Schmerzen, Stunden

Schmerzen lindern: Weniger als zwei Stunden Bewegung pro Woche helfen

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 18:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Auswertung von 157 Reviews zeigt Schmerzlinderung durch Bewegung; die Evidenz gilt als moderat und belegt keinen Medikamentenersatz.

Adelaide University: Bewegung lindert Schmerzen auch bei moderater Aktivität
Ein ruhiger, von Sonnenlicht durchfluteter Waldweg in einer grünen Landschaft. Illustration mit AI erstellt.

Im Rahmen einer großangelegten wissenschaftlichen Untersuchung hat die Adelaide University die Wirksamkeit von körperlicher Betätigung bei der Behandlung von Schmerzen analysiert. Das in der Fachzeitschrift „Pain Reports“ veröffentlichte Umbrella-Review wertete Daten aus insgesamt 157 systematischen Reviews aus. Diese basierten wiederum auf 2.736 randomisierten kontrollierten Studien, an denen insgesamt 221.279 Probanden teilgenommen hatten. Die Ergebnisse geben Aufschluss über das Potenzial von Bewegungsprogrammen zur Linderung akuter und chronischer Beschwerden.

Signifikante Schmerzreduktion unabhängig von der Ursache

Die Auswertung der vorliegenden Daten verdeutlicht, dass körperliche Aktivität eine messbare Entlastung für Patienten darstellen kann. Im Durchschnitt führte Bewegung zu einer Minderung der Schmerzintensität um rund 1,1 Punkte auf einer Skala von 0 bis 10. Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung der Adelaide University war dabei die Feststellung, dass sich die Wirkung nicht signifikant zwischen verschiedenen Schmerztypen unterschied. Sowohl bei akuten als auch bei chronischen Schmerzen unterschiedlicher Ursachen konnten vergleichbare Effekte beobachtet werden.

Die Forschenden betonten in diesem Zusammenhang, dass die beobachtete Reduktion der Schmerzintensität substanziell sei. Laut dem Bericht der Universität lag die erzielte Schmerzlinderung um rund 60 % über der durchschnittlichen Wirkung, die in separaten Studien für gängige Schmerzmittel bei der Behandlung chronischer Schmerzen dokumentiert wurde.

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Effizienz kürzerer Bewegungsprogramme

Ein überraschender Aspekt der Analyse betrifft die Intensität und Dauer der sportlichen Betätigung. Den Ergebnissen zufolge erzielten kürzere und weniger intensive Programme oft eine stärkere Linderung der Beschwerden als hochintensive Einheiten.

Signifikante gesundheitliche Vorteile zeigten sich bereits bei einem Zeitaufwand von weniger als zwei Stunden Bewegung pro Woche. Dies deutet darauf hin, dass bereits moderate körperliche Aktivität im Alltag ausreicht, um klinisch relevante Verbesserungen der Schmerzsituation zu erreichen.

Diese Erkenntnis ist für die therapeutische Praxis von Bedeutung, da sie die Hürden für Patienten senken könnte, die aufgrund ihrer Schmerzen vor intensiven sportlichen Aktivitäten zurückschrecken. Die Daten legen nahe, dass Kontinuität und eine moderate Anpassung des Aktivitätsniveaus wichtiger sein könnten als eine hohe körperliche Belastung.

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Methodische Einordnung und Evidenzsicherheit

Trotz der positiven Befunde ordnet die Adelaide University die Ergebnisse differenziert ein. Der Vergleich der Wirksamkeit von Bewegung gegenüber medikamentösen Therapien beruhe auf der Gegenüberstellung mit separaten Studien.

Bewegung sei im Rahmen dieser Untersuchung nicht in direkten Vergleichstests gegen Medikamente geprüft worden. Daher könne körperliche Aktivität nach aktuellem Kenntnisstand nicht als ein belegter, vollständiger Ersatz für eine medikamentöse Behandlung angesehen werden.

Die Sicherheit der vorliegenden Evidenz wurde von den Wissenschaftlern in der am 24. September 2026 thematisierten Analyse als moderat bewertet. Dies unterstreicht zwar die Robustheit der generellen Tendenz, lässt aber auch Raum für weitere Forschung, um die spezifischen Mechanismen und optimalen Trainings parameter für unterschiedliche Patientengruppen noch präziser zu definieren. Dennoch stützen die Ergebnisse die Strategie, Bewegung als zentralen Baustein in multimodalen Schmerztherapiekonzepten zu verankern.

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