Schlafstörungen: Insomnie ist mit 26 Prozent höherem Schlaganfallrisiko verbunden
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 23:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen verdeutlichen den engen Zusammenhang zwischen chronischen Schlafstörungen und schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Fachübergreifende Analysen zeigen, dass Insomnie und unzureichende Schlafphasen das Risiko für Demenz, Schlaganfälle und psychiatrische Erkrankungen erheblich steigern können.
Systematische Analyse der European Academy of Neurology
Eine von der European Academy of Neurology (EAN) finanzierte und in der Fachzeitschrift Sleep Medicine Reviews veröffentlichte Umbrella-Übersichtsarbeit untersuchte sieben verschiedene Gesundheitsbereiche im Kontext von Schlafstörungen.
Wie aus Berichten vom 27. und 28. September 2026 hervorgeht, stützte sich die Analyse auf Daten von über 1,3 Millionen Teilnehmenden aus insgesamt neun Studien. Die Ergebnisse der Metaanalyse von sechs dieser Studien deuten bei Insomnie auf ein um 26 % höheres Schlaganfallrisiko hin.
Darüber hinaus ergab die Auswertung von fünf Studien, dass Menschen mit Insomnie eine um 28 % höhere Wahrscheinlichkeit für eine Krankenhausaufnahme aus beliebigem Grund aufweisen.
Die Untersuchung, an der auch die MedUni Wien beteiligt war, fand zudem deutliche Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Schlafstörungen und Depressionen, suizidalem Verhalten sowie Demenzerkrankungen, insbesondere Alzheimer. Die Befunde bezüglich vaskulärer Demenz blieben hingegen uneinheitlich.
Experten der MedUni Wien wiesen darauf hin, dass unterschiedliche Definitionen von Insomnie sowie der Einfluss von Schlafmedikamenten die Aussagekraft der Ergebnisse einschränken könnten. Da die Recherche in den Datenbanken MEDLINE und EMBASE bis August 2025 erfolgte und es sich um Beobachtungsdaten handelt, belegen die Assoziationen keine direkte Ursache-Wirkungs-Beziehung.
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Die Bedeutung von REM-Schlaf und Schlafdauer
Ergänzende Erkenntnisse lieferte eine Beobachtungsstudie der Capital Medical University, die am 17. September 2026 in PLOS Medicine veröffentlicht wurde. Hierfür wurden Daten von 95.559 Teilnehmenden der UK Biobank ausgewertet, deren Schlafmuster über sieben Tage mittels Handgelenk-Bewegungssensoren erfasst worden waren. Die Nachverfolgung der Gesundheitsdaten erfolgte über einen Median von 8,9 Jahren.
Die Forscher stellten fest, dass die Dauer des REM-Schlafs (Rapid Eye Movement) eine entscheidende Rolle spielt. Pro 47,6 Minuten zusätzlichem REM-Schlaf sank das Risiko für insgesamt 83 verschiedene Krankheiten. Den Berechnungen zufolge lag bei ausreichendem REM-Schlaf das Risiko für Parkinson um 80 %, für Demenz um 46 % und für Herzinsuffizienz um 26 % niedriger.
Die statistisch günstigste Schlafdauer lag für 69 Krankheitsbilder überwiegend bei 6 bis 8 Stunden pro Nacht. Eine Schlafdauer von weniger als 5 Stunden war hingegen bei 37 Erkrankungen mit einem deutlich erhöhten Risiko verbunden. Während mehr Tiefschlaf das Risiko für sieben Erkrankungen, darunter Typ-2-Diabetes und Depressionen, reduzierte, betonte auch diese Studie, dass die Beobachtungsdaten keinen Kausalnachweis liefern.
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Physiologische Warnzeichen und ergänzende Faktoren
Fachberichte bringen zudem spezifische Symptome wie starkes Schnarchen, Schlafapnoe, häufiges Erwachen und REM-Schlaf-Verhaltensstörungen mit einem erhöhten Risiko für kognitiven Abbau im Alter in Verbindung. Ein Mangel an Tiefschlaf könne die Fähigkeit des Gehirns beeinträchtigen, angesammelte Proteine zu beseitigen, was die Entstehung von Alzheimer begünstigen könne.
In einer kleineren Beobachtungsstudie mit 54 Erwachsenen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung wurde zudem der Einfluss von Vitamin D untersucht. Teilnehmende, die laut Eigenangaben mindestens 5.000 IU Vitamin D täglich einnahmen, erzielten im MoCA-Test um etwa 4 Punkte höhere Werte als die Vergleichsgruppe.
Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass dies kein allgemeiner Zielwert sei. Die National Institutes of Health (NIH) geben für die meisten Erwachsenen eine tolerierbare Obergrenze von 4.000 IU täglich aus allen Quellen an. Bei wiederkehrenden Schlafproblemen wird grundsätzlich eine fachliche Abklärung empfohlen.
