwangere eignen sich Übungen wie der „Cat Stretch“ oder modifizierte Liegestütze an der Wand.
Verzichten sollten sie auf intensive Belastungen in Bauchlage und extreme Dehnungen der Oberschenkelinnenseiten. Warnsignale wie Schwindel, Übelkeit oder Blutungen bedeuten: sofort aufhören und ärztlichen Rat einholen.
Wer in der Schwangerschaft sicher trainieren möchte, findet in diesem kostenlosen Leitfaden einen angepassten Krafttrainingsplan – mit Beckenboden-Übungen und Ernährungstipps. Jetzt kostenlosen Trainingsplan anfordern
Langzeitstudie: Krafttraining senkt Herzrisiko deutlich
Die Wissenschaft liefert klare Zahlen. Eine Studie im „Journal of the American College of Cardiology“ vom 30. Juni analysierte Daten von 117.025 Frauen über 14,5 Jahre.
Das Ergebnis: Bereits zwei Stunden Krafttraining pro Woche senken das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 20 Prozent. Das Herzinfarktrisiko sinkt sogar um 44 Prozent. In Kombination mit Ausdauertraining reduziert sich das allgemeine Risiko um 40 Prozent.
Ergänzend dazu veröffentlichte Cambridge-Forscher Chris Macdonald Mitte Juni Daten der UK Biobank in „Frontiers in Nutrition“. Die Analyse von über 70.000 Erwachsenen zeigt: Die Kombination aus aeroben Übungen und Krafttraining senkt die Sterblichkeitsrate signifikant.
Für Schwangere empfehlen Experten eine angepasste Proteinzufuhr von etwa 0,6 Gramm pro Pfund Körpergewicht. Das unterstützt den Erhalt der Muskelmasse während der Schwangerschaft.
Selbstbestimmung statt Bevormundung
Trotz der wissenschaftlichen Evidenz: Kraftsport in der Schwangerschaft sorgt in sozialen Medien regelmäßig für Kontroversen.
Moderatorin Amira Aly, die ihr drittes Kind erwartet, reagierte Ende Juni auf Kritik an ihrem Training. Ihre Botschaft: Eine informierte, eigenverantwortliche Entscheidung über den eigenen Körper ist entscheidend.
Verunsichert durch widersprüchliche Ratschläge? Dieser Report zeigt Ihnen, wie Sie mit gezieltem Krafttraining Ihr Herzinfarktrisiko um 44% senken – ohne Angst vor Fehlgeburt. Sicher trainieren – Report sichern
Auch andere prominente Frauen tragen zur Normalisierung bei. Sportmoderatorin Lea Wagner absolvierte im Sommer 2026 ihren ersten WM-Einsatz während der Schwangerschaft. Schauspielerin Anne Hathaway machte ihre Schwangerschaft im Frühjahr öffentlich.
Mediziner betonen dennoch: Die individuelle Belastungsgrenze sollte immer in Absprache mit Fachpersonal definiert werden.
