Schlafstörungen, RKI-Studie

Schlafstörungen: RKI-Studie zeigt Magnesiummangel als Hauptrisiko

10.06.2026 - 23:30:54 | boerse-global.de

RKI-Daten zeigen: Jeder dritte Erwachsene leidet unter Schlafstörungen. Magnesiummangel gilt als unterschätzter Risikofaktor, besonders bei Senioren.

RKI-Studie: Magnesiummangel als Ursache für Schlafprobleme
Schlafstörungen - Eine Hand hält eine Magnesiumflasche neben einem Smartphone mit Meditations-App auf einem Nachttisch in einem ruhigen Schlafzimmer. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders häufig sind Durchschlafstörungen.

Magnesiummangel als unterschätzter Risikofaktor

32 Prozent der Befragten berichten von Durchschlafproblemen, 16 Prozent haben Schwierigkeiten beim Einschlafen. Hauptursachen sind digitaler Dauerbeschuss und chronischer Stress. In der Forschung rückt dabei ein Mineralstoff in den Fokus: Magnesium.

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Die Zahlen sind alarmierend. Laut Dr. Klaus Müller sind über 80 Prozent der über 60-Jährigen in Deutschland von einem Magnesiummangel betroffen. Die Symptome reichen von Erschöpfung über Muskelkrämpfe bis zu Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen.

Das Problem: Ein normaler Bluttest erfasst nur das Magnesium im Serum. Der Großteil steckt aber in den Zellen. Ein Erythrozyten-Test liefert laut Müller deutlich genauere Ergebnisse. Zudem braucht der Körper Magnesium, um Vitamin D zu aktivieren.

Kaffee, Alkohol und Zucker rauben Magnesium

Bestimmte Lebensgewohnheiten treiben den Mangel voran. Kaffee, Alkohol und Zucker fördern die Ausscheidung des Minerals. Auch Diuretika können den Magnesiumspiegel senken.

Wer supplementieren will, sollte auf die richtige Verbindung achten. Magnesiumoxid aus günstigen Präparaten hat eine Bioverfügbarkeit von nur vier Prozent. Organische Verbindungen wie Magnesiumcitrat oder Magnesiumglycinat nimmt der Körper deutlich besser auf.

Für den Abend empfehlen Experten Magnesiumglycinat. Es fördert die Muskel- und Nervenentspannung. Allerdings zeigen aktuelle Untersuchungen: Bei manchen Menschen regt Glycinat die Gluconeogenese in der Leber an. Der Nüchternblutzucker steigt dann am Morgen leicht. In dem Fall raten Fachleute zu Magnesiummalat, das eher bei Erschöpfung hilft und morgens oder mittags eingenommen werden sollte. Die empfohlene Dosis für Glycinat am Abend liegt zwischen 200 und 400 Milligramm.

Wie Magnesium im Körper wirkt

Schlafprobleme sind oft Regulationsstörungen des Nervensystems. Ein zu hoher Cortisolspiegel am Abend verhindert das Einschlafen. Magnesium unterstützt den Botenstoff GABA und die körpereigene Melatoninproduktion.

Ergänzend hilft L-Theanin, das Nervensystem aus dem Dauer-Alarmmodus zu holen. Adaptogene wie Ashwagandha stabilisieren das Stresssystem. Experten raten aber zur Vorsicht bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse. Auch Kamille wirkt beruhigend auf das zentrale Nervensystem.

Ein US-Hersteller brachte im Juni neue melatonin-freie Präparate auf den Markt. Sie kombinieren Magnesium und Ashwagandha, um die nächtliche Regeneration ohne Hormone zu fördern.

Ernährung als Schlüsselfaktor

Die Nahrung liefert oft zu wenig Magnesium. Eine Studie aus dem Jahr 2025 im Fachjournal „Nutrients“ zeigt: Fast 90 Prozent der US-Bevölkerung erreichen keine ausreichende Zufuhr. Zu den besten Quellen zählen:

  • Hanfsamen (210 mg pro 3 Esslöffel)
  • Kürbiskerne (168 mg pro Unze, enthalten zudem die Melatonin-Vorstufe Tryptophan)
  • Spinat (bis zu 157 mg pro Tasse, gekocht)
  • Mandeln und Cashews (76 bis 82 mg pro Unze)

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Bewegung und Schlafhygiene

Auch körperliche Aktivität verbessert den Schlaf. Eine Studie der Ohio State University vom Juni bestätigt: Eine höhere tägliche Schrittzahl fördert die psychische Gesundheit und den Schlaf.

Schlafmediziner Hans-Günter Weeß warnt vor den Risiken von Schlafmangel. Bereits eine Nacht schwächt das Immunsystem. Er empfiehlt eine konsequente Schlafhygiene: kühle Schlafzimmertemperatur zwischen 15 und 20 Grad, Verzicht auf Koffein und Alkohol vor dem Schlafengehen.

de | wissenschaft | 69517352 |