Schulstress, Jugendlichen

Schulstress: 34 Prozent der Jugendlichen leiden unter Belastung

03.07.2026 - 00:01:32 | boerse-global.de

Studien belegen hohe Belastung bei Schülern und Lehrern. Projekte zu Achtsamkeit und digitaler Resilienzförderung sollen Abhilfe schaffen.

Schulstress bei Jugendlichen: Neue Studien zeigen alarmierende Werte
Schulstress - Eine Gruppe von Schülern und Lehrern praktiziert Achtsamkeit in einem ruhigen Klassenzimmer, was Ruhe und Stressreduktion symbolisiert. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt die HBSC-Studie des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit von 2023. Besonders betroffen: Mädchen mit 40 Prozent, Jungen mit 27 Prozent. Eine Jugendstudie von 2024 ergänzt: 30 Prozent der Jugendlichen leiden häufig unter Erschöpfung. Haupttreiber sind Leistungsdruck und Notenvergleiche.

Auch Lehrkräfte sind am Limit. Die Berliner Arbeitszeit- und Belastungsstudie 2023/24 der GEW belegt massive Mehrarbeit. 64 Prozent der Berliner Lehrer machen Überstunden, 30 Prozent arbeiten in Schulwochen über 48 Stunden. Das Ergebnis: 50 bis 66 Prozent der Lehrkräfte haben ein erhöhtes Gesundheitsrisiko.

Nachfrage übersteigt Angebot bei weitem

Die Uni Leipzig reagiert mit dem Projekt ABiK (Achtsamkeit in der Bildung und Hochschulkultur). Seit 2021 läuft die Kooperation mit der AOK PLUS. Die Nachfrage ist enorm: Über 400 Bewerbungen kamen zuletzt auf nur 50 Kursplätze. Das Angebot richtet sich an Studierende, Lehrende, Verwaltung und Schüler.

Die wissenschaftliche Begleitung zeigt positive Effekte. Teilnehmer berichten von gesteigerter Achtsamkeit und weniger Stress. Auch Burnout-Symptome nehmen ab. Die Beziehungsqualität im Beruf verbessert sich, pro-ökologisches Verhalten nimmt zu. Am 10. und 11. September 2026 plant Leipzig eine Fachkonferenz zum Thema.

Digitale Hilfe aus Europa

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Präsenzangebote allein reichen nicht. Das Erasmus+-Projekt CARE+CONNECT setzt auf digitale Unterstützung. Von Oktober 2025 bis September 2027 entwickelt ein Konsortium unter Führung der Uni Paderborn ein digitales Resilienzprogramm. Sechs europäische Länder sind beteiligt. Internetbasierte kognitive Verhaltenstherapie (iCBT) und Peer-Support-Netzwerke sollen den Zugang zu mentaler Hilfe erleichtern.

Der internationale Austausch läuft bereits. Im Juni 2026 nahmen europäische Lehrkräfte an Fortbildungen in Amsterdam teil. Thema: emotionale Intelligenz und Burnout-Prävention im Schulalltag. Die Uni Passau veranstaltete im selben Monat ihre erste Mental Health Night – ein Format zur Information über Resilienz und Stressmanagement.

Stress ist nicht per se schlecht

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Trotz aller Belastungen warnen Experten vor einer Dämonisierung von Stress. Volker Busch, Hirnforscher und Leiter der Stressambulanz an der Uniklinik Regensburg, stellt klar: Chronischer Stress sei seltener als angenommen. Viele Annahmen über seine Wirkung seien falsch. Entscheidend sei der Ausgleich: Belastungsphasen brauchen bewusste Erholung.

Für akute Krisen gibt es konkrete Hilfe. Zur Zeugnisvergabe Anfang Juli 2026 bieten Landesbehörden spezifische Unterstützung. In Sachsen beraten Schulpsychologen per Hotline Schüler und Eltern bei Leistungssorgen. Langfristig setzen Experten auf eine Kombination: individuelle Kompetenzstärkung durch MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction) plus strukturelle Entlastungen im System.

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