Schulleitungen: 52 Stunden pro Woche, 86 Prozent ohne Kernaufgaben-Zeit
06.06.2026 - 04:48:46 | boerse-global.de
Aktuelle Daten des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) zeigen: Die Krankheitsabwesenheiten liegen um 80 Millionen Stunden über dem Niveau von vor der Pandemie. Seit 2020 ist zudem die Wahrscheinlichkeit für eine Invalidisierung um zehn Prozent gestiegen.
Gabriela Medici vom SGB-Sekretariat kritisiert: Nur knapp die Hälfte der Schweizer Unternehmen führt regelmäßige Risikobeurteilungen durch. Das liegt deutlich unter dem europäischen Durchschnitt.
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Die versteckten Kosten des Präsentismus
Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm: Präsentismus – Arbeiten trotz Krankheit – verursacht in der Schweiz geschätzte 33,7 Milliarden Franken Schaden. In Deutschland zeigt sich ein ähnliches Bild.
Der Stressreport 2025 der Techniker Krankenkasse belegt: Zwei Drittel der Bevölkerung fühlen sich häufig oder zumindest zeitweise gestresst. Experte Gernot Langs von der Schön Klinik Bad Bramstedt definiert Burn-out als Erschöpfungsdepression. Er kündige sich oft durch zunehmende Reizbarkeit und sinkende Lebensqualität an.
Schulleitungen arbeiten 52 Stunden pro Woche
Besonders hart trifft es den Bildungssektor. Der Schulleitungsmonitor 2025/2026 zeigt: 43,1 Prozent der Schulleitungen arbeiten mehr als 50 Stunden pro Woche. Der Durchschnitt liegt bei 52 Stunden. Rund 86 Prozent der Befragten geben an, keine ausreichende Zeit für ihre Kernaufgaben zu haben.
Auch in Führungspositionen breitet sich versteckter Burn-out aus. Besonders Frauen in Leitungspositionen leiden unter Perfektionismus und Versagensängsten. Die Folge: körperliche Zusammenbrüche. Experten empfehlen eine stärkere Trennung des Selbstwertgefühls von der beruflichen Leistung und den Aufbau proaktiver Erholungsphasen.
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Neue Studie: Können Apps gegen chronische Erschöpfung helfen?
Die Forschung zur Behandlung chronischer Erschöpfung läuft auf Hochtouren. Das Universitätsklinikum Bonn startete im Mai 2026 eine sechswöchige Online-Studie. Ziel: den Nutzen von Apps bei der Bewältigung chronischer Fatigue untersuchen. Betroffen sind Patienten mit Long COVID, Multipler Sklerose oder Krebserkrankungen.
Für das Chronische Fatigue-Syndrom (ME/CFS) gibt es bislang keine wirksame Therapie. Die Betroffenenzahlen steigen seit der Pandemie.
Prävention durch gesunde Lebensgewohnheiten bleibt zentral. Fachleute betonen die Bedeutung von ausreichend Schlaf. Wer dauerhaft weniger als sechs Stunden schläft, beschleunigt Alterungsprozesse im Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System.
Streit um Arbeitszeiten: Drohen 13-Stunden-Tage?
Die Politik ringt um die Zukunft der Arbeitszeit. Der DGB warnt vor einer Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes. Schon heute sind Arbeitstage von zehn Stunden erlaubt. Arbeitnehmervertreter befürchten: Lockerungen könnten zu Arbeitstagen von bis zu 13 Stunden führen.
Der DGB-Index Gute Arbeit zeigt die Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität: Nur 40 Prozent der Beschäftigten sind mit ihrer aktuellen Arbeitszeit zufrieden. Mehr als die Hälfte strebt eine Verkürzung an.
Besonders belastet sind Frauen mit Vereinbarkeitsproblemen: Während 34 Prozent der Frauen ohne solche Schwierigkeiten nach der Arbeit erschöpft sind, steigt dieser Anteil bei Frauen mit Problemen auf 80 Prozent.
Lohntransparenz als Druckmittel
Parallel zur Arbeitszeitdebatte gewinnt das Thema Entgelttransparenz an Bedeutung. Eine Untersuchung vom Mai 2026 zeigt: Über die Hälfte der Beschäftigten will neue Regelungen zur Lohntransparenz nutzen. Ein Großteil denkt bei unfairer Bezahlung über einen Jobwechsel nach. Das erhöht den Druck auf Unternehmen, faire und belastbare Arbeitsbedingungen zu schaffen.
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